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Nawratil-Affäre weitet sich aus: Bezirkskliniken schweigen

Vergabeverfahren zum zweiten Mal geändert - Kooperation mit bulgarischer Universität - 27.04.2018 05:41 Uhr

Die Vorwürfe um Helmut Nawratil, Chef der Bezirkskliniken Mittelfranken, weiten sich aus. Zwei weitere kritische Vorfälle wurden bekannt. © Montage: nordbayern.de


Bei der Vergabe für einen Sonderprüfauftrag zu den Vorwürfen gegen den seit Monaten umstrittenen Manager und zu den Missständen in den Kliniken hat der Bezirk nun im laufenden Bieterverfahren schon zum zweiten Mal die Teilnahmebedingungen geändert. Im Raum steht der Verdacht, dass einer Nawratil genehmen Wirtschaftsprüfungsfirma der Weg geebnet werden sollte und erst nach deutlichen Hinweisen aus dem Innenministerium davon wieder Abstand genommen worden ist. Das Beratungsunternehmen war bereits in früheren Jahren für die Bezirkskliniken tätig - aktuell eigentlich ein Ausschlusskriterium.

Zwischen der renommierten Wirtschaftsprüfungsfirma und Nawratil gab es obendrein persönliche Verflechtungen. Ein früherer Associate Partner und Teamleiter des Unternehmens wirkte später als Aufsichtsratsvorsitzender der NHX.Health Aktiengesellschaft im Landkreis Bamberg - Vorstand dieses Unternehmens: Helmut Nawratil.

Heikle Fragen sind zudem im Zusammenhang mit einer Kooperation der Bezirkskliniken mit der Medizinischen Universität im bulgarischen Varna an der Schwarzmeerküste aufgetaucht. Seit 2016 gibt es ein Stipendienprogramm für Studenten aus Mittelfranken, die sich im Gegenzug verpflichten, später für die Bezirkskliniken zu arbeiten.

Für die Betreuung dieser Studenten bekommt ein westfälischer Verein aus Ansbach Geld. Für diesen Verein war auch ein naher Verwandter Nawratils tätig. 

Sowohl die Bezirkskliniken als auch Bezirkstagspräsident Richard Bartsch (CSU) - er ist Vorsitzender des Kontrollgremiums des Kommunalunternehmens - wollen sich zu den jetzt bekanntgewordenen Vorkommnissen nicht äußern.  

Michael Kasperowitsch und Hans Peter Reitzner

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