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Samstag, 22.09.2018

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Verärgerte Anwohner: Altmetallsammler kamen nicht

Sollten Unterhaidelbacher ausspioniert werden? - 07.06.2018 13:26 Uhr

Solche Wurfzettel landeten am vorletzten Wochenende in den Briefkästen der Unterhaidelbacher. Abgeholt wurde jedoch nichts. © DB


Keiner kommt, keiner holt den Metall-Müll ab, auch nicht an den folgenden Tagen. Wenn so etwas einmal passiert, kann das ein Versehen sein, wenn es aber immer wieder vorkommt, wird man nachdenklich.

"Mitgenommen werden: Sämtliche Metalle, Eisenschrott, Aluminium, Kupfer, V2A, Blei, Guß, Zink...", so steht es auf der Wurfsendung in korrektem Deutsch. Gleichzeitig wird auch angegeben, was nicht mitgenommen werden kann: Kühlschränke, Gefriertruhen, Kaffeemaschinen, Fernsehgeräte… nichtmetallische Materialien.

Da etliche Unterhaidelbacher einiges Blechernes im Keller schlummern hatten, das sie gern gebührenfrei loswerden wollten, schleppten sie die Teile rechtzeitig an den Straßenrand, darunter auch größere Trümmer, und warteten darauf, dass sie am vergangenen Mittwoch wie angegeben abgeholt würden.

Doch nichts dergleichen geschah, und eine Leserin wandte sich an unsere Redaktion, um zu erfahren, ob ähnliche Fälle bekannt seien. "Schließlich ist das ja schon x-mal so passiert", erinnert sich die Unterhaidelbacherin, die mittlerweile argwöhnt, dass man mit solchen Aktionen nur die Bewohner ausspionieren möchte. Außerdem stellte sich für sie die Frage, ob diese Art der Sammlung überhaupt genehmigt sei, denn die Gemeinde wusste laut ihrer Nachfrage nichts von der Altmetall-Geschichte.

Keine weiteren Beschwerden

Auch bei der Polizei war nichts bekannt, es hat aber auch keine Beschwerden weiterer Bürger gegeben. Angegeben war auf dem Flugblatt allerdings eine Handy-Nummer, auf die sich nach mehreren Versuchen seitens der Redaktion tatsächlich ein Teilnehmer meldete, der erklärte, der Metall-Schrott sei wohl nur übersehen worden. Auch bot er an, die Sachen noch abzuholen, man könnte sie zudem bei seiner Firma in Nürnberg abgeben – ein Unternehmen, das es nach Recherchen der Redaktion tatsächlich gibt.

Blinder Alarm? Vermutlich. Dennoch rät die Polizei, vorsichtig zu sein und besser gar nicht auf solche Angebote zu reagieren, da auf dem Wurf-Zettel keine offizielle Firma oder ein Name angegeben wurde und die Sammlung nicht ordentlich angemeldet war.

Allzu abwegig sei die Vermutung, es sollten Gewohnheiten der Bewohner oder vielleicht Daten ausspioniert werden, nämlich nicht. Denn neben Toastern und Bügeleisen listet die Wurfpost ja auch "Mobiltelefone, Laptops, Computer" und ähnliches auf – klassische Datenfundgruben also, denn wer putzt seine Speicher schon so gründlich, dass darauf beim Aussortieren nichts mehr zu finden ist? 

Gisa Spandler

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