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Im Gemeindeetat sind dafür rund 50 000 Euro vorgesehen, der Architekt errechnete jetzt Kosten von mehr als 140 000 Euro. „Man kann über diese Gesamtsumme erschrecken“, meinte Bürgermeister Gerhard Wunderlich zu der Kostenkalkulation des Architekten.
Wichtiger als die Frage der Finanzierung des Vorhabens war dem Ergersheimer Rathauschef aber, dass der Gemeinderat sich mit der jetzigen Planung einverstanden erklärt und der Bauantrag zur Genehmigung beim Landratsamt eingereicht werden kann. Mit 12:0 Stimmen wurde dies befürwortet, ebenso wie der Antrag „auf isolierte Abweichung von den bauordnungsrechtlichen Vorschriften.“
Ohne diese Abweichung würde das Projekt noch teurer, müsste das gesamte Treppenhaus herausgerissen und erneuert werden, so Wunderlich. Da sich aber im Erdgeschoss beim Kindergarten nichts ändert – „sein Erhalt hat für uns oberste Priorität“, so Wunderlich – und im ersten Obergeschoss wenig, könne man mit dem Schlagwort Bestandschutz argumentieren. „Ich gehe davon aus, dass das Gebäude bei seiner Errichtung 1882 genehmigungsfähig war“, sagte der Bürgermeister.
Somit würde es ausreichen, die Treppe zum Dachgeschoss, Wände und Decke mit feuerhemmendem Material auszukleiden. Dies sei mit dem zuständigen Brandschutz-Fachmann Johannes Steinbrecher abgesprochen. Feuerhemmend ausgerüstet werden müssen außerdem die Holzdecken und Wände des Jugendraums. Dazu kommen selbstschließende, rauchdichte Türen, die zur Küche muss außerdem versetzt werden. Nicht zuletzt müssen Rauchmelder installiert werden.
Wichtigste Maßnahme ist im Dachgeschoss aber der zweite Rettungsweg. Dazu wird im Dach ein Giebel eingesetzt, durch den man auf eine Plattform gelangt. Dann führt eine Notleiter, ähnlich einem Siloeinstieg, hinab auf die Friedhofsmauer. Pfarrer Bernd Feldner und die protestantische Pfründestiftung hätten dazu ihr Einverständnis gegeben, erklärte der Bürgermeister.
Konstruktiv verbunden mit diesem zweiten Rettungsweg ist die neue Überdachung des Zugangs zum Kindergarten. Sie soll auf zehn metallenen Säulen und Streben ruhen, das Dach selbst wird aus Glas gefertigt. Insgesamt mit der Rettungsleiter „eine filigrane Konstruktion“. Dies habe der Architekt versichert, berichtete Gerhard Wunderlich. Weiter soll in diesem Bereich die Treppenanlage erneuert und mit einer Rampe für Kinderwagen versehen werden.
Im ersten Obergeschoss ist nur ein geringfügiger baulicher Eingriff vorgesehen. Herausgeschlagen wird die Trennwand zwischen großem und kleinem Schulsaal. Sie wird durch eine dreiteilige, flexible Trennwand ersetzt, so dass bei Bedarf ein einziger großer Raum zur Verfügung steht, der große Schulsaal aber nach wie vor als Gymnastikraum für den Kindergarten genutzt werden kann. Der derzeitige Registraturraum soll als Stuhllager genutzt werden.
„Ich weiß nicht, wie wir die Maßnahmen finanzieren sollen“, sagte Bürgermeister Wunderlich zu den jetzt vorgelegten Baukosten. Im diesjährigen Gemeindehaushalt sind für das Alte Schulhaus gerade Mal 50 000 Euro vorgesehen. Im Rahmen der Dorferneuerung sei ein Zuschuss von 25 Prozent zu erwarten, eventuell etwas mehr. Vorstellbar ist für das Gemeindeoberhaupt, die Maßnahme in mehrere Schritte zu unterteilen. „Priorität hat der Jugendraum“, erklärte Gerhard Wunderlich, denn „da stehen wir im Wort“. Er sollte möglichst zeitnah wieder geöffnet werden können. „Ich hatte mir ursprünglich vorgestellt, ihn Mitte des Jahres aufmachen zu können“, räumte Wunderlich ein.

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