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Fränkischer Arzt entschuldigt sich für Patienten-Missbrauch

Bis zu 122 Frauen sollen zwischen 2012 bis 2015 misshandelt worden sein - 11.12.2017 15:49 Uhr

Dem 63-jährigen Arzt wird vorgeworfen, in seiner Praxis bis zu 122 Patientinnen sexuell missbraucht zu haben. Die Frauen hatten sich ihm zwecks einer psychotherapeutischen Behandlung anvertraut. © Daniel Karmann/dpa


Er ist wegen sexuellen Missbrauchs von drei Patientinnen angeklagt – der Arzt hat sich am Montag zum Prozessauftakt bei den Frauen entschuldigt. "Sie waren meine intimen Freundinnen und jetzt sind sie zu Geschädigten geworden", sagte der 63-Jährige am Montag vor dem Landgericht in Ansbach.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Arzt aus dem mittelfränkischen Feuchtwangen (Landkreis Ansbach) vor, das Vertrauensverhältnis zu seinen psychisch labilen Patientinnen ausgenutzt zu haben, um Sex mit ihnen zu haben - teilweise ohne sie zu behandeln. Die Frauen waren teilweise wegen schwerer psychischer Probleme bei dem Mann in Behandlung - eine der Patientinnen wurde als junge Frau vergewaltigt. Die Anklage geht von 122 Fällen zwischen 2012 und 2015 aus. Der Mann räumte ein, Sex mit den Frauen gehabt zu haben. Wie oft, wisse er aber nicht mehr. Zum Geschlechtsverkehr mit seinen Patientinnen soll es überwiegend in den Abendstunden in der Praxis in Feuchtwangen gekommen sein.

Wöchentlich eine Frau

Die Frauen waren nicht im Gerichtssaal, weil sie noch als Zeuginnen aussagen mussten. Der Verteidiger des Psychotherapeuten und Mediziners wies darauf hin, dass der Sex mit den Frauen nicht Teil der Therapie gewesen sei. Vielmehr seien über die Therapie emotionale Bindungen entstanden. Neben seiner Ehefrau hatte der Mann eine Lebensgefährtin. "Wenn ich mir den Zeitraum so anschaue, dann waren es mehrere Damen parallel", sagte dazu der Vorsitzende Richter Claus Körner. "Wie haben Sie das denn organisatorisch geschafft?" Die Antwort des Angeklagten: "Es war immer eine Frau pro Woche an einem Abend."

Eine seiner Patientinnen hatte sich schließlich im vergangenen Jahr bei der Polizei gemeldet. Dem Mediziner droht nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei Verurteilung eine Haftstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren. Für den Prozess sind bislang sechs Verhandlungstage angesetzt, das Urteil könnte demnach am 17. Januar gesprochen werden. Die Kammer hat elf Zeugen geladen. 

dpa

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