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Brandschutz für Ermetzhofener Jugendraum wird richtig teuer

Kosten für aufwändige Bauarbeiten klettern auf das Dreifache - 08.08.2012 10:14 Uhr

Für den Jugendraum im Dachgeschoss des ehemaligen Schulhauses muss an der Nordseite eine Fluchttreppe installiert werden. Außerdem wird die Überdachung des Kindergartenzugangs erneuert und verlängert.

Für den Jugendraum im Dachgeschoss des ehemaligen Schulhauses muss an der Nordseite eine Fluchttreppe installiert werden. Außerdem wird die Überdachung des Kindergartenzugangs erneuert und verlängert. © Gero Selg


Im Gemeinde­etat sind dafür rund 50 000 Euro vorge­sehen, der Architekt errechnete jetzt Kosten von mehr als 140 000 Euro. „Man kann über diese Gesamtsum­me erschrecken“, meinte Bürgermeis­ter Gerhard Wunderlich zu der Kos­tenkalkulation des Architekten.

Wich­tiger als die Frage der Finanzierung des Vorhabens war dem Ergersheimer Rathauschef aber, dass der Gemeinde­rat sich mit der jetzigen Planung ein­verstanden erklärt und der Bauan­trag zur Genehmigung beim Landrats­amt eingereicht werden kann. Mit 12:0 Stimmen wurde dies befürwortet, ebenso wie der Antrag „auf isolierte Abweichung von den bauordnungs­rechtlichen Vorschriften.“

Ohne diese Abweichung würde das Projekt noch teurer, müsste das ge­samte Treppenhaus herausgerissen und erneuert werden, so Wunderlich. Da sich aber im Erdgeschoss beim Kindergarten nichts ändert – „sein Er­halt hat für uns oberste Priorität“, so Wunderlich – und im ersten Oberge­schoss wenig, könne man mit dem Schlagwort Bestandschutz argumen­tieren. „Ich gehe davon aus, dass das Gebäude bei seiner Errichtung 1882 genehmigungsfähig war“, sagte der Bürgermeister.

Zweiter Rettungsweg ist Pflicht

Somit würde es ausreichen, die Treppe zum Dachgeschoss, Wände und Decke mit feuerhemmendem Material auszukleiden. Dies sei mit dem zu­ständigen Brandschutz-Fachmann Jo­hannes Steinbrecher abgesprochen. Feuerhemmend ausgerüstet werden müssen außerdem die Holzdecken und Wände des Jugendraums. Dazu kom­men selbstschließende, rauchdichte Türen, die zur Küche muss außerdem versetzt werden. Nicht zuletzt müssen Rauchmelder installiert werden.

Wichtigste Maßnahme ist im Dach­geschoss aber der zweite Rettungs­weg. Dazu wird im Dach ein Giebel eingesetzt, durch den man auf eine Plattform gelangt. Dann führt eine Notleiter, ähnlich einem Siloeinstieg, hinab auf die Friedhofsmauer. Pfar­rer Bernd Feldner und die protestanti­sche Pfründestiftung hätten dazu ihr Einverständnis gegeben, erklärte der Bürgermeister.

Konstruktiv verbunden mit diesem zweiten Rettungsweg ist die neue Überdachung des Zugangs zum Kin­dergarten. Sie soll auf zehn metalle­nen Säulen und Streben ruhen, das Dach selbst wird aus Glas gefertigt. Insgesamt mit der Rettungsleiter „ei­ne filigrane Konstruktion“. Dies habe der Architekt versichert, berichtete Gerhard Wunderlich. Weiter soll in diesem Bereich die Treppenanlage er­neuert und mit einer Rampe für Kin­derwagen versehen werden.

Bürgermeister will Wort halten

Im ersten Obergeschoss ist nur ein geringfügiger baulicher Eingriff vor­gesehen. Herausgeschlagen wird die Trennwand zwischen großem und kleinem Schulsaal. Sie wird durch ei­ne dreiteilige, flexible Trennwand er­setzt, so dass bei Bedarf ein einziger großer Raum zur Verfügung steht, der große Schulsaal aber nach wie vor als Gymnastikraum für den Kindergar­ten genutzt werden kann. Der derzeiti­ge Registraturraum soll als Stuhllager genutzt werden.

„Ich weiß nicht, wie wir die Maß­nahmen finanzieren sollen“, sagte Bürgermeister Wunderlich zu den jetzt vorgelegten Baukosten. Im dies­jährigen Gemeindehaushalt sind für das Alte Schulhaus gerade Mal 50 000 Euro vorgesehen. Im Rahmen der Dor­ferneuerung sei ein Zuschuss von 25 Prozent zu erwarten, eventuell etwas mehr. Vorstellbar ist für das Gemein­deoberhaupt, die Maßnahme in meh­rere Schritte zu unterteilen. „Priorität hat der Jugendraum“, er­klärte Gerhard Wunderlich, denn „da stehen wir im Wort“. Er sollte mög­lichst zeitnah wieder geöffnet werden können. „Ich hatte mir ursprünglich vorgestellt, ihn Mitte des Jahres auf­machen zu können“, räumte Wunder­lich ein. 

Gero Selg

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