Freitag, 16.11.2018

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Modernes Informationssystem am "Alten Kanal“

Bayerischen Landtag finanziert Projekt - Kostenpunkt: 515.000 Euro - 30.05.2017 16:53 Uhr

Die überlebensgroßen Silhouetten sollen neben den Info-Tafeln auch verdeutlichen, wie das frühere Leben am "Alten Kanal" aussah. © Günter Distler


Beim Dörlbacher Einschnitt etwa wird das Leben und Arbeiten am Kanal präsentiert, am Brückkanal zwischen Feucht und Schwarzenbruck zeigt eine Pferde-Silhouette, wie hier früher getreidelt wurde. "Der Kanal steht für Bayern wie kaum ein anderes Bauwerk und ist sichtbarer Ausdruck vergangener Schaffenskraft", betonte Scharf. "Das Informationssystems ist ein gelungenes Gesamtkonzept, das Bayerns längstes Denkmal noch attraktiver macht", ist sie überzeugt.

Bei den Figurengruppen kann man nicht nur Interessantes über die Historie des Kanals nachlesen, sondern bekommt auch Geschichten vom Leben damals erzählt. Wer ein Smartphone dabei hat, kann bei den einzelnen Stationen Hörbilder, also Audio-Dateien, abrufen, die von Zehntklässlern des Willibald-Gymnasiums Eichstätt eingesprochen wurden.

Bilderstrecke zum Thema

Leben und Arbeiten am Ludwigskanal: Informationssystem eröffnet

Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf weihte das neue Informationssystem rund um die historische Wasserstraße ein. Verschiedene Infotafeln zeigen nun das vergangene Leben und Arbeiten am Ludwig-Donau-Main-Kanal. Mit dem Treidelschiff Elfriede ließen sich die Besucher über den Kanal ziehen.


In fünf bayerischen Regierungsbezirken befinden sich nun solche Informationsstellen, vom alten Hafen in Kelheim über den Parc d‘Issoire in Neumarkt bis hin zur Schleuse 100 in Bamberg. Wer hier entlangradelt kann immer wieder Station machen und sich darüber informieren, warum diese lange Wasserstraße denn eigentlich genau gebaut wurde. Von 1836 bis 1936 schufteten teilweise bis zu 9000 Arbeitern an dem Bauwerk.

Projektgruppe etabliert

Das 515.000 Euro teure Informationssystem, das vom Bayerischen Landtag finanziert wurde, ist nur der Anfang. Es soll sich nämlich noch viel mehr tun am "Alten Kanal".

Die Gemeinden Schwarzenbruck, Burgthann, Berg und Altdorf haben eine Projektgruppe gegründet, in der sie Zukunftsvisionen entwickeln.

Schautreideln ist beliebt bei den Burgthannern und ihren Gästen. Das Treidelschiff Elfriede soll aber moderne Konkurrenz bekommen, wenn es nach Burgthanns Bürgermeister Heinz Meyer geht. © Günter Distler


"Die ohnehin schon von vielen genutzte Badestelle in Pfeifferhütte soll erschlossen werden. Wir wollen einen Steg zum Drauflegen installieren und Stufen, damit die Ufer und Pflanzen nicht einfach heruntergetreten werden", sagt Schwarzenbrucks Bürgermeister Bernd Ernstberger. Auch in Burgthann, Schwarzenbach, Rasch und bei Kettenbach in der Gemeinde Berg sollen solche Badestellen entstehen.

"Wir hätten auch gerne ein paar neue Fitnessgeräte am Kanal" meint Altdorfs Stadtoberhaupt Erich Odörfer. Modernen Ansprüchen sollten die aber schon genügen, schließlich fristet der bestehende Trimm-Dich-Pfad bei Schwarzenbruck schon lange ein Schattendasein.

Museumsschiff für Exponate

Burgthanns Bürgermeister Heinz Meyer schwebt sogar noch Größeres vor: Gemeinsam mit den Altdorfern möchte er ein Elektroboot anschaffen, das regelmäßig 20 bis 40 Personen von Burgthann nach Rasch und zurück befördern könnte. Es soll immer dann eingesetzt werden, wenn das Treidelschiff Elfriede nicht unterwegs ist. "Weil das Boot schneller ist, könnte man so deutlich mehr vom Kanal sehen", sagt Meyer. Um die Fahrten zu ermöglichen, soll die Fußgängerbrücke in Schwarzenbach durch einen zur Seite schwenkbaren Übergang ersetzt werden.

Burgthanns Bürgermeister möchte überdies das Kanal-Museum aus den beengten Räumen in der Burg befreien und direkt an den Kanal bringen. Weil man dort kaum weitere Häuser errichten kann und weil keines der geeigneten, schon bestehenden Bauwerke zu bekommen ist, hat Meyer mittlerweile eine neue Vision. "Ich hätte gerne ein fest verankertes Museumsschiff", sagt er. Dort könnte man dann endlich die umfangreiche Kanal-Ausstellung in Gänze zur Schau stellen. 

Martin Müller

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