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Freitag, 16.11.2018

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Metallanschläge im Maisfeld: Nun auch Fälle in Mittelfranken

Nägel und ganze Eisenstangen können zu lebensgefährlichen Geschossen werden - 30.08.2018 16:14 Uhr

Schrauben, Nägel, Rohrstücke - es sind Metallstücke verschiedenster Größen, die Landwirte derzeit massenweise in ihren Feldern finden. © NEWS5


Dieser Sommer stellte viele Landwirte auf eine harte Probe. Durch die extreme Trockenheit haben zahlreichen Bauern mit Einbußen zu kämpfen, nicht alle können auf ausreichend Rücklagen aus vorherigen Jahren zurückgreifen. Als wäre das nicht genug, erschüttern seit einigen Wochen immer wieder Metallanschläge in Maisfeldern die LandwirtschaftSeit Mai wurden der Polizei in Mittelfranken insgesamt acht Fälle gemeldet, bei denen Maishäcksler durch Metallteile mutwillig beschädigt wurden. "Es handelt sich dabei um verschiedenste Metallteile unterschiedlicher Güte", sagt Rainer Seebauer, Pressesprecher der Polizei Mittelfranken. Schrauben seien genauso dabei wie Rohrstücke von fünf bis zehn Zentimeter Länge.

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Die Angst fährt mit: Metallteile in unterfränkischen Feldern gefunden

Bei vielen Bauern im unterfränkischen Raum Schweinfurt setzt bei einem Blick auf ihre Felder ein mulmiges Gefühl ein. Denn ein Unbekannter terrorisiert die Bauern seit nun fast drei Wochen mit Metallteilen in Maisfeldern: Immer wieder werden Schrauben und Metallstangen an den Kolben gefunden. Die Folgen können lebensgefährlich sein: Das Deponieren von Metallteilen kann sowohl zu einem hohen finanziellen Schaden führen, aber auch zum lebensbedrohlichen Geschoss für die Person im Mähdrescher werden.


Bisher traf es vor allem Bauern in Unterfranken. Dort zählte die Polizei bislang zwölf Fälle, alle davon im Umkreis von Gerolzhofen im Landkreis Schweinfurt. Die Vorfälle in Mittelfranken verteilen sich auf die ganze Region. Viermal haben der oder die Unbekannten auf Feldern im Landkreis Ansbach zugeschlagen, dreimal davon in Merkendorf, einmal in Weidenbach. Ein Fall ist aus Pappenheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gemeldet, zweimal wurden in Oberscheinfeld im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und einmal in Höchstadt an der Aisch Metallteile in Maisfeldern angebracht. Insgesamt entstand an den Maschinen Sachschaden in Höhe von etwa 120.000 Euro. Bisher ist es laut Polizei nur dem Zufall zuzuschreiben, dass durch umherfliegende Metallteile keine Personen verletzt wurden.

Möglicher Zusammenhang

Ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Serien gibt, werde derzeit ermittelt, sagt Seebauer. Die Erntesaison hat in diesem Jahr deutlich früher begonnen als sonst, durch die Hitze ist der Mais nun schon im August reif. Normalerweise beginnt die Ernte erst im September.

Je nachdem, ob der Mais zu Futtermittel, Biogas oder Lebensmitteln weiterverarbeitet wird, kommen entweder Häcksler oder Mähdrescher zum Einsatz. In beiden Fällen sind die Maschinen normalerweise mit Metalldetektoren ausgestattet. Die erkennen allerdings nicht alle Metalle.

Die Polizei bittet eventuelle Zeugen, die an Maisfeldern verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben oder sonst Hinweise geben können, sich beim Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Telefonnummer 0911 2112-3333 zu melden. 


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