Sonntag, 21.10.2018

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Strom-Tanke in Etzelsdorf: Crowdfunding soll helfen

Andreas Haehnel will Schnellladestation für Elektro-Autos schaffen - 03.03.2018 15:44 Uhr

Der Ezelsdorfer Andreas Haehnel hat eine eigene Ladesäule auf seinem Grundstück. Gespeist wird sie von der Fotovoltaikanlage auf dem Dach, die auch die neue Schnellladesäule vor dem Haus versorgen soll. © Alex Blinten


Haehnel hatte vor geraumer Zeit angeboten, den Strom für die Elektro-Tankstelle vor seinem Haus gratis zu liefern, die Gemeinde sollte im Gegenzug die Technik finanzieren. Das lehnte der Gemeinderat mit dem Hinweis darauf ab, dass der Standort Ezelsdorf für eine Ladestation ungeeignet weil nicht zentral gelegen sei.

Nun also der Versuch, über das Crowdfunding Geld zusammenzubringen. Innerhalb eines Monats sollen die nötigen Gelder auf das Konto der Plattform Startnext fließen. Die Aktion läuft bis Ende März. Was so unglaublich klingt, hat schon bei tausenden anderen Projekten geklappt.

Startnext finanziert Filmproduktionen, Literaturprojekte, die Produktion von Backmischungen, die Unterstützung eines Rallye-Teams, das eine Benefizfahrt durch Westafrika unternimmt - bisher insgesamt 5.734 erfolgreiche Projekte. Über 51 Millionen Euro haben die Unterstützer bislang in die verschiedensten Vorhaben gesteckt.

Viel Luft bis zum Monatsende

Haehnels Stromtankstelle ist seit wenigen Tagen online, bislang sind 180 Euro eingegangen. Da muss bis zum Monatsende schon noch einiges passieren. Aber Haehnel ist zuversichtlich, dass die nötige Summe am Ende zusammen kommt.

Potentiellen Unterstützern erläutert er auf der Crowd-Funding-Plattform, worum es bei seinem Projekt geht: Er wird von seinem Haus aus das nötige Stromkabel zur neuen Ladestation am Stellplatz vor dem Grundstück verlegen lassen. Den Parkplatz müsste die Gemeinde zur Verfügung stellen.

24 Stunden offen

Wenn die Ladesäule dann steht, sollen entsprechende Beschilderungen angebracht werden, auch mit Wegbeschreibungen zu Gaststätten, Einkaufsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten in der Gemeinde. 24 Stunden soll die Ladesäule offen sein. "Mein Ziel ist es, viele Menschen für die Elektromobilität zu begeistern", sagt Haehnel, der mit seinem Vorhaben auch einen Anstoß für andere Kommunen geben will, in die Ladeinfrastruktur zu investieren.

Mit dem im Internet gespendeten Geld will Haehnel die Schnellladesäule kaufen (16.289,44 Euro) und einen Wartungsvertrag über zehn Jahre (9.951 Euro) abschließen. "Das ist ein Rundum-Sorglos Paket in Sachen Wartung, ein ganz wichtiger Punkt", sagt der Ezelsdorfer.

"Dann wird zurückgezahlt"

Und was macht er, wenn die Spendensumme Ende März zusammengekommen ist und die Gemeinde das Vorhaben trotzdem ablehnt? "Dann werden die jeweils gespendeten Beiträge wieder an die einzelnen Unterstützer zurückgezahlt", verspricht Haehnel.

Der Ezelsdorfer erhielt zahlreiche Zuschriften aus ganz Europa, als über sein Angebot berichtet wurde, Solarstrom von seinem Dach für eine Ladestation vor dem Haus kostenlos zur Verfügung zu stellen, die Gemeinde das aber ablehnte. "Das war überwältigend, wieviele Leute sich bei mir gemeldet haben."

Haehnel hat die breite Untestützung motiviert, jetzt Mittel über das Internet einzusammeln und die Schnellladestation damit doch noch zu realisieren. Inzwischen hat er Bürgermeister Heinz Meyer über das Internet-Projekt informiert, der wiederum den Gemeinderat in Kenntnis setzen wird.

Sollten die für die Schnellladestation erforderlichen Gelder über die Internet-Spenden zusammen kommen, entfiele das Kostenargument zur Ablehnung der Idee. Bleibt noch das Argument der ungeeigneten Lage mitten im Ezelsdorfer Wohngebiet. 

Alex Blinten

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