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Noch vor Wahl: Söder will ÖPNV-Verhandlungen starten

365-Euro-Jahrestickets für München werden stark kritisiert - Keine Einigung - 12.09.2018 19:13 Uhr

Ministerpräsident Söder möchte bis 2030 in bayerischen Großstädten das sogenannte Wiener Modell für den ÖPNV einführen, bei dem das gesamte Streckennutz für einen Euro pro Tag genutzt werden kann. © dpa


Noch vor der Landtagswahl am 14. Oktober wollen die Stadt München, die umliegenden Landkreise und die Staatsregierung über die Einführung eines neuen Tarifsystems im ÖPNV beraten. "Nach der neu aufgeflammten Diskussion um die geplante Tarifreform im Münchner Verkehrsverbund wollen wir alle Beteiligten mit dem Freistaat an einen Tisch bringen und zur Lösung des Konflikts zwischen Landeshauptstadt und Umland beitragen", teilte die Staatskanzlei am Mittwoch in München mit. Ziel sei es, die Attraktivität des ÖPNV durch das 365-Euro-Jahresticket zu erhöhen.

Im Mobilitätsausschuss des Landkreises München gab es am Mittwoch keine Einigung über die geplante Reform. Zahlreiche Gemeinden hatten die Pläne als ungerecht abgelehnt, weil ihre Bürger mehr als bisher für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zahlen müssten. Im Ausschuss hieß es, man wolle zeitnah eine Reform auf den Weg bringen. Zuvor seien aber noch weitere Untersuchungen und Nachbesserungen nötig, sagte eine Landkreissprecherin. Zudem gehe der Ausschuss davon aus, dass der Freistaat eventuelle Mehrkosten der Reform übernehmen werde. Einen Zeitplan gab es dafür am Mittwoch noch nicht.

Debatte über die beschlussreife Tarifreform entbrannt

In der vergangenen Woche hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Vorschlag ins Spiel gebracht, bis 2030 in München und anderen bayerischen Großstädten das sogenannte Wiener Modell für den Öffentlichen Personennahverkehr einzuführen. Dieses sieht vor, dass das gesamte Streckennetz für ein Euro pro Tag genutzt werden kann.

In der Folge ist zwischen der Stadt München und den Landkreisen im Verkehrsverbund die Debatte über die beschlussreife Tarifreform neu entbrannt. Diese sollte eigentlich ab Juni 2019 gelten und sieht eine Vereinfachung der komplizierten Tarifzonen vor. In einigen Landkreisen stößt die Reform jedoch auf Ablehnung, weil die Kosten für eine Fahrt in die Münchner Innenstadt dadurch teurer würde.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte sich bereits am Dienstag grundsätzlich gesprächsbereit für den Söder-Vorschlag gezeigt. Er betonte aber auch, dass für "vage Gedankenspiele des Ministerpräsidenten zu einem 365 Euro Ticket ab dem Jahr 2030" die jetzige Reform nicht einfach aufgegeben werden sollte.

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dpa

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