Samstag, 17.11.2018

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2,5-Millionen-Kita in Gersdorf wurde eingeweiht

"Nicht kleckern, sondern klotzen", sagt Landrat Armin Kroder - 20.04.2018 20:49 Uhr

Kita-Leitung Birgit Schmidt und Bürgermeister Joachim Lang sind von der neuen Kita begeistert. © Herold


"Diese Kita ist ein Meilenstein in der Kindererziehung", sagte Bürgermeister Joachim Lang: "Wir können als gesamte Gemeinde stolz auf dieses Projekt sein."

In der Kita werden Kinder im Alter zwischen null und sechs Jahren untergebracht, die in vier Gruppen mit rund 25 Kindern aufgeteilt sind: Wölkchen-, Sternchen-, Sonnen- und Mondgruppe. Jeder Gruppenraum ist mit einer modernen Küche, viel Platz zum Spielen und Betten ausgestattet. Zudem steht der Kita ein großer Turnraum mit Bühne und flexiblen Wänden zur Verfügung. Viele, große Fenster sorgen für eine angenehme Beleuchtung.

Bezug nach draußen

"Wir haben versucht, das Thema des Sterns in den Bau zu integrieren. Die Fenster werfen Licht aus allen Himmelsrichtungen in die Räume. So haben die Kinder immer den Bezug nach draußen", sagte Architekt Jens Gömmel und gab einen Einblick in die Planungsarbeit. Im Laufe dieser habe sich der Außenbereich deutlich vergrößert. Die Kinder können dort auf einem Klettergerüst, einer Rutsche, einem Fußballplatz und vielem mehr spielen.

Der Außenbereich ist allerdings noch nicht komplett fertig gestellt. "Der harte Winter hat auch uns zuschaffen gemacht. Auch an der Fassade werden wir noch arbeiten."

Probleme bei den Bauarbeiten machte auch der Gersdorfer Lehmboden. "Das war mit das Schlimmste, was ich je erlebt habe", gab Gömmel zu: "Es heißt ja ‚Man wächst an seinen Aufgaben‘. Ich wuchs auch bei jedem Baustellenbesuch, weil zwei Zentimeter Lehm an meinen Sohlen klebten."

Der Außenbereich der Kita wurde aufgrund des harten Winters noch nicht fertiggestellt. © Herold


„War eine anstrengende Zeit“

Am Endergebnis änderte das allerdings nichts. Für Landrat Armin Kroder ist die Kita "eines der schönsten Bauwerke des Landkreises". Komfort hat allerdings auch seinen Preis: Fast 2,5 Millionen Euro habe die Kita gekostet, wie der Bürgermeister berichtete. Knapp die Hälfte würde der Freistaat Bayern übernehmen. "Wenn wir nicht in die Kinder investieren, wo dann?", rechtfertigte er die hohen Ausgaben.

Er lobte zudem den Zusammenhalt in der Gemeinde und die Umgangsform untereinander. Damit spielte er vor allem auf die Diskussionen 2015 an. Im Frühjahr wurde damals der erste Architekt wegen steigender Kosten entlassen. Das Architekturbüro Gömmel und Wieland übernahm und stellte den Gemeinderäten vier Varianten vor: Sanierung, Ergänzung, Erweiterung und Neubau.

Die Kita-Kids sangen und stellten die neuen Räume mit kleinen Gedichten vor. Danach freuten sie sich über ihre Belohnung: Eis. © Herold


Die Gemeinderäte haben sich letztlich für die dritte Variante entschieden: Der ältere Gebäudeteil wurde abgerissen und neu gebaut, während der neuere Bestandteil renoviert wurde. „Sicherlich gab es unterschiedliche Meinungen, doch ich denke, wir haben eine Lösung gefunden, mit der jeder zufrieden sein kann", fügte Lang hinzu.

Klotzen statt kleckern

Kroder fasste die Entscheidungsfindung und den Bau passend zusammen: "Der Gemeinderat hat sich entschieden, an der der Stelle richtig Gas zu geben. Nicht kleckern, sondern klotzen."

Über diese Herangehensweise dürften sich allen voran zwölf Erzieherinnen und ein Erzieher freuen. Ein Jahr hielten sie die Kita in einem Containerdorf am Fußballplatz am Laufen. "Es war eine oft anstrengende Zeit", gab Leiterin Birgit Schmidt zu.

Im Zuge der schwierigen Umstände forderte Kroder mehr Geld und Anerkennung für Erzieher: "Wenn jemand sagt, dass er Erzieher ist, sollte die Runde vor Ehrfurcht schweigen." Dieser Aspekt konnte die allgemeine Freude bei der Einweihung allerdings nicht trüben. 

Lukas Herold

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