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Knobloch: Bekämpfung des Antisemitismus gescheitert

Ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden fordert "klugen Patriotismus" - 11.03.2018 16:24 Uhr

Charlotte Knobloch, die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden, konstatierte eine "braune Renaissance" in Deutschland. © Andreas Gebert/dpa


Knobloch verwies auf fast 1.500 antisemitischen Straftaten im vergangenen Jahr in Deutschland, die Schändung jüdischer Friedhöfe, Angriffe auf Synagogen und jüdische Gemeindehäuser sowie Hasstiraden in sozialen Netzwerken.

Knobloch betonte in ihrem Vortrag im Rahmen der Reihe "Düsseldorfer Reden" des Schauspielhauses, Deutschland sei ihre Heimat. "Ich liebe unser Land. Bis vor kurzem hätte ich hinter diese Aussage auch ein Ausrufezeichen gemacht, doch diese Gewissheit wankt." Es sei in Deutschland "überfällig, eine kluge Form von Patriotismus zu entwickeln", der kultur- und werteorientiert sei, forderte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

Die AfD überschreite Grenzen

Knobloch konstatierte eine "braune Renaissance" in Deutschland. Die AfD toleriere Antisemitismus und "überschreite die Grenzen des Sagbaren", erklärte sie. In Deutschland "gewöhne man sich bereits an Ungeheuerlichkeiten, die vor kurzem noch geächtet waren", kritisierte die ehemalige Zentralratspräsidentin. Die AfD werde "nichts Positives zu einer liebens- und lebenswerten Demokratie in Deutschland" beitragen.

Zugleich beklagte Knobloch auch den Antisemitismus linker Gruppen und von Muslimen. "Und auch in der Mitte der Gesellschaft ist der Schoß immer noch fruchtbar." Die politisch und gesellschaftlich Verantwortlichen, aber auch die Bürger dürften angesichts des Holocaust "nicht vergessen, wie schnell die dünne Decke der Zivilisation zerreißen kann", mahnte Knobloch. 

epd

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