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Donnerstag, 26.04.2018

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Bundesminister Schmidt: Agrarpolitik mit "Vernunft"

Minister für Ernährung und Landwirtschaft im direkten Gespräch mit Bauern - 16.07.2017 15:52 Uhr

Walter Rauch (l.) übergab Bundesminister Christian Schmidt in der Sängerhalle von Gollachostheim "eine Stärkung für die bevorstehenden Aufgaben". © pmw


Bei einem Diskussionsabend der Arbeitsgemeinschaft für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten der CSU ("AG ELF") meinte der aus Obernzenn stammende Minister: "Es gibt keine abgeschotteten Märkte mehr". Die Märkte auch in der Ernährungswirtschaft seien weltweit und damit beweglicher geworden, mit all den Vor- und Nachteilen. Leider lägen im Agrarbereich die meisten Risiken derzeit aber beim Erzeuger, und das müsse sich ändern.

Die Vorteile weltweiter Zusammenarbeit sollten aber nicht übersehen werden. So gehe beispielsweise die Hälfte der in Deutschland erzeugten Milch in den Export. Überdeckt durch die Krawalle seien die agrarpolitischen Erfolge anlässlich des G-20-Gipfels in Hamburg kaum wahrgenommen worden. Als ein Beispiel nannte Christian Schmidt den gemeinsam mit den USA beschlossenen Ausstieg aus den Wachstumsbeschleunigern.

Und auch in der Europäischen Union habe sich Deutschland durchgesetzt, als es um die Zukunft der Landwirtschaft ging. So bleibe es bei den Direktzahlungen, die etwa die Hälfte landwirtschaftlichen Einkommens ausmachten, und die von manchen 'Grünen' hätten abgeschafft werden sollen. "Uns geht es um die Marktchancen für kleine und mittlere Betriebe, weil die es sind, die sich auch um die Naturerhaltung kümmern". Ganz "nebenbei" ließ der heimische Wahlkreisabgeordnete im Deutschen Bundestag und stellvertretende CSU-Vorsitzende einfließen: "CSU und CDU sind die letzten Parteien, die sich ernsthaft den Sorgen der Landwirte annehmen".

Auch beim Klima- und Naturschutz sei die Land- und Forstwirtschaft Teil der Lösung: "Die zugeführten Nährstoffe müssen in die Pflanzen und nicht ins Grundwasser". Mit neuen Techniken könne hier viel erreicht werden. Ebenso könne die zunehmende Digitalisierung dazu beitragen, Nährstoffe fachgerecht und zielgerichtet auszubringen.

Als "prima Gesprächsrunde" bezeichnete Schmidt den von ihm neu eingeführten "Praktikerbeirat": So etwas habe es in diesem Ministerium noch nie gegeben. Dem gehören praktizierende Landwirte verschiedenen Alters und aus unterschiedlichsten Regionen und Bereichen an, die mit ihren Fragestellungen und Sichtweisen die Politik des Ministeriums beratend unterstützen.

Zurück in die Mitte der Gesellschaft

"Die Landwirtschaft muss wieder in die Mitte des Gesellschaft gerückt werden", meinte der Bundesminister. Dazu gehöre auch eine verstärkte Thematisierung in den Schulen: "Wir setzen auf Ernährungsbildung und Aufklärung". Er baue insgesamt auf eine Agrarpolitik "mit Augenmaß und ohne Romantik", aber mit Wertschätzung von Lebensmitteln und Anerkennung der Pflege unserer Kulturlandschaften. "Vernunft statt Ideologie" stehe demnach bei ihm im Mittelpunkt.

Ein längeres Telefonat mit dem EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, dem Iren Phil Hogan, hatte Christian Schmidt vor seinem Eintreffen in der Sängerhalle des Gollhöfer Ortsteils Gollachostheim etwas aufgehalten. Dennoch blieb genügend Zeit für die von AG ELF-Bezirksvorsitzendem Walter Rauch geleitete ausführliche Diskussion mit den Landwirten, überwiegend Zuckerrübenbauern. So wurden die Direktzahlungen als Existenzgrundlage für die kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe bezeichnet und die von Christian Schmidt angesprochene Ernährungsbildung in den Schulen ausdrücklich begrüßt. Wichtig war den Bauern auch, dass Grund und Boden nicht zum Spekulationsobjekt von Investoren werde, "die mit der Landwirtschaft nichts am Hut haben". 

pmw

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