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Bürgerinitiative warnt: Stromtrassen sind nicht vom Tisch

Trassenvarianten mit Endpunkt Ludersheim stehen wieder im Netzentwicklungsplan - 16.10.2017 20:56 Uhr

Das Umspannwerk in Ludersheim ist im neuen Netzentwicklungsplan Knotenpunkt für mehrere Trassenvarianten. © Blinten


Tatsächlich ist in Altdorf derzeit Ruhe eingekehrt, wenn es um Stromtrassen geht.

Mit dazu beigetragen haben sicher auch die Hinweise von MdL Norbert Dünkel, dass eine Trasse P44 mod faktisch vom Tisch sei. Wirtschafts- und Energiestaatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU) allerdings äußert sich dazu ganz anders: "Die energiepolitische Vereinbarung vom 1. Juli 2015 gilt nach wie vor", sagte er anlässlich der Eröffnung der Thüringer Strombrücke. Diese Vereinbarung sieht vor, den Netzknotenpunkt am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld bei Schweinfurt zu entlasten. Dafür wiederum wird eine der P44 mod Varianten gebraucht. Entlang der P44 mod Trassen-Varianten gibt es Widerstand. Die Bürgermeister der Landkreise Lichtenfels, Kulmbach, Bamberg, Kronach, Hof und Forchheim lehnen den Bau weiterer Stromtrassen in ihrer Region ab.

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Der Netzbetreiber Amprion plant eine rund 450 Kilometer lange Hochspannungsleitung von Sachsen-Anhalt bis ins schwäbische Meitingen. Ursprünglich verlief der bevorzugte Trassenkorridor quer durch Ober- und Mittelfranken sowie durch die Oberpfalz. Im Juni 2015 präsentierte Wirtschaftsminister Gabriel einen neuen Verlauf.


Widerstand gibt es auch entlang der urspünglichen Variante der P44 in den Landkreisen Schweinfurt und Hassberge. MdB Anja Weisgerber (CSU) sieht hier in den Alternativtrassen eine akzeptable Lösung. Während die P44 in "schützenswerte und unberührte Kultur- und Erholungslandschaften" eingreifen würde, würden die Alternativtrassen bestehenden Trassenverläufen folgen. Bei einem Endpunkt Ludersheim wären die Belastungen folglich geringer, so die Position der Bundestagsabgeordneten.

Dörte Hamann wünscht sich, dass das Thema P44 mod auch in den hiesigen Rathäusern zur Sprache kommt, in Altdorf wie auch in Leinburg, dessen Bürgermeister in Sachen Stromtrassen auffällig zurückhaltend sei. Die Stadt Altdorf hat sich klar positioniert: Der Netzentwicklungsplan 2030 verstoße gegen demokratische Grundrechte, schreibt Bürgermeister Erich Odörfer an die Bundesnetzagentur. Altdorf fordert deshalb den sofortigen Planungsstopp. Darüber hinaus müsste die Stadt aber deutlich aktiver werden, kritisieren die BIs gegen die Stromtrassen. "Das dringend notwendige öffentliche politische Zeichen am P44 mod-Endpunkt Ludersheim fehlt, und das ist schlecht", stellt Hamann fest.

Nachdem weite Teile der Öffentlichkeit also davon ausgegangen waren, dass die hiesige Region von neuen Trassen verschont bleiben würde, stehen modifizierte Trassenvarianten mit Endpunkt Ludersheim also wieder im Netzentwicklungsplan. "Totgesagte leben länger", kommentiert das Dörte Hamann. 

Alex Blinten

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