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Weniger Verletzte bei Unfällen im Nürnberger Land

Zahl ist deutlich niedriger als jene von 2016 - 10.04.2018 17:17 Uhr

Ein schwerer Unfall mit mehreren Verletzten ereignete sich im August 2017 bei Ottensoos. Die Zahl der Schwerverletzten und die Zahl der schweren Unfälle ist rund um Lauf nach dem Höchststand 2016 wieder rückläufig. © Fischer/PZ-Archiv


War das Jahr 2016 nur ein bedauerlicher Ausreißer? Sowohl die Unfälle mit Verletzten als auch die Zahl der bei diesen Unfällen Verletzten war mit 257 beziehungsweise mit 332 auf einem langjährigen Höchststand im Bereich der Laufer Polizei. Dieser umfasst neben der Kreisstadt auch die Gemeindegebiete von Röthenbach, Schwaig, Rückersdorf, Ottensoos, Neunkirchen, Schnaittach und Simmelsdorf. 2017 sind beide Zahlen drastisch gesunken und liegen nun wieder im Zehn-Jahres-Trend, wie die Beamten erleichtert feststellen. 208 Unfälle mit Verletzten gab es im vergangenen Jahr auf den Straßen in und um Lauf inklusive der B 14.

Die Zahl liegt damit nicht nur deutlich niedriger als jene von 2016, sondern auch etwas niedriger als in 2014 und 2015, aber auch etwas höher als in den Jahren zuvor. 270 Menschen wurden verletzt, 56 davon schwer. „Der Verkehr nimmt allgemein zu“, gibt Oliver Thoma von der Laufer Polizei zu bedenken, andererseits würden auch die Autos immer sicherer. Als schwer verletzt gilt statistisch betrachtet, wer mindestens 24 Stunden im Krankenhaus verbracht hat. Die Gesamtunfallzahlen im Laufer Bereich bewegen sich weiter auf hohem Niveau. 1574 Mal krachte es 2017 auf der B14, den Staats- und Kreisstraßen sowie in den Kommunen. Das ist der dritthöchste Wert in den vergangenen zehn Jahren. Er liegt nur minimal unter dem Vorjahreswert.

Weniger Verkehrstote 

Besonders erfreulich ist indessen eine Zahl, die niedriger nicht sein könnte: Null Verkehrstote gab es 2017 auf den Straßen zwischen Simmelsdorf und Schwaig zu verzeichnen. Bisher kam das erst einmal seit Beginn der Aufzeichnungen der Laufer Polizei vor, nämlich 2014. Ein Tiefststand wird auch landkreisweit verzeichnet. Drei Menschen starben 2017 bei Verkehrsunfällen im ganzen Nürnberger Land, auch das ist bislang erst einmal vorgekommen (2009). Verglichen mit den vergangenen rund 30 Jahren ist ein klarer positiver Trend zu erkennen, auch wenn es immer wieder krasse Ausschläge nach oben gibt – so waren es 2010 13 Verkehrstote im Landkreis (siehe Grafik).

Ein tragischer Todesfall ereignete sich Ende April in Diepersdorf, das in den Zuständigkeitsbereich der Polizei Altdorf fällt. Eine 79-Jährige stieg aus einem Auto aus und wollte noch ihre Tasche aus dem Fahrzeug nehmen, als der Fahrer bereits losfuhr. Die Rentnerin wurde mehrere Meter mitgeschleift, zog sich einen Knochenbruch zu und starb trotz erfolgreicher Operation im Laufer Krankenhaus fünf Tage später. Ende August starb bei Engelthal auf der Kreisstraße Lau7 ein Motorradfahrer, der mit einem Traktor zusammen stieß. Im September verunglückte ein 50-Jähriger bei Altdorf tödlich, als er von der Kreisstraße Lau 23 abkam und gegen einen Baum fuhr. Die Autobahnen A3 und A9, die durch das Gebiet der Laufer Inspektion oder an ihm vorbei führen, finden sich nicht in deren Statistiken.

Viele Fahrerfluchten

Nach wie vor sehr hoch ist die Zahl der Fahrerfluchten. Fast immer handelt es sich um Kleinunfälle beim Ein- oder Ausparken. Etwa täglich kommt das vor, ohne dass es der Polizei gemeldet wird. 341 Fälle von Fahrerflucht verzeichnete die Laufer Polizei 2017, nur bei zwölf davon gab es Verletzte. Laufs scheidender Dienststellenleiter Günter Losse appelliert an die Bevölkerung, sich bei Beobachtungen an die Polizei zu wenden. Ohne Zeugen könnten die meisten Unfallfluchten nicht aufgeklärt werden.

Laut Losse hängen die hohen Fallzahlen auch mit den immer größer werdenden Autos zusammen, die kaum mehr Platz in den Parklücken hätten. Nach einem Unfall etwa beim Ausparken muss man entweder auf den Halter warten oder die Polizei rufen. Ein Zettel an der Windschutzscheibe reicht nicht. Wer sich selbst stellt, kann mit Milde rechnen: Die Laufer Polizei verzichtet in dem Fall auf eine eigentlich fällige Verwarnung über 35 Euro.

Wildunfall melden

237 Wildunfälle wurden 2017 der Laufer Polizei gemeldet. „Die Dunkelziffer ist wesentlich höher“, ist Oliver Thoma von der Laufer Polizei überzeugt. Wer ein Reh, ein Wildschwein oder einen Fuchs anfährt, muss sich bei der Polizei oder beim zuständigen Jagdpächter melden, „egal um welche Uhrzeit“, sagt Thoma. Sonst begeht man eine Ordnungswidrigkeit nach dem bayerischen Jagdgesetz oder dem Tierschutzgesetz.

Völlig falsch ist es, nach einem Unfall ein totes Tier einfach ins Auto einzuladen. Dadurch begehe man, ob gewollt oder nicht, Jagdwilderei. „Der Geschädigte ist der Jagdpächter“, sagt Polizeihauptkommissar Dieter Ströhlein. 

Andreas Kirchmayer

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