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Spahn will höhere Sozialabgaben für Kinderlose

"Eltern ziehen künftige Beitragszahler groß und sichern so die Zukunft" - 09.11.2018 16:26 Uhr

Bundesgesundheitsminister Spahn will höhere Sozialabgaben für Kinderlose. (Archivbild) © Max Kohr/WDR/dpa


Es gehe dabei um eine Frage der Gerechtigkeit, schrieb der Politiker in einem Gastbeitrag für die "Südwestpresse" und die "Märkischen Oderzeitung" (Freitag). "Eltern ziehen künftige Beitragszahler groß und sichern das System so für die Zukunft."

Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) lehnte Spahns Vorschlag als "schräge Idee" ab. Spahn bezeichnete sich selbst als einen "Kinderlosen, der bereit ist, finanziell mehr zur Zukunftsfähigkeit des Systems beizutragen", das in eine finanzielle Schieflage geraten sei. Eltern hingegen müsten abhängig von der Zahl ihrer Kinder von Einzahlungen in die Rentenkasse entlastet werden.

Gleiches gelte für die Pflegeversicherung. Der Beitragssatz für die Pflegeversicherung liegt für Kinderlose bereits 0,25 Prozentpunkte höher als für Versicherte mit Kindern. Dieses Grundprinzip sei richtig und vorbildlich. "Aber auch da ginge mehr", schrieb Spahn.

Die Politik müsse "die Dinge jetzt generationengerecht gestalten", forderte der Minister, der im Dezember für den Vorsitz der CDU kandidiert. "Sonst werden die immer weniger Jungen des übernächsten Jahrzehnts Wege finden, ihre finanzielle Überlastung abzuschütteln oder zu umgehen."

Bundessozialminister Heil wies Spahns Vorschlag ab. Es sei "mehr als eine schräge Idee, Kinderlose zu bestrafen, zumal die Kinderlosigkeit in vielen Fällen ungewollt ist", erklärte er. Ihm gehe es stattdessen darum, Familien zu unterstützen. "Wenn wir die finanzielle Basis der Rentenversicherung stärken wollen, sollten wir lieber über einen höheren Rentenversicherungsbeitrag für sehr reiche Menschen nachdenken", sagte der SPD-Minister.

 

epd

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