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In den bisherigen Workshops wurden die zentralen Handlungsfelder abgesteckt, so dass nun in absehbarer Zeit die ersten Schritte zur Umsetzung angegangen werden können. Weisenberger hatte wieder ausgezeichnete Vorarbeit geleistet und regte mit den vorbereiteten Leitlinien zur Diskussion an. Diese Leitthemen sollen vorgeben, welchen Weg man einschlagen will. In Altdorf, das hätte sich bei der Erarbeitung der Handlungsfelder gezeigt, gebe es eine Menge an Angeboten. Das wäre nicht schlecht, aber bisher sei es nicht gelungen, diese vorhandenen Stärken auch transparent zu machen. Deswegen, so Weisenberger, sei die Sicherung und der Ausbau der vorhandener Potenziale oberstes Gebot.
Man müsse die Wahrnehmung für die Stärken des Altdorfer Angebots fördern, schlummernde Potentiale wecken; durch ein Miteinander aller Kräfte Synergien erkennen; Neues entdecken und gemeinsam entwickeln. Wichtig vor allem: „Die Sicherung und Entwicklung des Innenstadthandels hat höchste Priorität.“ In dieser Frage war sich die Runde einig: in Altdorf gibt es tatsächlich genügend Potenzial, das aber teilweise geweckt werden muss. Die in diesem Zusammenhang angesprochenen Ladenleerstände, so Weisenberger, kämen aber nicht von heute auf morgen, sondern hätten jeweils eine Geschichte. Er machte deutlich, dass „gute Läden“ da sind, „innovativ und jung geblieben, die sich organisiert und weiter entwickelt haben.“ Eine weitere wichtige Leitlinie sei die Entwicklung einer Marke Altdorf.
Altdorf, so seine Auffassung, brauche eine bessere Vermarktung nach Außen. Wichtiger Träger sei eine klare Identität und die Frage, für was soll das Altdorfer Gewerbe stehen?Nach der „Markenfindung“ müsse kurzfristig eine strategische Umsetzung erfolgen. Für Weisenberger bedeutet eine „Marke“ Erlebnis. Fazit: „Der Aufenthalt im Zentrum der Stadt muss ein positives Erlebnis werden, mit einem „inneren Zwang“ zum Wiederkommen.“
Das Thema Wallenstein und ehemalige Universität sei eine tolle Geschichte, aber es reiche nicht, dies nur alle drei Jahre ins Gedächtnis zu rufen, wenn die Festspiele stattfinden. „Wallenstein muss aus meiner Sicht täglich präsent sein.“ Das meine er mit einer Marke. Auf jeden Fall müsste die Marke ein richtiges Alleinstellungsmerkmal sein. Jeder der nach Altdorf komme, müsse nachher sagen: „Das ist toll.“ Und dieses Alleinstellungsmerkmal, ergänzte Alexander Hommel, müsse immer im Vordergrund stehen. E
in gutes Beispiel, merkte Weisenberger an, sei Feucht. Hier sei es gelungen das Zeidelwesen als Alleinstellungsmerkmal zu positionieren. Es müsse aber auch gelingen, den Altdorfern selbst ins Gedächtnis zu hämmern, was sie eigentlich an Altdorf haben, welch tolles Angebot hier vor Ort und wie gut der Service sei. Es müsse das Ziel der gemeinsamen Anstrengungen sein, nach der Umbauphase des Marktplatzes, die zweifellos Einbußen brachte, Kunden zurückzugewinnen.
Harald Moeller bekräftigte dies und meinte: „Wir brauchen mehr Kunden aus dem weiteren Umland.“ Probleme aber sieht er bei den Handlungsfeldern Verkehr und Städtebau. Zwar habe die Aufenthaltsqualität durch den Marktplatzumbau erheblich gewonnen, weniger gut sei das Parkleitystem. Seine Feststellung: „Die Leute finden die Parkplätze nicht.“
In diese Richtung wollte Weisenberger die Diskussion aber nicht laufen lassen. Unstrittig sei, dass man einiges verbessern könne, aber das sei nicht das wichtigste Problem. Dafür wären andere zuständig. „Lassen Sie uns an den Kernproblemen arbeiten.“
In Altdorf gebe es kein Parkplatzproblem. Wenn jemand davon spreche, dann sei dies eine Fehleinschätzung. Fakt sei für ihn, dass die Angebote da wären, der Kunde aber die nicht finde. Er zeigte sich überzeugt, dass die Kunden auch kommen, wenn sie wissen, wo es die tollen Angebote gibt.
Weisenberger machte aber auch deutlich, dass der Handel nicht von sich allein lebt, sondern auch andere Strukturen benötigt wie z.B. eine lebendige Innenstadt und ein gutes kulturelles Angebot. Ein weiteres Ziel muss die Erweiterung und Abschöpfung des Marktgebietes des Altdorfer Einzelhandels sein.
Der Experte machte deutlich, dass die strategischen Prognosen bestenfalls zur Stagnation führen. „Altdorf benötigt aber eine verbesserte Potenzialgrundlage. Dies kann nur durch Marktgebietserweiterungen und bessere Abschöpfung des dann vorhadnenen Potenzials geschehen.“
Eine weitere Leitlinie ist die Sicherung und der Ausbau der Nahversorgung. „Nahversorgung muss bestmöglich fußläufig erfolgen können. Je nach Verfügbarkeit von Flächen muss zumindest eine gute Erreichbarkeit garantiert sein. Neuansiedlungen sind daneben immer nach der Gesamtwirkung für den bestehenden Handel und mit den Interessen der Bevölkerung (Versorgungsauftrag) abzuwägen.“
Weisenberger zeigte die bisher erarbeiteten Handlungsfelder auf: Angebotspräsenz, Angebotsstruktur, Laden- und Flächenmanagement, Verkehr, Aufenthaltsqualität und Städtebau. Er plädierte dafür, sich in diesem Arbeitskreis auf die Kernkompetenzen zu begrenzen und das wären in diesem Fall die Gewerbethemen. Die Ergebnisse der Punkte Verkehr, Aufenthaltsqualität und Städtebau sollte man als wichtigen fachlichen Input für Stadtrat, Verwaltung und Fachgutachter sehen. Baustellen für diesen Arbeitskreis wären Angebotspräsenz, Angebotsstruktur sowie laden- und Flächenmanagement.
An drei Tafeln hefteten dann die Geschäftsleute und Gewerbetreibenden Zettel mit ihren Vorschlägen, die Weisenberger nun kanalisiert und dann beim nächsten Workshop in konkrete Empfehlungen zusammenfasst.

