Dienstag, 11.12.2018

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Neue Ideen für Ezelsdorfer Dorfweiher gesucht

Die Umgestaltung des Dorfweihers in Ezelsdorf soll in Angriff genommen werden - 19.11.2018 14:00 Uhr

Mit dem aktuellen Erscheinungsbild des Dorfweihers ist niemand zufrieden. Nun sucht man Ideen für eine Neugestaltung, ein Gewässer ist dabei aber so gut wie ausgeschlossen.


Wie berichtet, setzt sich der Ezelsdorfer Dorfverein, unterstützt vor allem von der SPD, seit Jahren mit Nachdruck für die Renovierung des unschönen Flecks in der Dorfmitte ein. Das große Problem, das der Bürgermeister und die Gemeindeverwaltung bei der Gestaltung eines attraktiven Dorfweihers sehen, ist die seit Jahren schwindende Wasserzufuhr. Konzepte von Landschaftsarchitekten, die die Gemeinde beauftragte, bewegten sich alle im sechsstelligen Bereich – zu kostspielig, befand man im Rathaus.
Mitglieder des Dorfvereins machten sich danach bei einem ähnlich gelagerten Fall im oberfränkischen Dörfleins schlau und erkundigten sich, ob man das Konzept auf Ezelsdorf übertragen könnte. Dort hat man den Tümpel ausgebaggert, abgedichtet und den Wasserzulauf durch eine Brunnenbohrung gesichert, das Ganze für 48.000 Euro.
Die Fachstelle für Wasserrecht und Bodenschutz des Landratsamtes in Lauf hat auf Nachfrage des Vereins zu Beginn des Jahres eine Bohrung bis zu 40 Meter Tiefe unter Auflagen in Aussicht gestellt. Eine kostengünstige Lösung schien sich also anzubahnen. Umso enttäuschter war man nun, als die Behörde vor kurzem einen Schwenk um 180 Grad vornahm.

Skeptisch bei Brunnenbohrung

Dass es so ganz einfach mit einer Sanierung à la Dörfleins nicht werden würde, ließ sich schon bei einer Ortsbegehung Ende Oktober erahnen. Verwaltung und CSU-Gemeinderäte äußerten sich skeptisch zu einer Brunnenbohrung, die Lösung, den Weiher zuzuschütten, wurde vor Ort zum ersten Mal laut angedacht.

Die CSU-Fraktion griff diesen Ansatz nun konkret auf und bezog sich auf die Kehrtwende des Landratsamtes. Das hat nun nämlich bei einer neuerlichen Kontaktaufnahme durch den Dorfverein von einer Brunnenbohrung abgeraten, wundert sich Katja Wittmann vom Verein. Es könnten sich durch die Bohrungen statische Veränderungen im umgebenden Gelände ergeben, außerdem sei das Wasser sehr eisenhaltig, so dass es früher oder später die benötigten Pumpen schädigen werde. Dies war dann auch Thema bei der jüngsten Sitzung der CSU-Fraktion, an der Vertreter des Dorfvereins teilnahmen.

"Keinen Weiher mehr anstreben"

„Im gemeinsamen Gespräch und Austausch mit dem Dorfverein Ezelsdorf ist man übereingekommen, dass künftig kein Weiher mehr angestrebt werden soll“, heißt es in einer Stellungnahme, die am Ende der Gemeinderatssitzung am Dienstag verlesen wurde. Infolgedessen sollten nun von der Verwaltung zeitnah Alternativansätze entwickelt werden, "um eine für das Dorfbild gewinnbringende Nutzung des Platzes“ zu gewährleisten. Den Aktiven im Dorfverein ist nun klar, dass sie nicht mehr auf dem Weiher bestehen können.

Man werde sich nun neu sortieren und wieder auf Ideensuche gehen, auch ein Gespräch mit dem Bürgermeister anstreben, so Katja Wittmann. Sowohl die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen als auch der SPD und der Freien Wähler wollen mit dem Dorfverein in Kontakt treten, um bei der Lösungsfindung mitzuwirken.

Grünen-Fraktionssprecherin Margarete Becker hatte schon früher vorgeschlagen, ablaufendes Oberflächenwasser in den Weiher zu leiten, um die Wasserknappheit zu lindern, und auch der Fraktionschef der SPD, Wolfgang Lahm, beruft sich auf eine bereits drei Jahre zurückliegende Anregung, klären zu lassen, ob die Einleitung von Regenwasser das Wasserproblem würde lösen können. Diesen Ansatz habe die Gemeinde aber ebenso wenig verfolgt wie die Klärung der Zuschussfrage.

Diese mahnt zumindest jetzt die CSU-Fraktion in ihrer jüngsten Stellungnahme an. Margarete Becker hofft auf Förderung durch öffentliche Mittel ebenso wie der geschäftsleitende Beamte der Gemeinde, Johannes Strobel: "Es wird geprüft, ob über Mittel der Städtebauförderung hierfür ein Zuschuss generiert werden kann. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 13. November dem Städtebauförderprogramm 2019 – inklusive Dorfweiher – bereits zugestimmt."

"Ortsprägenden Platz erhalten"

Aber wie könnte eine Lösung nun aussehen? Katja Wittmann: "Auf jeden Fall wollen wir den ortsprägenden Platz erhalten." Die SPD-Fraktion erkennt mit Bedauern an, dass die ins Auge gefasste Sanierung des Weihers wegen neu zutage getretener hydrogeologischer Erkenntnisse sich als nicht machbar erweist, aber "wir werden die nun neu zu planende Umgestaltung in den befassten Ausschüssen und im Gemeinderat begleiten und entsprechende Ideen dort einbringen", versichert Wolfgang Lahm.

Margarete Becker von den Grünen hofft, dass eventuell eingeleitetes Wasser von den Dächern benachbarter Häuser eine gewisse Restfeuchte sichert, die die Einrichtung eines Biotops an dieser Stelle möglich machen könnte. Ganz anderes stellen sich das die Freien Wähler vor. Sie sei mit dem Standort für einen Dorfweiher an der bisherigen Stelle "nicht verheiratet", versichert Angelika Feisthammel, soll heißen, "Dorfweiher ja, aber nicht an dieser Stelle", vor allem eben nicht wegen der Zulaufproblematik. Stattdessen könne man sich eine attraktive Wasserstelle in der Umgebung des Kreislehrgartens vorstellen.

Eines aber ist für die Freien Wähler ein Muss: Für sie geht es in Ordnung, wenn die Gemeinde, möglichst mit Zuschüssen, einen neuen Dorfweiher anlegt, pflegen aber müssten ihn die Ezelsdorfer, so wie es etwa auch beim Weiher in Oberferrieden der Fall ist. Hier seien der Obst- und Gartenbauverein oder auch der Dorfverein gefragt. Dass man mit dem Status quo des aktuellen "Tümpels" nicht zufrieden ist, betonen auch die Freien und wollen – ebenso wie alle anderen Fraktionen – den Prozess aktiv in den zuständigen Ausschüssen begleiten.

Der Dorfverein wird sich freuen über so viel Unterstützung. Diskussionsbedarf könnte es aber mit den Freien Wählern geben: Einen Verkauf des Areals und anschließend Wohnbebauung darauf, wie dies die FW-Fraktion unterstützt, will und kann sich der Verein am alten Weiher-Standort nicht vorstellen.

  

Gisela Spandler

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