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Ärger um Mehrzweckhalle: Bau soll 10 Millionen Euro kosten

Pläne des Architektenbüros sorgen im Stadtrat für Irritationen - 14.07.2018 16:03 Uhr

Der Eingangsbereich der geplanten Dreifachsporthalle, die auch als Mehrzweckhalle, etwa für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden kann. Wenn im Mai nächsten Jahres mit dem Bau begonnen wird, könnte die Halle bereits im Herbst 2020 fertig sein. © Baurconsult


Die Altdorfer können im November 2020 eine neue Mehrzweckhalle an der Grundschule eröffnen. Die geplanten Kosten von 10 Millionen Euro sorgen nun allerdings für Unmut. So viel Geld? Die Mitglieder des Stadtrats hatten mit deutlich niedrigeren Kosten gerechnet, nachdem sie vor einigen Wochen in Rothenburg gemeinsam eine nahezu baugleiche Mehrzweckhalle, ebenfalls von Baurconsult errichtet, besichtigt hatten.

Das dortige Gebäude gefiel den Altdorfern in seiner Funktionalität ebenso wie in seiner äußeren Gestaltung. Rothenburg baute diese Halle für rund 7,9 Millionen Euro. Warum soll das Gebäude in Altdorf so viel teurer werden? Diese Frage mehrerer Stadtratsmitglieder mussten Architekt Jochen Hinz und Projekt-Steuerer Florian Botschafter vom Planungsbüro Drees und Sommer nun vor dem Gremium beantworten.

Extreme Kostensteigerung

Cordula Breitenfellner (FW/UNA) bezeichnete es als "erstaunlich", dass eine nahezu identische Halle vor anderthalb Jahren noch mit 7,9 Millionen Euro abgerechnet wurde und jetzt in Altdorf fast zehn Millionen kosten soll. "Das ist doch eine extreme Kostensteigerung", so die Altdorfer Architektin.

Die hat ihre Ursachen auch darin, so die Antwort ihres Berufskollegen Hinz, dass die Ausschreibung für die Rothenburger Halle schon 2014 erfolgte. Die Baupreise seien damals deutlich niedriger gewesen als heute, jährlich sehe man Kostensteigerungen von rund vier Prozent. "Hinzu kommt, dass es in Rothenburg eine ganz andere Umgebungssituation gibt", sagt Hinz. Dort konnte man "frei" bauen, in Altdorf dagegen müssen umstehende Gebäude abgesichert werden.

Entscheidung ist Kompromiss

CSU-Fraktionschef Thomas Kramer ist zwar mit der vorgelegten Planung rundum zufrieden, meldete aber ebenfalls Bedenken wegen der hohen Kosten an, woraufhin sein Kollege Martin Tabor von der SPD daran erinnerte, dass alle Fraktionen außer der SPD ja eine Mehrzweckhalle wünschten: "Ihr habt das bestellt, jetzt müsst ihr das bezahlen." Die SPD befürchtet, dass wegen dieser Halle eine neue Stadthalle für Altdorf wohl nicht mehr realisiert wird und hadert immer noch mit dem Stadtratsbeschluss, auf eine Stadthalle im Gewerbegebiet an der Nürnberger Straße zu verzichten.

Für Bürgermeister Erich Odörfer ist die von Baur Consult vorgelegte Planung "insgesamt eine Kompromisslösung". "Die haben wir auch so gewollt", betonte der Rathauschef, eine Halle also für die Schule wie für die Vereine und für Veranstaltungen.

Dem stimmt Margit Kiessling (Grüne) zu. Sieht trägt den Kompromiss gerne mit, "der ist sehr gut". Auch deshalb, weil man in der Mehrzweckhalle größere Veranstaltungen durchführen kann.

Platz für 420 Zuschauer

Wie schon im Bauausschuss im Mai stellte Jochen Hinz die Pläne für die Mehrzweckhalle in einem 3-D-Durchgang vor. Das Bauwerk ist groß, 23 Einfamilienhäuser finden in dem umbauten Raum Platz. Bei der Gestaltung der Halle arbeiten die Planer mit hellen Materialien, verwenden viel Glas und im Inneren einen Materialmix.

Das Gebäude ist exakt in das Grundstück des Verkehrsübungsplatzes eingepasst und wird quasi mit einem Geschoss in den Boden eingegraben. Erschlossen wird es über ein Foyer und hat auf ausziehbaren Tribünen Plätze für 420 Zuschauer. Mit zusätzlicher Bestuhlung bietet die Halle dann Platz für bis zu 600 Personen. Aufgebaut werden kann auch eine Bühne, die aus mobilen Teilelementen zusammengestellt wird. Es gibt eine Küche und einen Ausschank-Kiosk, kurzum: Die Halle kann auch für kulturelle oder andere Veranstaltungen genutzt werden. 

Alex Blinten

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