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Reichsbürger-Fall: Geldbuße für suspendierten Polizisten

Mann war wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung angeklagt worden - 18.07.2018 13:53 Uhr

Nach den tödlichen Schüssen eines "Reichsbürgers" auf einen Polizisten in Georgensgmünd im Oktober 2016 muss sich der 52-Jährige wegen Vergehens nach dem Waffengesetz verantworten. © Daniel Karmann/dpa


Er wolle in den Polizeidienst zurückkehren, sagte der 52-Jährige am Mittwoch am Rande eines Gerichtsverfahrens in Ansbach. Und er verwahrte sich gegen den Vorwurf, von der Gefährlichkeit des "Reichsbürgers" Wolfgang P. gewusst zu haben. Sonst hätte er seine Kollegen gewarnt.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Hauptkommissar ursprünglich wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung im Amt durch Unterlassen angeklagt. Der Beamte hatte privat Kontakt zu P. gehabt. Nach Ansicht der Anklagebehörde wusste er dadurch, dass der 50-Jährige eine Waffe besitzt. Landgericht und Oberlandesgericht in Nürnberg sahen jedoch keinen ausreichenden Tatverdacht gegen den Hauptkommissar und ließen die Anklagepunkte nicht zur Verhandlung zu. Die sogenannten "Reichsbürger" lehnen die Bundesrepublik als Staat ab.

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"Reichsbürger" schießt in Georgensgmünd Polizisten nieder

Am Mittwochmorgen eröffnete ein "Reichsbürger" in Georgensgmünd das Feuer auf mehrere Polizisten. Der Mann war legal im Besitz von Waffen, die das Landratsamt Roth wegen Zweifeln an seiner Zuverlässigkeit sicherstellen wollte. Als die Spezialeinheiten in das Haus am Weinberg eindrangen, begann der Mann sofort zu schießen. Zwei Beamte wurden verletzt, einer starb.


Vor dem Amtsgericht Ansbach musste sich der Hauptkommissar wegen eines Vergehens nach dem Waffengesetz verantworten. Er hatte eine Pistole samt Munition im Keller liegen, und nicht – wie vorgeschrieben – sicher in einem Waffenschrank aufbewahrt. Das Verfahren wurde am Mittwoch jedoch wegen geringer Schuld gegen eine Geldauflage von 1500 Euro vorläufig eingestellt. 

dpa E-Mail

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