Samstag, 16.02.2019

|

Biogasanlage versorgt bald ganz Lenkersheim

Im Herbst 2012 läuft die Versorgung durch die Genossenschaft an - 15.07.2011 10:52 Uhr

Mit viel Mist und Gülle wird die Biogasanlage nahe Lenkersheim betrieben. Etwas Mais braucht es aber auch noch. Derzeit wird nur die Le­benshilfewerkstatt von dort aus mit Nahwärme versorgt. Ab Herbst 2012 wird es fast ganz Lenkersheim sein. © Claudia Lehner


  Einige mehr könnten es aber noch werden. Mit der Kirche pflegt Jürgen Heckel einen intensiven Schriftver­kehr. Die Entscheidung steht noch aus. Je mehr Haushalte, um so dich­ter das Netz, desto günstiger wird es für den Einzelnen. Seit er Ende Mai als Vorsitzender in diese ehrenamtliche Aufgabe ge­wählt wurde, hat Jürgen Heckel viel zu tun. Die Liste dessen, was alles schon geschehen ist und noch gesche­hen muss, ist lang. Dennoch ist er be­geistert. Er rühmte den Zusammen­halt in der Dorfgemeinschaft, die gro­ße Harmonie in der Zusammenarbeit mit den Betreibern der Biogasanlage, dem Aufsichtsrat und den verschiede­nen Partnern, von der Bank bis zur Steuerkanzlei.

Derzeit erhebt das Ingenieurbüro Schirmer aus Sugenheim die Daten der verschiedenen Hausanschlüsse. Diese werden für den Förderantrag benötigt, der in spätestens sechs Wo­chen eingereicht werden muss. Gegraben wird heuer nicht mehr, wie Jürgen Heckel mitteilt. Erst nach der Frostperiode im Frühjahr 2012 werden die restlichen Nahwärmelei­tungen verlegt. Man habe aus den Er­fahrungen mit den ersten Leitungen am Marktplatz gelernt. Um mit der Dorferneuerung Schritt zu halten, musste alles sehr schnell gehen und mit der Lösung, bei den Hausan­schlüssen den Durchbruch in den Wän­den nur aufzuschäumen und nicht soli­de mit einem Rohr durchzuführen, ist er nicht zufrieden.

Das werde in Zu­kunft anders sein. Deshalb brauche es etwas Vorlauf, um die passende Fir­ma zu finden, die gute Qualität zu ei­nem möglichst günstigen Preis liefert, so der Ortsteilbeauftragte. Etwa ab März wird es also wieder losgehen. Dann wird auch das neue Hackschnitzelheizkraftwerk gebaut, das im Winter die Versorgungsspit­zen abfedern soll. Ab Herbst 2012, so der Plan, sollen die Lenkersheimer mit Nahwärme heizen können.

Verwirrende Kostenschätzung

Was dieses warme Wasser die Len­kersheimer nun genau kosten wird, das ist noch nicht klar.Noch fehlen die genauen Baukosten, die Höhe der För­derung und einiges mehr. Für Verwir­rung gesorgt hatte die Kostenschät­zung des Energie-Beratungs-Anwen­dungs- Zentrums EBA aus Triesdorf. Von 5,74 Cent je Kilowattstunde war da die Rede gewesen, gemeint war je­doch netto. Für den Endverbraucher würde dies allerdings 6,83 Cent bedeu­ten. Billiger werde es wohl in der Summe aber nicht werden, meinte Heckel.

Einige Kosten wären in der Schätzung nicht bedacht worden – zum Beispiel wird ein Puffer ge­braucht –, dafür senke die größere An­zahl an Abnehmern den Preis wieder. Dank sprach Heckel der VR-Bank Rothenburg aus, die mit Beratung und günstigen Konditionen geholfen habe. Anders als üblich,tragedieBank einen Großteil des Risikos,dieGenossen haf­ten nicht mit ihrem Privatvermögen, nur das Grundstück der neuen Hack­schnitzelheizung dient als Sicherheit. Die Kosten noch mehr senken kön­nen die Lenkersheimer, indem sie sel­ber mit anpacken.

Jürgen Heckel wünscht sich Bautrupps, die da zum Einsatz kommen, wo sehr teuer ein­zukaufende Handarbeit gefragt wä­re. Er machte aber auch klar: Wer mithilft, ist krankenversichert, die Jobs werden angemeldet. „Ich denke, jeder Genosse hat die Verantwor­tung, da zu wirken, wo er wirken kann“, formulierte der Dritte Winds­heimer Bürgermeister. „Wir werden es gemeinsam schaffen“, ist sich Jür­gen Heckel sicher. Weitere Infos zum Nahwärmenetz gibt es am Montag, 8. August, von 19.30 bis 21.30 Uhr im Gasthaus Grü­ner Baum. 

CLAUDIA LEHNER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Bad Windsheim