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Dem niedergeschossenen Chef der Berliner Hells Angels Nomads geht es nach Angaben aus seiner Rockergruppe wieder besser. Der Verletzte könne bereits wieder laufen. „Ihm geht es gesundheitlich erstaunlich gut“, sagte ein Sprecher der Hells Angels, der sich Django nennt, am Freitag in Berlin.
Wer hinter dem Attentat vom vergangenen Sonntag steckt, ist aber weiter unklar. Auch die Polizei hat nach Angaben eines Sprechers keine heiße Spur. Mit der kriminellen Rockerszene beschäftigte sich am Freitag der Innenausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus bei einer Sondersitzung. Innensenator Frank Henkel (CDU) sagte: „Wir haben es hier mit einem der brutalsten und gefährlichsten Phänomene in der Stadt zu tun.“
Der 47 Jahre alte Rocker-Chef liegt in einem Krankenhaus und wird dort von der Polizei bewacht. Vor der Klinik haben Rocker Position bezogen, um ihren Chef zu schützen. Der Club hat nach eigenen Aussagen keine Ahnung, wer der Täter sein könnte, schloss aber einen Angriff aus den eigenen Reihen aus. „Das Motiv der Tat ist nicht clubintern, wie haben nicht die leiseste Ahnung, wer dahinter steht.“ Der Schütze konnte fliehen.
Die Ermittler befürchten weitere Straftaten in der Rockerszene. Sie hatten nicht ausgeschlossen, dass es sich um eine Auseinandersetzung innerhalb der Hells Angels handeln könnte. Auch eine Attacke seitens der verfeindeten Bandidos wird für möglich gehalten. Die Sondersitzung zur Rockerszene im Abgeordnetenhaus hatten Grüne, Linke und Piraten beantragt. Ihnen ging es vor allem um „teilweise fehlgeschlagene Razzien“ und das kürzlich verratene Verbot einer Hells Angels-Gruppe. Innensenator Frank Henkel (CDU) hatte Ende Mai eine Gruppe der Hells Angels verboten.
Dabei hatte die Polizei mit einem Maulwurf zu kämpfen. Bevor die Fahnder zuschlagen konnten, lösten die Hells Angels MC Berlin City ihren Club selbst auf. Die Polizei schließt aber auch nicht aus, dass die Rocker über einen Medienbericht von der Aktion erfahren hatten. Die amtierende Polizeipräsidentin Margarete Koppers erklärte vor dem Ausschuss, dass der Personenkreis, aus dem die vertraulichen Informationen weitergegeben worden sein könnten, sehr groß sei.
Von der Verbotsverfügung hätten im Vorfeld unter anderem Mitarbeiter der Polizeipressestelle, Mitarbeiter von Bundesinnen- und Justizministerium sowie der Innenbehörde in Brandenburg gewusst. Es sei weiter offen, ob die „sensiblen Informationen von einer oder mehreren Personen geflossen sind und wer davon zuerst Kenntnis erhielt – “Spiegel Online“ oder die betroffenen Motorradclubs.“
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