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Wallenstein-Spiele: Saison war voller Erfolg

Lange Nacht lockte 7000 Besucher durch Altdorfs Gassen - 23.07.2018 17:07 Uhr

Ernst Bergmann, der Vorsitzende des Wallenstein-Festspielvereins, im Zigeunerlager. © Christian Geist


Glück habe man mit dem Wetter gehabt – bis auf das Abschluss-Wochenende gab es keinen Regen, sondern viel Sonnenschein, auch im übertragenen Sinn, denn die eben vergangene Saison verlief ohne Zwischenfälle.

Der Vorsitzende äußert sich erleichtert darüber, dass es keine Unfälle und keine kriminellen Auffälligkeiten gab, was er auch auf die ehrenamtlichen Einsätze von BRK, Feuerwehr und Polizei sowie die ausgezeichnete Arbeit des städtischen Bauhofs zurückführt, die alle an einem Strang gezogen hätten. Einzige kleine Ausnahme am Rande: Vereinzelt haben sich Besucher in der Langen Nacht und am Gauklersonntag unflätig benommen, als sie mit drei Euro zur Kasse gebeten wurden. Solche Marginalien können aus Sicht Bergmanns die positive Bilanz aber nicht gravierend schmälern.

Lange Nacht als Highlight

Gerade die Lange Nacht, bei der an die 7000 Besucher durch Altdorfs Gassen schlenderten, gehört für ihn zum Highlight der Festspiele. Und "dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft so früh aus dem Turnier ausgeschieden ist", fügt er ein wenig ketzerisch hinzu. Denn ein längerer Verbleib im Wettkampf hätte sicher den ein oder anderen Besucher vor dem Fernseher gefesselt, statt sich am Wochenende aufzumachen in Altdorfs Innenstadt.

Tatsächlich habe man für den Tag des Finales keine Kapelle verpflichten können, weil so viele davon ausgegangen waren, das Spitzenspiel fände mit deutscher Beteiligung statt. Hat man also alles richtig gemacht bei der Planung der Aufführungen und der Organisation des Lagerlebens nebst der diversen Attraktionen? "Wir werden im Herbst in Klausur gehen und verschiedene Punkte besprechen, da wird es schon ein paar Stellschrauben geben, an denen gedreht werden kann", stellt der Festspielchef, Zigeuner im Lager und Kapuzinermönch im Schiller-Stück fest. Bei der Müll-Beseitigung zum Beispiel sei noch Luft nach oben. "Das sind aber Kleinigkeiten", ist er sich sicher, am Konzept will man festhalten.

Samstags noch mehr anbieten

Fünf Wochen Festspiel findet er nicht zu lang mit Blick auf die Zeiten, in denen Wallenstein sieben ganze Wochen dauerte. Allerdings muss er einräumen, dass die Samstage mit Ausnahme der langen Nacht generell schwächer besucht sind als die Sonntage. Vielleicht sollte man sich überlegen, samstags noch mehr anzubieten, spekuliert Bergmann.

Rückläufig war auch die Auslastung der 17 Eigenproduktionen (10 mal Wallenstein in Altdorf, sieben mal das Schiller-Stück) mit 80 Prozent angesichts der 90 Prozent, die man vor drei Jahren erreichte. Dadurch fehlen 20.000 Euro im Finanzplan, auf die man im Vorfeld gehofft hatte. "182.000 Euro wollten wir erreichen, jetzt werden es zehn Prozent weniger", so der Ober-Wallensteiner. "Trotzdem ist das aber eine Riesennummer", stellt er zufrieden fest.

Persönlich freut er sich im Hinblick auf das Ende der fünften Jahreszeit in Altdorf vor allem "wahnsinnig" darüber, dass er seinen lästigen Rauschebart wieder los wird und dass er nun ein halbes Jahr lang nichts hört von dem Ereignis, "das mit W anfängt und mit allenstein endet". Darauf sollte er allerdings besser nicht wetten.

Bilderstrecke zum Thema

Musik, Tanz und Gaukelei bei den Wallenstein-Festspielen

Gaukler und Feuerzauber: Das zweite Wochenende der Wallenstein-Festspiele lockte Tausende Besucher in die Innenstadt von Altdorf. Bis drei Uhr morgens konnten die Leute bei der langen Nacht ein Hauch von Mittelalter miterleben, die Gaukler, Musikgruppen und Feuerschlucker bewundern und hautnah bei Schwert-Show-Kämpfen dabei sein.


 

Gisa Spandler

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