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Bad Windsheimer Wald: Vielfalt gegen Klimawandel

Stadtförster erläuterte im Schußbachwald den Waldumbau nach dem Orkan Wiebke - 30.10.2017 14:38 Uhr

Für den Waldumbau gibt es keine „Patentbaumart“, stellen Sven Finnberg (links) und Dr. Ludwig Albrecht bei der Waldführung fest. © Foto: Fritz Arnold


"Vielfalt": Das war eine der Antworten auf Fragen, für die keine gesicherten Auskünfte möglich sind. Bei einer Waldführung informierten sich rund 40 Besucher auf Einladung der Grünen im Landkreis darüber, wie die Stadt Bad Windsheim nach den verheerenden Schäden durch den Orkan Wiebke 1990 die Weichen stellte, um den Schußbach-Wald unempfindlicher gegenüber Wetterextremen zu machen.

Wie Stadtförster Sven Finnberg berichtete, waren bei dem Sturm 20-mal mehr Fichten gefällt worden, als im Jahr eingeschlagen werden. Hinzu wütete in den folgenden Jahren noch der Borkenkäfer. Daraufhin wurde eine große Zahl von kleinen Buchen gepflanzt, Eichen gesät und auch Teilbereiche der Naturverjüngung überlassen. Als Ergebnis präsentierte sich nun, 27 Jahre später, ein Waldumbau, der sich sehen lassen kann, wie viele Teilnehmer der Führung anerkennend bemerkten.

Welche Baumarten vertragen angesichts der vermuteten Klimaänderung zu erwartende höhere Temperaturen am besten, wollten Teilnehmer des Waldspaziergangs wissen. Wie Finnberg berichtete, sei beispielsweise die Walnuss unempfindlicher gegen Sommerhitze, doch sei diese durch Frühjahrsfröste gefährdet. Das sei bei der Elsbeere ähnlich. Derzeit kämen 150 Baumhaselpflanzen aus Serbien. Ein Forstexperte hat sich am Balkan mit Baumhasel und Schwarzkiefern vertraut gemacht. Die heimische Kiefer vertrage zwar Trockenheit, aber keine zu hohen Temperaturen.

Für den Leitenden Forstdirektor Dr. Ludwig Albrecht vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten kommen auch Edelkastanien, Robinien und Elsbeere neben Tannen und Douglasien in Frage. Keine Art sollte aber in zu großer Zahl angepflanzt werden. So berichtete Sven Finnberg, dass im Schußbach-Wald auch Tannen und Douglasien von Borkenkäfern befallen wurden. Die einst als gute Baumart angesehene Esche sei nun vom Eschentriebsterben befallen und könne deshalb nicht mehr empfohlen werden.

Letztlich, so waren sich Finnberg und Albrecht einig, gibt es keine "Patentbaumart", mit der man voll auf der sicheren Seite sei. Deshalb der Rat, auf Vielfalt bei den Baumarten zu setzen. 

Fritz Arnold

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