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Natascha Kohnen: Warum die SPD auf die Richtige setzt

Die bayerischen Sozialdemokraten machen das Beste aus ihrer Situation - 13.11.2017 10:26 Uhr

Das Gesicht der bayerischen SPD für die Landtagswahl 2018: Natascha Kohnen. © Peter Kneffel/dpa


Natascha Kohnen soll die SPD also in die bayerische Landtagswahl im Herbst kommenden Jahres führen. Ziemlich sicher lässt sich bereits jetzt voraussehen: Eine Ministerpräsidentin wird aus der Spitzenkandidatin nicht werden: Bei gerade einmal 17 Prozent liegt die Partei in den jüngsten Umfragen, eine Machtoption ist nicht erkennbar. Es ließe sich somit argumentieren: Ist doch völlig egal, wen die SPD aufstellt.

Ganz so ist es aber nicht. Denn die Sozialdemokraten gehen mit der Nominierung Kohnens (endgültig entscheidet erst ein Parteitag im März 2018 über ihre Kandidatur) den richtigen Weg für ein achtbares Wahlergebnis - und zwar deshalb, weil Natascha Kohnen die größtmögliche Alternative zur CSU darstellt.

Das hat zwei Gründe: Zum einen ist die 50-Jährige eine Frau - und für viele Wähler kann das Geschlecht eines/r Spitzenkandidaten/in durchaus eine Rolle spielen. In der CSU mag zwar unsicher sein, wer die Partei in die Wahl führt, relativ sicher aber ist, dass es ein Mann sein wird. Zwar haben wohl die wenigsten Bürger/innen grundsätzlich ein Problem mit einem männlichen Politiker - wenn es aber immer nur ausschließlich männliche Politiker sind, die an die wirklich wichtigen Positionen kommen, dann kann dies Unmut hervorrufen.

Zum anderen zeigt sich die SPD als echte Mitmachpartei: Dass Natascha Kohnen Landesvorsitzende wurde, geht auf eine Abstimmung unter den Parteimitgliedern zurück. In der CSU ist solch ein Votum der Basis derzeit nicht vorstellbar: Bei den Machtkämpfen und Ränkespielen um die Nachfolge von Horst Seehofer werden Wähler und einfache Parteimitglieder nicht gefragt. 

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Natürlich: Für ein SPD-Sensationsergebnis wird die Personalie Kohnen sicher nicht reichen. Unterscheidbarkeit vom politischen Gegner ist ja kein Garant für Wahlerfolge. Aber: Fehlende Unterscheidbarkeit vom politischen Gegner ist ganz sicher ein Garant für eine Wahlniederlage - das haben die Sozialdemokraten ja erst bei der Bundestagswahl erfahren. Zumindest diesen Fehler hat die Bayern-SPD jetzt schon einmal vermieden. 

Manuel Kugler Politikredakteur E-Mail

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