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Leinburg: BI und Bürgermeister sind sich einig zur Stromtrasse

Großer Andrang bei Informationsveranstaltung im Gersdorfer Schützenhaus - 11.02.2014 16:33 Uhr

Dörte Hamann (rechts) und Marion Trisl (links) stellen die Bürgerinitiative Weißenbrunn vor und haben ein Modell im Maßstab 1:100 mitgebracht, um die Größe der geplanten Masten zu verdeutlichen. Daneben (von rechts) Leinburgs Bürgermeister Joachim Lang und Landrat Armin Kroder. © Walter


Natürlich solle nicht das St. Florians-Prinzip gelten. „50 Kilometer rechts und links von uns wohnen auch Menschen“, betont Lang. Aber es müsse von einer neutralen Stelle geprüft werden, ob die Trasse überhaupt notwendig sei. Die Energiewende, Versorgungssicherheit und eine gute Infrastruktur seien wichtig, aber die vorgeschlagene Lösung könne es nicht sein.

Amprion kam nicht

Man habe das verantwortliche Unternehmen Amprion zu einer Bürgermeisterversammlung im Herbst 2013 eingeladen, doch gekommen sei keiner. Stattdessen habe es geheißen, auf der Internetseite könne man sich informieren. „Da kann ich ein Kartenwirrwar sehen, das ausschaut wie ein Gemälde von Hundertwasser“, findet Lang. „Wenn man große Gasleitungen in der Erde verlegt und den Strom aus der Nordsee ans Festland bringt, dann muss man doch auch die Erdverkabelung irgendwie hinbekommen“, so der Bürgermeister.

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Stromautobahn: Proteststurm gegen Amprion in Nürnberg

Den Netzbetreiber Amprion erwartete am Mittwochabend in Nürnberg ein Proteststurm wegen der geplanten Stromautobahn von Nord- nach Süddeutschland, die auch durch Franken führen soll. Bürgerinitiativen, Kommunalpolitiker und Privatleute reisten aus dem gesamten Umland mit Bussen an. Im Großen Saal der Meistersingerhalle entlud sich mit Pfiffen und Buh-Rufen gegenüber den Amprion-Vertretern der geballte Frust der Bevölkerung.


Als Nächste steht Dörte Hamann am Pult. „Wir sind der Rückenwind für unseren Bürgermeister“, stellt sie die Bürgerinitiative Weißenbrunn vor. Man arbeite derzeit daran, sich mit anderen Initiativen und Gemeinden zu vernetzen und beteilige sich gemeinsam an Demonstrationen. „Es hätte wohl keinen Moratoriumswunsch von Herrn Seehofer gegeben, wenn wir nicht auf die Straße gegangen wären“, so Hamann. Doch man brauche einen langen Atem.

Im Augenblick stünden die Zeichen denkbar schlecht – im gesamten Bundesgebiet werde in allen Parteien die Meinung vertreten, die Trasse werde gebraucht. „Wir müssen den Leuten klar machen, dass die Trassen durch unsere Gegend nicht an der Nordsee beginnen, sondern in Sachsen-Anhalt. Hier wird nicht der Wind der Nordsee nach Süden gebracht. Hier wird lediglich Geld über unsere Köpfe hinweg verdient.“

Kreistag einstimmig dagegen

Mit etwas Verspätung stößt Landrat Armin Kroder zu der Veranstaltung. „Wir lehnen die Stromtrasse in dieser Konfiguration ab, aus guten Gründen“, beginnt er. Im Kreistag sei man einstimmig über alle Parteien hinweg gegen die Trasse. Bei einem Treffen der Landräte von Oberfranken und Mittelfranken bis nach Oberbayern habe man sich dagegen entschieden, über Mastenhöhe, Abstände und Erdverlegung zu diskutieren. Stattdessen wolle man darlegen, dass es andere Möglichkeiten als eine große Stromtrasse gebe. „Wir glauben, dass wir eine sichere, saubere und bezahlbare Stromversorgung auch regenerativ und regional stemmen können.“

Natürlich bleibe ein Stück übrig, wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Aber da helfe auch ein Blick in die Speichertechnologien. Ein Schreiben der Landräte an die Landesregierung sei in Arbeit, Zähigkeit sei gefragt. „Das ist nicht morgen vorbei“, schließt Kroder.

Die Leinburgerin Jutta Helmreich erinnert die Anwesenden, Geld für die Bürgerinitiative zu sammeln, damit Busse und Plakate organisiert werden können. Eine Zuhörerin hat den spontanen Einfall, das Rednerpult umzudrehen und darin ein paar Euro zu sammeln. Bürgermeister Lang weist auf die Unterschriftenliste hin, die seit Montag im Rathaus ausliege. Diese werde ans Wirtschaftsministerium weitergeleitet. 

Frank Erik Walter

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