Donnerstag, 15.11.2018

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Keine Bebauung an der Hagenhausener Straße

Wohnraum in Altdorf bleibt somit knapp - Satire-Demo am Samstag geplant - 26.07.2018 12:46 Uhr

Idyllisch-grüner Stadtrand: Hier, wenn man aus Altdorf herausfährt rechter Hand, sollte ein Baugebiet entstehen. Weil nicht alle Grundeigentümer ihre Grundstücke dafür verkaufen wollen, ist das Vorhaben jetzt vom Tisch © Blinten


Es ist das klassische Dilemma zwischen dem Bemühen, Wohnraum zu schaffen und dem Bestreben, Natur zu erhalten und das Stadtbild nicht zu zerstören. Gerade der Stadtrand Richtung Hagenhausen ist sehr ansprechend, Wald auf der linken Seite, wenn man aus der Stadt herausfährt, Felder, Wiesen und Hecken auf der rechten Seite. Und hier hätten Doppel- und Reihenhäuser entstehen sollen, wenn denn alle Grundeigentümer bereit gewesen wären, ihren Grund zu verkaufen. Zwei sagen allerdings: Derzeit brauchen sie das Geld nicht.

"Wir haben nichts"

Odörfer sieht Altdorf in der Klemme: "Alle Kommunen weisen Baugrund aus, nur wir haben nichts", klagte er im Stadtentwicklungsausschuss. Völlig zu Unrecht aus Sicht der Grünen, die eine Bebauung an der Hagenhausener Straße rundweg ablehnen. Als Eckart Paetzold in diesem Zusammenhang auf das Ziel der Stadt hinwies, den Bevölkerungszuwachs für die kommenden Jahrzehnte auf 1000 Menschen zu begrenzen, hielt ihm Odörfer entgegen, dass mit den jetzt schon ausgewiesenen Flächen kein Zuwachs von 1000 Menschen in Altdorf erreicht wird.

Ohne wenn und aber spricht sich CSU-Fraktionschef Thomas Kramer für eine Bebauung an der Hagenhausener Straße aus. Für ihn ist es unsozial, keinen Baugrund auszuweisen. Das knappe Gut wird immer teurer, mit den Bodenpreisen steigen auch die Mietpreise. Deshalb sein Appell im Ausschuss: "Dieses Areal sollte möglichst schnell vernünftig bebaut werden." Während sich Dr. Peter Wack (FW/UNA) dem anschließt, meldet Dr. Johann Pöllot (CSU) Bedenken an. Ihm gefällt eine Bebauung am Stadtrand Richtung Hagenhausen überhaupt nicht. Vielmehr sieht er hier einen drohenden Wildwuchs, dem er nicht zustimmen kann. "Schade, dass es mit Altdorf-Nord so lange dauert", bedauerte er.

"Auf Zuruf"

Dass in Altdorf wie auch in anderen Kommunen dringend Wohnraum gebraucht wird, sieht auch Ernst Bergmann (SPD). "Aber wir machen Stadtentwicklung auf Zuruf." Bergmann mahnte planvolleres Vorgehen an. Horst Topp (Grüne) war einer Meinung mit Pöllot. Auch er sprach von drohendem Wildwuchs an der Hagenhausener Straße. "Das ist nicht gut für das Stadtbild." Während sich aus allen Fraktionen Skeptiker äußerten, ahnte Bürgermeister Odörfer wohl schon, dass sein Vorschlag, noch einmal mit den Grundeigentümern zu reden, wohl keine Mehrheit finden würde. So kam es.

An der Hagenhausener Straße wird es also keine Bebauung geben. Das Baugrund- und Wohnraumangebot in Altdorf bleibt weiterhin knapp. Nun starten die Jusos Nürnberger Land am Samstag in Altdorf eine Satire-Demo unter dem Motto "Für mehr unbezahlbaren Wohnraum". Die Jungsozialisten wollen in Abendkleid und Smoking und Sprüchen wie "Mieten ist für Nieten" satirisch für mehr Luxuswohnungen im Nürnberger Land demonstrieren. Der Demonstrationszug startet um 10.30 Uhr am Bahnhof. 

Alex Blinten

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