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Bundestagswahl: Wettstreit um Mandate beginnt

Im September buhlen im Wahlkreis Fürth neue und bekannte Gesichter um die Gunst der Bürger - 06.02.2013 10:23 Uhr

Bad Windsheim  - David gegen Go­liath heißt es wieder am 22. Septem­ber, oder besser Parlamentarischer Staatssekretär und Seriensieger gegen seine Herausforderer. Die Windsheimer Zeitung hat sich an­geschaut, wen die Parteien ins Rennen schicken und wie die Kandidaten den Wahlkampf in den nächsten Monaten angehen wollen.

Als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung ist Christian Schmidt in der ganzen Welt unterwegs. Für die CSU bewirbt er sich im Herbst um eine weitere Legislaturperiode im Bundestag.
Als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung ist Christian Schmidt in der ganzen Welt unterwegs. Für die CSU bewirbt er sich im Herbst um eine weitere Legislaturperiode im Bundestag.
Foto: Armin Leberzammer
Als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung ist Christian Schmidt in der ganzen Welt unterwegs. Für die CSU bewirbt er sich im Herbst um eine weitere Legislaturperiode im Bundestag.
Als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung ist Christian Schmidt in der ganzen Welt unterwegs. Für die CSU bewirbt er sich im Herbst um eine weitere Legislaturperiode im Bundestag.
Foto: Armin Leberzammer

Die Bundestags­wahl steht an, dabei entscheiden auch rund 250.000 Wahlberechtigte im hiesi­gen Wahlkreis wieder mit über die Machtverhältnisse unter der Berliner Reichstagskuppel. Derzeit sieht es nach einem engen Duell zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Grün aus. Bei der Erststimme geht es um den Di­rektkandidaten, und hier stimmten die regionalen Wähler seit 1990 jeweils für Christian Schmidt von der CSU. 

Aktuell sind drei Politiker aus dem Wahlkreis-Gebiet im Bundestag, der gebürtige Obernzenner Christian Schmidt als Direktkandidat sowie Uwe Kekeritz (Bündnis 90/Die Grü­nen) aus Custenlohr bei Uffenheim und Marlene Rupprecht (SPD) aus Tu­chenbach über die jeweiligen Listen. Ab Herbst sicher nicht mehr in Ber­lin ist Marlene Rupprecht, die nach 16 Jahren im Parlament nicht mehr an­tritt. Die beiden anderen Mitglieder des Bundestags (MdB) bewerben sich erneut. Dazu buhlen nach aktuellem Stand mindestens sieben weitere Kandidaten um die Erststimmen der Wähler. Die Linke wählt ihren Vertre­ter erst am 23. Februar, die Freien Wähler bis Mitte März.

Träger setzt auf neue Medien


23 Jahre Bundestags-Erfahrung, seit 2005 Parlamentarischer Staats­sekretär im Verteidigungsministerium und stellvertretender Parteivorsitzen­der der CSU: Christian Schmidt ist ei­nes der politischen Schwergewichte in der Landesgruppe der Christsozialen in Berlin. Im September 2009 holte er 43,3 Prozent der Erststimmen, vier Jahre zuvor gar 49,0 Prozent. Schmidt kann sich aber auch für sei­nen siebten Wahlkampf noch motivie­ren. „Ich habe noch Spaß dabei“, sagt der 55-Jährige, auch wenn sich die Wahlkämpfe massiv verändert hätten. Der reine Versammlungs- und Vorstel­lungswahlkampf sei Geschichte, das Internet und Social Networks sorgten dafür, dass der Wahlkampf anstren­gender und kurzfristiger geworden sei. Gleichwohl geht Schmidt die Sa­che gegenüber früher „ein bisschen ru­higer im inneren Denken“ an. Aktuell ist sein Alltag gekennzeichnet von Routinebetrieb auf der einen, dem Jonglieren mit Terminen für Wahl­kampfauftritte auf der anderen Seite.

