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Die Bundestagswahl steht an, dabei entscheiden auch rund 250.000 Wahlberechtigte im hiesigen Wahlkreis wieder mit über die Machtverhältnisse unter der Berliner Reichstagskuppel. Derzeit sieht es nach einem engen Duell zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Grün aus. Bei der Erststimme geht es um den Direktkandidaten, und hier stimmten die regionalen Wähler seit 1990 jeweils für Christian Schmidt von der CSU.
Aktuell sind drei Politiker aus dem Wahlkreis-Gebiet im Bundestag, der gebürtige Obernzenner Christian Schmidt als Direktkandidat sowie Uwe Kekeritz (Bündnis 90/Die Grünen) aus Custenlohr bei Uffenheim und Marlene Rupprecht (SPD) aus Tuchenbach über die jeweiligen Listen. Ab Herbst sicher nicht mehr in Berlin ist Marlene Rupprecht, die nach 16 Jahren im Parlament nicht mehr antritt. Die beiden anderen Mitglieder des Bundestags (MdB) bewerben sich erneut. Dazu buhlen nach aktuellem Stand mindestens sieben weitere Kandidaten um die Erststimmen der Wähler. Die Linke wählt ihren Vertreter erst am 23. Februar, die Freien Wähler bis Mitte März.
23 Jahre Bundestags-Erfahrung, seit 2005 Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium und stellvertretender Parteivorsitzender der CSU: Christian Schmidt ist eines der politischen Schwergewichte in der Landesgruppe der Christsozialen in Berlin. Im September 2009 holte er 43,3 Prozent der Erststimmen, vier Jahre zuvor gar 49,0 Prozent. Schmidt kann sich aber auch für seinen siebten Wahlkampf noch motivieren. „Ich habe noch Spaß dabei“, sagt der 55-Jährige, auch wenn sich die Wahlkämpfe massiv verändert hätten. Der reine Versammlungs- und Vorstellungswahlkampf sei Geschichte, das Internet und Social Networks sorgten dafür, dass der Wahlkampf anstrengender und kurzfristiger geworden sei. Gleichwohl geht Schmidt die Sache gegenüber früher „ein bisschen ruhiger im inneren Denken“ an. Aktuell ist sein Alltag gekennzeichnet von Routinebetrieb auf der einen, dem Jonglieren mit Terminen für Wahlkampfauftritte auf der anderen Seite.
Herausgefordert wird Schmidt unter anderem von Carsten Träger. Der 39-Jährige aus Stadeln setzte sich bei der Nominierungsversammlung in einer Kampfabstimmung gegen Michael Bischoff durch. Träger arbeitet als Koordinator in der Werbeabteilung der Sparkasse, ist unter anderem stellvertretender Vorsitzender der Fürther SPD-Stadtratsfraktion. Neben dem klassischen Straßenwahlkampf und vielen Veranstaltungen will er auch auf neue Medien und soziale Netzwerke im Internet setzen, um vor allem junge Wähler zu erreichen. „Erst einmal geht es darum, meinen Bekanntheitsgrad zu steigern“, sagt Träger. Bei den Themen ist ihm unter anderem „die soziale Gerechtigkeit in Verbindung mit dem Block Wirtschaft und Arbeit wichtig“.
Mit einem erfahrenen Mann versuchen es die Grünen: Uwe Kekeritz sitzt seit 2009 im Bundestag. Bei der jüngsten Wahl konnte er 9,6 Prozent der Erststimmen erringen. „Ich habe in der Zeit im Bundestag noch viel dazulernen können“, sagt Kekeritz. Im Wahlkampf will er „viel vor Ort sein“, sagt der 59-Jährige. Wichtige Themen sind für ihn vor allem die Energiewende, aber auch Landwirtschaft und die sozial-ökologische Wende sowie eine gerechtere Besteuerung von Arbeitnehmern im Gegensatz zu Unternehmen. „Wir wollen die Leute überzeugen, dass Grün die Alternative zu der aktuellen Regierung ist“, sagt Kekeritz.
Die Liberalen schicken den Fürther Franz Fleischer ins Rennen. „Der Liberalismus ist in allen Bevölkerungsschichten zu Hause“, sagt der 58-jährige Unternehmensberater. Der stellvertretenden Kreisvorsitzenden der FDP Fürth ist beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft für Nürnberg West tätig und will „den Mittelstand vertreten“. Die Kandidatur sieht er als Chance, seine Berufserfahrungen einbringen zu können.
Von den aktuell nicht im Bundestag vertretenen Parteien haben sich die Piraten und die ÖDP bereits in Stellung gebracht. „Auch wenn die Chancen als Direktkandidat sehr gering sind, werde ich den Wahlkampf mit vollem Engagement führen, um möglichst viele Stimmen für die Piraten zu erhalten“, so Hilmar Vogel. Der Gymnasiallehrer aus Fürth will sich klar positionieren: Soziale Gerechtigkeit, gute Finanzpolitik, Schuldenabbau so weit es geht und auch Umweltpolitik gibt er als Themen an. Ein wichtiger Punkt für den 40-Jährigen, der sich selbst auch als „politisch unverbraucht“ beschreibt, ist die direkte Bürgerbeteiligung. Jürgen Osterlänger heißt der der Kandidat der ÖDP. „Wir brauchen neue Leitbilder in der Politik“, sagt der 54-jährige Emskirchener. Programmatisch sieht er seine Partei gut aufgestellt.
Die Ausgangspositionen sind also schon vor der heißen Wahlkampfphase ziemlich eindeutig geklärt, doch am Ende entscheiden eben doch die 250 000 Wahlberechtigten, ob der Favorit sein Mandat verteidigen kann.

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