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Staatsregierung will 80-Cent-Jobs für Flüchtlinge

Angebot für Menschen mit unsicherer Bleibeperspektive - 09.07.2018 18:34 Uhr

Menschen mit unsicherer Bleibeperspektive sollen zukünftig in 80-Cent-Jobs arbeiten können. © Christoph Schmidt (dpa)


Für Migranten mit unsicherer Bleibeperspektive sollen in Bayern 5000 Arbeitsmöglichkeiten entstehen. Vertreter der Staatsregierung, der Wirtschaft und der kommunalen Spitzenverbände unterzeichneten am Montag in München eine Erklärung im Rahmen der ersten Bayerischen Integrationskonferenz. Nach dem Vorbild der 1-Euro-Jobs sollen die Asylbewerber bei diesen Jobs für 80 Cent die Stunde arbeiten können.

Dies sei aber keine Vorstufe der Integration in den Arbeitsmarkt, sagte der Chef der bayerischen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Ralf Holtzwart. Es gehe vielmehr darum, eine sinnvolle Beschäftigung anzubieten und den Tag zu strukturieren. Nicht unterschrieben wurde die Erklärung von den Wohlfahrtsverbänden.

Wirtschaft will leichteren Zugang zu Ausbildung

Der Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege, Michael Bammessel, kritisierte die Bedingungen. Die Menschen könnten in Einrichtungen wie Sozialkaufhäusern zwar beschäftigt werden. Es müsse aber auch die Mittel geben, um sie bei dieser Tätigkeit zu betreuen. Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages, forderte zudem eine großzügige Regelung für Jugendliche, die eine Berufsintegrationsklasse nach zwei Jahren verlassen, aber wegen ihres unsicheren Bleibestatus keine Ausbildung anfangen dürfen.

Wenn einer für seinen Lebensunterhalt aufkommen könne, dürfe ihm der Weg nicht schwer gemacht werden, sagte Driessen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) versprach: "Wir schauen uns jeden Einzelfall an". Dies gelte auch für Migranten, die schon gut in ihrem Arbeitsplatz integriert seien. Im Einzelfall sei es möglich, von einer Abschiebung abzusehen, das könne man aber nicht verallgemeinern.


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dpa

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