Herausgefordert wird Schmidt un­ter anderem von Carsten Träger. Der 39-Jährige aus Stadeln setzte sich bei der Nominierungsversammlung in ei­ner Kampfabstimmung gegen Mi­chael Bischoff durch. Träger arbeitet als Koordinator in der Werbeabtei­lung der Sparkasse, ist unter ande­rem stellvertretender Vorsitzender der Fürther SPD-Stadtratsfraktion. Neben dem klassi­schen Straßen­wahlkampf und vielen Veranstal­tungen will er auch auf neue Medien und soziale Netz­werke im Internet setzen, um vor allem junge Wähler zu erreichen. „Erst einmal geht es darum, meinen Bekanntheitsgrad zu stei­gern“, sagt Träger. Bei den Themen ist ihm unter anderem „die soziale Ge­rechtigkeit in Verbindung mit dem Block Wirtschaft und Arbeit wichtig“.

Die Grünen setzen auf Erfahrung

Mit einem erfahrenen Mann versu­chen es die Grünen: Uwe Kekeritz sitzt seit 2009 im Bundestag. Bei der jüngsten Wahl konnte er 9,6 Prozent der Erststimmen erringen. „Ich habe in der Zeit im Bundestag noch viel dazulernen können“, sagt Kekeritz. Im Wahlkampf will er „viel vor Ort sein“, sagt der 59-Jährige. Wichtige Themen sind für ihn vor allem die Energiewende, aber auch Landwirt­schaft und die sozial-ökologische Wende sowie eine gerechtere Besteue­rung von Arbeitnehmern im Gegen­satz zu Unternehmen. „Wir wollen die Leute überzeugen, dass Grün die Alternative zu der aktuellen Regie­rung ist“, sagt Ke­keritz.

Bilderstrecke zum Thema
Im Zuge der Bundestagswahlen am 22. September bewerben sich fünf Kandidaten um den Platz im Parlament. 2009 holte CSU-Mann Christian Schmidt das Direktmandat.

Die Liberalen schicken den Für­ther Franz Flei­scher ins Rennen. „Der Liberalismus ist in allen Bevöl­kerungsschichten zu Hause“, sagt der 58-jährige Unternehmensberater. Der stellvertretenden Kreisvorsitzenden der FDP Fürth ist beim Bundesver­band mittelständische Wirtschaft für Nürnberg West tätig und will „den Mittelstand vertreten“. Die Kandida­tur sieht er als Chance, seine Berufs­erfahrungen einbringen zu können.

Piraten und ÖDP stehen in den Startlöchern

Von den aktuell nicht im Bundestag vertretenen Parteien haben sich die Piraten und die ÖDP bereits in Stel­lung gebracht. „Auch wenn die Chan­cen als Direktkandidat sehr gering sind, werde ich den Wahlkampf mit vollem Engagement führen, um mög­lichst viele Stimmen für die Piraten zu erhalten“, so Hilmar Vogel. Der Gymnasiallehrer aus Fürth will sich klar positionieren: Soziale Gerechtig­keit, gute Finanzpolitik, Schuldenab­bau so weit es geht und auch Umwelt­politik gibt er als Themen an. Ein wichtiger Punkt für den 40-Jährigen, der sich selbst auch als „politisch un­verbraucht“ beschreibt, ist die direkte Bürgerbeteiligung. Jürgen Osterlän­ger heißt der der Kandidat der ÖDP. „Wir brauchen neue Leitbilder in der Politik“, sagt der 54-jährige Emskir­chener. Programmatisch sieht er seine Partei gut aufgestellt.

Die Ausgangspositionen sind also schon vor der heißen Wahlkampfpha­se ziemlich eindeutig geklärt, doch am Ende entscheiden eben doch die 250 000 Wahlberechtigten, ob der Fa­vorit sein Mandat verteidigen kann. 

Stefan Blank/Günter Blank


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