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Entscheidung gefallen: GfK zieht auf den Kohlenhof

Unternehmenszentrale soll bis Ende 2019 fertig sein - Engere Zusammmenarbeit - 15.10.2016 06:00 Uhr

Noch macht das Kohlenhof-Gelände in Nürnberg keinen besonders ansehnlichen Eindruck. Geht es nach der GfK, soll sich das aber bis Ende 2019 ändern: Dann will der Marktforscher dorthin umziehen. © Roland Fengler


Die internen Planungen für das Projekt laufen bereits, wie ein GfK-Sprecher Informationen aus Unternehmenskreisen auf Anfrage bestätigte. Der Marktforscher wird nicht selbst bauen, sondern als Mieter an den Kohlenhof ziehen. Eine entsprechende Absichtserklärung mit dem Grundstückseigner Aurelis, der Erlanger Sontowski-Tochter Pegasus Capital Partners und dem Kölner Projektentwickler und Investor Art Invest wurde am Freitag unterzeichnet. Die drei Partner werden für das Projekt ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, hieß es.

In dem neuen Bürogebäude sollen die bisherigen vier Standorte der GfK – Nordwestring, Bamberger Straße, Forchheimer und Schnieglinger Straße – zusammengefasst werden. Ziel sei es, so GfK-Finanzvorstand Christian Diedrich in einer Nachricht an die Mitarbeiter, "eine engere und bessere Zusammenarbeit zu ermöglichen, ein zeitgemäßes und attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen und gleichzeitig eine wirtschaftlich tragfähigere Lösung als bisher zu erreichen". Das bedeutet, dass das Unternehmen seine Kapitalbindung verringern und den bisherigen Hauptstandort am Ring – die einzige Immobilie, die der GfK gehört – nach dem Umzug veräußern will. Derzeit arbeiten in Nürnberg um die 2000 Menschen für die GfK, auf Vollzeitstellen umgerechnet nennt der Marktforscher die Zahl 1878.

Vorhaben platzte Mitte August

Mit der Entscheidung für das Kohlenhof-Areal endet eine monatelange Suche nach einem neuen Standort. Die GfK hatte bereits im Januar angekündigt, dass sie ihre Standorte zusammenlegen will. Auch die Immobilie war mit dem ehemaligen Quelle-Versandzentrum vermeintlich schon gefunden. Aber Mitte August platzte das Vorhaben, weil sich Immobilien-Entwickler Sontowski mit dem Eigentümer des Versandzentrums, dem portugiesischen Immobilienunternehmens Sonae-Sierra, nicht auf die Federführung des Projekts einigen konnte.

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Das Gelände am Kohlenhof, ein ehemaliges Gelände der Bahn, gilt als eines der letzten großen Gewerbeareale in Nürnberg, die neu genutzt werden können. Es war auch im Gespräch für den Bau des geplanten Konzertsaals. Der wird nun aber, so die Planungen, auf dem Parkplatz der Meistersingerhalle neben dem Ehrenmal entstehen. Die Fläche am Kohlenhof wird im Zuge des kreuzungsfreien Ausbaus des Frankenschnellwegs verkehrstechnisch neu erschlossen: Es wird eine neue Kohlenhofstraße geben, die in die Innenstadt führt.

Für die GfK ist damit eine zukunftsweisende Entscheidung gefallen. Doch noch sucht das Unternehmen einen neuen Vorstandsvorsitzenden, nachdem man beschlossen hat, sich vom bisherigen GfK-Chef Matthias Hartmann zum Ende des Jahres zu trennen. Grund waren Differenzen zwischen Hartmann und dem Großaktionär GfK Verein über die zukünftige Unternehmensstrategie. Auch hatte Hartmann die selbst gesteckten Ziele regelmäßig verfehlt. 

Josef Hofmann und André Fischer E-Mail

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