Donnerstag, 15.11.2018

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Bald glühen die Öfen im Brothaus-Café

Eröffnung am 26. Oktober –Österreichische Kaffeehaus-Kultur in Burgbernheim - 21.10.2011 17:29 Uhr

Marcus Fischer (rechts) und Betriebsleiter Siegfried Liebel vor den gusseisernen Holzöfen im Brothaus-Café. © Günter Blank


Im neuen Brothaus verschmelzen die Erfahrungen zweier Traditions­bäckereien. Jürgen Bräuninger führt den 1616 gegründeten Neustädter Fa­milienbetrieb in elfter, Marcus Fi­scher seine Rothenburger Bäckerei in dritter Generation. Die beiden gleichberechtigten Chefs des Brothauses – jeder hält 50 Prozent der Anteile – kennen und schätzen sich seit dem gemeinsamen Besuch der Meisterschule. Schon lange vor der „Bäckerhochzeit“ arbei­teten die beiden Betriebe zusammen, etwa in den Bereichen Einkauf, Mar­keting und EDV. Auch die Verbrei­tungsgebiete ihrer Fachgeschäfte hat­ten sie fein säuberlich getrennt: Die Bahnlinie zwischen Oberndorf und Ipsheim bildete die Grenze, die weder von Fischer von Westen, noch von Bräuninger von Osten her je über­schritten wurde.

"Bäckerhochzeit" der richtige Schritt

Die „Bäckerhoch­zeit“ war der folgerichtige Schritt dieser über viele Jahre bewährten Zusammenarbeit. In Burgbernheim haben die beiden nach dem Zusammenschluss ihrer Bäckereien zum Brothaus ihre ge­meinsame Produktionsstätte er­richtet. Deren riesige Backstube – die Produktion erfolgt auf einer Fläche von 8400 Quadratmetern – vermittelt zwar auf den ersten Blick einen in­dustriellen Eindruck, wie Marcus Fi­scher einräumt. Jedoch betont er, dass nach wie vor größter Wert auf handwerkliche Herstellung der Pro­dukte gelegt wird. So befinden sich unter den insgesamt 530 Mitarbeitern in Produktion, Technik, Logistik, Verwaltung und Verkauf allein 74 Bäcker und 14 Konditoren.

Alle Mitarbeiter wurden aus den zwei zuvor bestehenden Betrieben „mit allen sozialen Pflichten“ in die neue Handwerksbäckerei übernom­men, sagt Marcus Fischer. Die beiden Chefs selbst haben sich die Verant­wortung geteilt: Jürgen Bräuninger ist für die Backstube und den Ein­kauf verantwortlich, Marcus Fischer für den Verkauf und die Verwaltung. Waren die Bäckereien in Rothen­burg und Neustadt zu klein gewor­den, so ist das neue Backhaus in Burgbernheim auf Expansion aus­gelegt. Die soll jedoch in gesunder Weise erfolgen, blinden Aktionismus werde man nicht an den Tag legen, so Fischer, denn oberstes Gebot sei und bleibe die Qualität der Waren.

So glaubt Marcus Fischer auch nicht, dass seine Bäcker-Kollegen und deren Betriebe durch das neue Brothaus Nachteile erfahren werden. Ihm ist die Konkurrenz wichtig, denn nur so gebe es eine große Vielfalt, nur so könne der Kunde vergleichen und sich für seine Favoriten bei den Brot­waren entscheiden.

Geteilte Verantwortung

Dass das Backhaus in Burgbern­heim entstanden ist, liegt laut Fischer zum einen daran, dass die Stadt in der geografische Mitte zwischen den Sitzen der beiden Stammhäuser liegt. Zum anderen hätten Bürgermeister Matthias Schwarz, der Stadtrat und die Verwaltung das Projekt von An­fang an unterstützt. „Die haben den roten Teppich für uns ausgerollt“, be­schreibt Marcus Fischer seine Er­fahrungen.

Nicht zuletzt habe es die Firma Erhard Sport durch den Ver­kauf eines 10 000 Quadratmeter großen Grundstücks möglich gemacht, dass das Brothaus an der Rothenburger Straße gebaut werden konnte. Am 26. Oktober folgt nun mit der Eröffnung des Brothaus-Cafés der nächste Höhepunkt in der noch jungen „Bäckerehe“. Das geschmack­voll eingerichtete Café verfügt über 50 Sitzplätze, 50 weitere Plätze stehen auf der überdachten Terrasse zur Ver­fügung, Spielgeräte für Kinder sollen folgen. Das Café öffnet täglich um 6 Uhr. Es bietet neben einer großen Auswahl an Bäckerei- und Kon­ditoreiprodukten auch Pizza, Pasta und Salate. Ein Blickfang sind die gusseisernen Holzöfen, in denen vor den Augen der Gäste Brot und Pizza gebacken werden. Zudem wird im Brothaus-Café die klassische öster­reichische Kaffeehaus-Kultur ge­pflegt.
  

GÜNTER BLANK

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