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Trauer in der Manege: Zirkus-Nashorn Tsavo ist gestorben

Tier war für die Artisten wie ein Familienmitglied - Krankheit vermutet - 05.03.2019 15:04 Uhr

Ein kleiner Trost ist zumindest, dass Tsavo in seinen letzten Tagen stabil und schmerzfrei war, wie seine Tierärztin verkündete. © Sina Schuldt/dpa


Seit Wochen hat der Circus Krone um ihn gebangt, nun ist die Trauer groß: Nashorn Tsavo ist tot. Der Nashorn-Bulle sei am Dienstag ohne langes Leiden innerhalb von Minuten gestorben, schilderte seine betreuende Tierärztin Christine Lendl der Deutschen Presse-Agentur in München. "Er war ein ganz souveränes Tier. Und so souverän hat er auch sein Leben beendet."

Obwohl letztlich sicher eine Erkrankung zugrunde gelegen habe, sei der Breitmaulnashorn-Bulle mit 45 Jahren sehr alt geworden. "Er hat seine Lebensspanne gut ausgeschöpft", sagte Lendl. Das rund zwei Tonnen schwere Tier hatte dem Circus Krone schon länger Sorgen bereitet, weil es wenig fraß und Durchfall hatte. Mehr als 300 Kilo nahm es dadurch ab. Mediziner hatten Tsavo daraufhin Mitte Februar aufwendig untersucht.

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Ein ungewöhnlicher Einsatz auch für die Feuerwehr, die mit Lufthebekissen und Gurten anrückte, damit das narkotisierte Tier in aufrechter Position untersucht werden konnte. Doch außer einer Verdickung an der Darminnenwand fanden die Fachleute letztlich nichts Konkretes. Was aber auch an der imposanten Größe eines Nashorns liegt. Denn mit Händen, Ultraschall und Endoskopen können die Tierärzte zwar "von den Seiten" in den Patienten "hineinschauen". "Doch in der Mitte ist eine knappe Tonne Tier nicht untersuchbar", erläuterte Lendl.

Die Fachtierärztin für Zoo- und Wildtiere ist dennoch überzeugt: "Da lag sicher irgendeine Erkrankung zugrunde, die wir nicht finden konnten." Sie vermute ein "mechanisches Hindernis" wie einen Tumor oder eine Darmverschlingung. Um die genaue Todesursache herauszufinden, wird der Kadaver nun in der Tierpathologie obduziert - was aufgrund der Größe Wochen dauern kann.

Für die Betroffenen vom Circus Krone sei Tsavos Tod wie der eines Familienmitglieds, sagte Lendl. Ihnen möge es ein Trost sein, dass Tsavo in den vergangenen Tagen stabil und schmerzfrei gewesen sei. "Er war gestern noch in der Sonne draußen, hat auf die Pfleger reagiert wie immer." Sprich: Während er denjenigen, die er weniger mochte, die kalte Schulter zeigte, ließ er sich von anderen genüsslich kraulen. 

dpa

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