Sonntag, 18.11.2018

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Post-Ärger in Altdorf: Bremst Paketflut die Zustellung aus?

In den letzten zehn Jahren hat sich die Anzahl an Paketen mehr als verdoppelt - 13.07.2018 09:28 Uhr

Parkplatz für Postfahrzeuge im Ochenbrucker Industriegebiet Mittellandholz: Seit vergangener Woche werden Briefsendungen für Altdorf von hier aus zugestellt. Untergebracht ist der Zustellstützpunkt in einer Halle der Spedition Prottengeier. © Blinten


Wie berichtet, platzte der Stützpunkt in Altdorf, wo täglich Briefsendungen, Päckchen und Pakete an- und abgeliefert wurden, in den vergangenen Jahren aus allen Nähten. Die Post brauchte dringend größere Räume. Als dann der Eigentümer der Immobilie, der Altdorfer Unternehmer Klaus Baumgart, dem Unternehmen kündigte, weil er das Haus renovieren will, kam die Post in Zugzwang, fand aber nach eigenen Angaben trotz intensiver Suche keine geeigneten Räume in der Stadt.

Auch in der direkten Umgebung blieb die Suche zunächst erfolglos, bis sich im Ochenbrucker Industriegebiet eine Halle fand, die den Ansprüchen der Post genügte. Hier gibt es genügend Lagerraum und - ganz wichtig - hier stehen auch ausreichend Stellplätze für die Post-Fahrzeuge zur Verfügung. An der Zahl der Parkplätze war in der Vergangenheit die Auswahl eines Ersatzstandorts für die Stephanstraße 1 in Altdorf immer wieder gescheitert.

Von Amazon bis Zalando

Dass es im Zusammenhang mit dem Umzug nun bei Altdorfer Postkunden zu Verzögerungen kommt, dass damit Sendungen immer später ankommen, als in der Vergangenheit, kann Postsprecher Erwin Nier auf Anfrage des Boten so nicht bestätigen. Nach seiner Kenntnis klappt die Organisation trotz Umzug. Nier räumt allerdings ein, dass es bei einem "hohen Sendungsaufkommen", sprich: wenn es an bestimmten Tagen ganz viele Pakete und Päckchen von A wie Amazon bis Z wie Zalando gibt, bei der Zustellung schon einmal eng werden kann. Briefe können dann um einen Tag verspätet beim Adressaten ankommen.

In der Redaktion des Boten haben sich aber auch schon Leser gemeldet, deren abonnierte Zeitschrift nicht einen Tag, sondern eine ganze Woche zu spät kommt. Nier kann das nicht nachvollziehen, eine solche Verspätung ist für ihn auch nicht tolerabel. Er rät Postkunden, denen ähnliches passiert, sich mit genauen Angaben an die Post zu wenden, damit die dem ganzen nachgehen kann. "Oft hängt es nämlich damit zusammen, dass die Verlage nicht pünktlich zuliefern", sagt Nier.

4,3 Millionen Pakete pro Tag

Die hohen Zuwachsraten bei den Paketlieferungen lassen bei der Post einerseits die Kassen klingeln, stellen aber immer höhere Anforderungen ans Personal. Mit dem derzeitigen Stand wird das ständig wachsende Paketaufkommen jedenfalls nicht zu bewältigen sein, räumt der Post-Sprecher ein.

Vor zehn Jahren brachten Zusteller täglich noch zehn Millionen Pakete zu den Kunden. Bis heute hat sich das mehr als verdoppelt. Tag für Tag liefert die Post inzwischen 4,3 Millionen Paketsendungen aus. Damit der Laden weiter reibungslos läuft und Briefsendungen nicht liegen bleiben, wird man für Altdorf eventuell über eine Neueinteilung der Zustellbezirke nachdenken müssen, sagt Nier. "Soweit ich das übersehe, funktioniert es in Altdorf aber im großen und ganzen", fügt er hinzu.

Dass die Zustellung kollabiert ist, wie manche Schwarzmaler behaupten, stimmt so sicher nicht. Allerdings läuft auch nicht alles reibungslos. Zusteller berichten, dass sie seit dem Umzug täglich nach Ochenbruck fahren müssen, dort die Sendungen für ihren Bezirk in ein Postfahrzeug verladen und sich dann auf den Weg nach Altdorf machen. Damit geht Zeit verloren, Zeit, die bei der Zustellung in Altdorf fehlt.

Filiale bleibt in Altdorf

Ist der Standort in Ochenbruck also ein Provisorium als Zwischenlösung? Geht die Post doch wieder nach Altdorf, wenn sich hier geeignete Räume finden? Da winkt Nier ab. Das Unternehmen wird in Ochenbruck bleiben und von hier aus die Zustellung in Altdorf organisieren. Provisorisch ist lediglich die derzeitige Miete der Halle der Spedition Prottengeier in der Industriestraße 6a. Für ein Grundstück an der Karl-Benz-Straße liegt ein Bauantrag für einen Zustellstützpunkt beim Landratsamt. In Altdorf bleibt lediglich die Postfiliale im vorderen Bereich des Gebäudes Stephanstraße 1. Betrieben wird die Filiale von der TP-Center GmbH, einem Partnerunternehmen der Deutschen Telekom 

Alex Blinten

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