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U-Bootunfall in Ägypten: Drei Deutsche tot

Touristen-Boot im Roten Meer gegen Korallenriff geprallt - 10.02. 13:00 Uhr

Kairo/Hurghada  - Die ägyptische Tourismusindustrie ist froh um jeden Urlauber, der trotz der politischen Unruhen ihr Land besucht. Ein tragischer Unfall mit drei deutschen Opfern schockiert jetzt die Menschen in Hurghada.

Eine dreiköpfige Familie aus Deutschland ist im Roten Meer ertrunken, als ein Glasboot gegen ein Korallenriff prallte und zersplitterte.
Eine dreiköpfige Familie aus Deutschland ist im Roten Meer ertrunken, als ein Glasboot gegen ein Korallenriff prallte und zersplitterte.
Foto: dpa

Es sollte ein fröhlicher Ausflug zu Korallen und bunten Fischen werden und endete als Tragödie. Während eines Ausfluges mit einem Glasboden-Tauchboot im Roten Meer sind ein Ehepaar aus Deutschland und ein neunjähriger Junge ertrunken. Nach Angaben der Polizei vom Freitag zersplitterte das Glas des Bootes, als es von einer Welle gegen ein Korallenriff gestoßen wurde. Das Unglück geschah am Donnerstag bei Sturm und starkem Wellengang. Neben der ägyptischen Besatzung waren insgesamt 16 Touristen an Bord: zwölf Deutsche und vier Schweizer.

Vier Deutsche wurden laut Polizeibericht später wegen Verletzungen behandelt, die sie sich zugezogen hatten, als sie aus der Öffnung des Tauchbootes herauskletterten. Nach unbestätigten Angaben ägyptischer Medien sind unter den Verletzten auch Angehörige des Kindes. Den Tod des Ehepaares schilderte die Polizei folgendermaßen: «Der 53 Jahre alte Mann konnte sich retten und blieb zunächst unverletzt. Doch als er merkte, dass seine Frau (51) noch in dem Boot war, tauchte er hinab, um sie zu retten, und starb ebenfalls.»

Seit Tagen wüteten hohe Wellen und Sandsturm



Das Boot mit dem Namen «Aquascope» war nach Angaben lokaler Medien an einem Strand in dem ägyptischen Badeort Hurghada gestartet und sollte die Urlauber in das Gebiet rund um die Insel Magawisch bringen. «Wir haben hier seit Tagen hohe Wellen und Sandsturm - vielleicht hätte das U-Boot bei diesem Wetter nicht in See stechen sollen», sagt der Betreiber einer Tauchschule, die zu einem der größeren Hotels in Hurghada gehört.

In einem ersten Bericht der ägyptischen Behörden hatte es geheißen, die drei Todesopfer seien ein Ehepaar und sein Sohn. Später stellte sich jedoch heraus, dass der Junge nicht mit den anderen beiden Todesopfern verwandt ist. Woher in Deutschland die Opfer kommen, war zunächst unklar. Das Auswärtige Amt hat sich nach eigenen Angaben in den Fall eingeschaltet. Der deutsche Generalkonsul informiere sich in Hurghada über den Stand der Ermittlungen.

Die Touristen hatten ihren Urlaub nach Informationen von Ägyptern in Hurghada in einem der günstigeren Hotels im Süden der Stadt verbracht. Wegen der politischen Unruhen in Ägypten meiden viele Urlauber derzeit das Land, weshalb die Preise für Pauschalreisen ans Rote Meer aktuell extrem niedrig sind.

Vor der ägyptischen Küste des Roten Meeres können Touristen Touren mit Glasbooten und Glasboden-Tauchbooten zu den Korallenriffen buchen, in denen man ähnliche Unterwasser-Erlebnisse hat wie Schnorchler und Taucher. Zu Beginn dieser Ausflüge werden in der Regel Schwimmwesten an alle Teilnehmer verteilt.

  



dpa

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