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Nordkorea testet trotz Verboten erneut ballistische Rakete

Flugkörper stürzte nach 60 Kilometern ins Japanische Meer - 05.04.2017 14:37 Uhr

TV-Nachrichten über den nordkoreanischen Raketentest. Entgegen mehrerer UN-Resolutionen treibt die kommunistische Führung in Pjöngjang das Atomprogramm des Landes voran und entwickelt Raketen, die nicht nur Südkorea und Japan, sondern auch die US-Küste erreichen sollen.

TV-Nachrichten über den nordkoreanischen Raketentest. Entgegen mehrerer UN-Resolutionen treibt die kommunistische Führung in Pjöngjang das Atomprogramm des Landes voran und entwickelt Raketen, die nicht nur Südkorea und Japan, sondern auch die US-Küste erreichen sollen. © Lee Jin-Man/AP/dpa


Einen Tag vor dem geplanten Treffen der Präsidenten Chinas und der USA hat Nordkorea im Streit um sein Atomprogramm militärische Macht demonstriert. Nordkorea habe am Mittwoch nahe Sinpo an der Ostküste eine ballistische Test-Rakete in Richtung offenes Meer abgefeuert, teilte der Generalstab der südkoreanischen Armee mit. Nach einem Flug von etwa 60 Kilometern sei sie ins Japanische Meer (Ostmeer) gestürzt. Auch das US-Militär bestätigte den Start. Nach Angaben des US-Pazifikkommandos handelte es sich vermutlich um eine Mittelstreckenrakete des Typs KN-15. Eine solche Rakete hatte Nordkorea trotz UN-Verboten im Februar getestet. 

US-Außenminister Rex Tillerson reagierte auf "den weiteren Start einer Mittelstreckenrakete" knapp: "Die USA haben genug über Nordkorea gesagt." Es gebe keine weiteren Äußerungen. Tillerson hatte im März bei einem Besuch in Südkorea gesagt, dass sich die USA im Konflikt mit Nordkorea alle Optionen offen hielten. 

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Der Konflikt mit dem kommunistischen Regime in Pjöngjang wird nach Angaben des Weißen Hauses auch ein Schwerpunkt des ersten Treffens von Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping am Donnerstag und Freitag in den USA sein.

Das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas sei für Trump und die US-Regierung eine Angelegenheit von hoher Dringlichkeit, man wolle gern gemeinsam mit China daran arbeiten, hieß es. Trump hatte kürzlich in einem Interview gesagt, notfalls würden die USA das Problem Nordkorea allein und ohne China lösen

China rief zu einer Deeskalation der Lage auf. Alle Parteien sollten sich zurücknehmen und "nichts unternehmen, um die gegenwärtige intensive Situation zu verschärfen", sagte Hua Chunying, Sprecherin des Pekinger Außenministeriums, am Mittwoch. China unternehme seit langer Zeit große Anstrengungen, um eine Lösung für die Probleme der nordkoreanischen Halbinsel zu finden. Peking wolle gemeinsam mit allen beteiligten Staaten daran arbeiten, eine Denuklearisierung herbeizuführen, um Frieden und Ordnung in der Region zu sichern.   

Japan protestierte gegen den erneuten Raketentest des Nachbarlandes. In Südkorea kam der Nationale Sicherheitsrat zusammen. Seoul wolle auf jede weitere Provokation Nordkoreas einschließlich eines weiteren Atomtests mit Härte reagieren, hieß es danach in einer Erklärung. Südkoreas Außenministerium warf Pjöngjang vor, mit seiner jüngsten Provokation den UN-Sicherheitsrat herauszufordern. Das Raketen- und Atomprogramm Nordkoreas wird in der Region als große Bedrohung gesehen. 

Entgegen mehrerer UN-Resolutionen treibt die nordkoreanische Führung unter Machthaber Kim Jong Un das Atomprogramm des Landes voran und entwickelt Raketen, die neben Südkorea und Japan auch die US-Küste erreichen sollen. Nach Einschätzung von Experten bereitet das Land einen weiteren Atomtest vor, bisher hatte es fünf solcher Tests unternommen.

Ob der jüngste Raketentest durch Nordkorea ein Erfolg war, müsse noch analysiert werden, hieß es aus Militärkreisen in Südkorea. Als Nordkorea im Februar eine auch als Pukguksong-2 bekannte Rakete des Typs KN-15 getestet hatte, flog diese nach südkoreanischen Angaben etwa 500 Kilometer weit in Richtung Japans Küste. Nordkorea hatte erklärt, dass diese Rakete einen atomaren Sprengkopf tragen könne. 

Anfang März hatte das Land erneut mehrere Testraketen bis in die Nähe der japanischen Küste geschossen. Ballistische Raketen sind in der Regel Boden-Boden-Raketen, sie können aber auch von U-Booten abgefeuert werden. Sie befördern je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder sogar atomare Sprengköpfe ans Ziel.  

dpa

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