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Im Asylstreit geht es um nur noch 28 Flüchtlinge pro Tag

CDU und CSU loben den Kompromiss im Streit um die Ankerzentren - 06.07.2018 05:54 Uhr

Die Registrierung von Flüchtlingen soll in den geplanten Transitzentren stattfinden. © Boris Roessler/Archiv (dpa)


Wie viele Menschen wandern an der österreichischen Grenze illegal ein?

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres haben vergleichsweise wenige Flüchtlinge versucht, über Österreich nach Deutschland zu kommen. 2018 versuchten bislang 18.024 Menschen illegal einzuwandern, davon 4935 über Österreich. Das geht aus einer Auflistung der Bundespolizei hervor, die der Redaktion vorliegt. Rund 73 Prozent sind über andere Grenzen in die Bundesrepublik gelangt.

Warum ist diese Zahl wichtig?

An der Grenze zu Österreich finden lediglich 27 Prozent aller illegalen Übergänge statt. Da ein Großteil der Migranten andernorts die Grenze überquert, ist nicht schlüssig, warum in Bayern gleich drei Transitzentren entstehen sollen, von denen aus Menschen in das EU-Land abgeschoben werden, in dem sie von den Behörden zuerst registriert wurden.

Über welche Länder kommen noch illegal Migranten in die Bundesrepublik?

Österreich liegt auf dem Spitzenplatz. Daneben kamen 2039 Menschen über die Schweiz, 1622 über Frankreich und 1905 über die Tschechische Republik nach Deutschland. Auch in Belgien (857), Dänemark (815), Polen (789), den Niederlanden (627) und Luxemburg (80) überquerten einige die deutsche Grenze. In den See- und Flughäfen kamen weitere 591 beziehungsweise 3747 Menschen an. Bei 17 Migranten liegen der Bundespolizei keine Angaben vor.


Wie viele Migranten kommen täglich illegal nach Deutschland?

Seit Jahresbeginn sind es im Schnitt täglich etwa 119 Menschen, über Österreich 33.

Nimmt die Zahl der illegalen Einwanderungen zu oder ab?

Sie nimmt ab. Zählte die Bundespolizei im Januar noch 4114 Grenzüberquerungen, waren es im Mai nur noch 3271 Menschen. An der für Bayern relevanten Grenze zu Österreich waren es am Jahresanfang 1213, vier Monate später 862. Betrachtet man alleine den Monat Mai, kamen täglich rund 106 Menschen nach Deutschland, davon 28 über Österreich. Damit nahm die Zahl in ganz Deutschland um gut 20 Prozent ab, an der österreichischen Grenze sogar um 29 Prozent.

Wie viele Asylanträge waren erfolgreich - und wie viele nicht?

36 Prozent aller Asylanträge des laufenden Jahres wurden abgelehnt. 31 Prozent wurde nicht weiter bearbeitet, da der Bewerber seinen Antrag zurückgezogen hat oder eigentlich ein anderes EU-Land für die Bearbeitung zuständig ist. 16 Prozent erkannte das Bamf als Flüchtlinge an. 11 Prozent erhielten subsidiären Schutz. Sie erfüllen nicht die Voraussetzungen, um ihnen Asyl zu gewähren, im Falle einer Rückkehr in ihr Heimatland droht ihnen allerdings "hoher Schaden" - also Gewalt, Folter oder Tod. Für 5 Prozent der Antragsteller gilt ein Abschiebeverbot. Dieses greift dann, wenn eine Abschiebung gegen die Menschenrechte verstoßen würde oder die Person schwer krank ist.


Schatten über dem Bamf: Eine Chronologie der Skandale


  

KILIAN TRABERT

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