Dienstag, 25.09.2018

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Melancholiker in Altdorf: Klaus Brandl stellt CD vor

Fränkischer Musiker gastiert am 16. Juni bei Foto Wiech - 13.06.2018 17:07 Uhr

Melancholiker mit Tiefgang: Sänger, Gitarrist und Komponist Klaus Brandl kommt mit seiner neuen CD „Diamonds from Dust“ nach Altdorf. © Spandler


Mitbringen wird Brandl wieder seine alten verlässlichen Musiker-Kollegen Willi Förtsch-Döring (Piano), Jim Durham (Saxofon), Curley Kauper (Vocals, Harp) und den Lokalmatador Klaus Braun-Hessing (Drums). Karten gibt es bei Foto Wiech und in der Buchhandlung Lilliput.

Eigentlich ist "Diamonds from Dust" eine Solo-CD, auf der sich der Nürnberger Sänger, Gitarrist und Komponist nur mit einer einzigen Gitarre selbst begleitet. "Nur an zwei, drei Stellen gibt es Unterstützung durch die Slideguitar, auf ein paar Songs ist Willi Förtsch am Piano aktiv, aber sonst ist die Scheibe relativ karg", bekennt der 64-Jährige. Dadurch erscheinen die Stücke wesentlich archaischer und gleichzeitig intensiver. Und natürlich, wie könnte es bei dem Melancholiker Klaus Brandl anders sein, herrschen auch auf dieser Produktion die Moll-Töne vor.

"Das Privateste was ich je gemacht habe."

Dass diese Kompositionen durch die Reduktion im Arrangement vielleicht noch eine Nuance dunkler erscheinen, hat seinen Grund: In ihnen verarbeitet der Musiker den Tod seines Vaters im vergangenen Jahr. "Das ist das Privateste was ich je gemacht habe", bekennt er, der ja schon immer viel Persönliches in seinen Liedern umgesetzt hat.

Auf der neuen Platte steckt aber in jedem der Stücke eine sehr subjektive, private Erinnerung, die autobiografischen Züge sollen auch gar nicht verborgen werden. Natürlich werden die Songs im Stadl bei Wiech mit der Band in abgewandelter Form präsentiert, damit auch die Mitmusiker zum Zug kommen.

Denn es wäre sehr schade, wenn die erstklassigen und einfühlsamen Künstler nur auf einen zurückgenommenen Begleit-Status reduziert würden, denn einige der neuen Kompositionen sind ja auch wirklich "wilde Sachen". Da werden ganz sicher wieder die wunderbaren Soli der Instrumentalisten oder die Rockröhre von Shouter Kauper zu hören sein, auch wenn das alles beherrschende und so charakteristische raue Bluesorgan von Brandl die Stimmung vor- und den Ton angibt.

Mehr Blues als vorher

Insgesamt kommen die "staubigen Diamanten" aber auch wieder bluesiger daher als die jüngsten CDs – kein Wunder, wenn man die Ausgangssituation bedenkt, in der die Songs entstanden sind. "Back to the roots", kommentiert das der heisere Blues-Barde, der das Ergebnis dieser Arbeit im Herbst nicht als Ausdruck hilfloser Depression sieht, sondern als seine ganz spezielle, auch produktive Art, mit der Situation umzugehen.

Dass der Gig in Altdorf ein Highlight in seinem jährlichen Auftrittskalender ist, betont der Künstler mit dem charakteristischen Kahlkopf, der sich passend zu seiner melancholischen Aura gern in Schwarz kleidet und die Sonnenbrille selten abnimmt: "Die Bewirtung, das Ambiente, das Publikum – alles passt".

Während noch diese jüngste Platte in der Region vorgestellt wird, hat Brandl schon wieder eine neue in Arbeit, auch mit seinem alten künstlerischen Weggefährten, dem fränkischen Dichter Fitzgerald Kusz, geht die Kooperation weiter. Bis diese Kompositionen auf den Markt kommen, wird es allerdings noch ein bisschen dauern, denn die Dinge müssen reifen, weiß der sympathische Klampfer mit der sonoren, rauen Stimme und den sensiblen Texten. 

Gisa Spandler

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