Donnerstag, 15.11.2018

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Bürgerentscheid in Ippesheim: Mehrheit für drittes Windrad

Bürgermeisterin appelliert an einen sachlichen Umgang mit dem Ergebnis - 15.10.2018 14:34 Uhr

Zusammen mit der Landtags- und Bezirkstagswahl fand in der Gemeinde Ippesheim am Sonntag auch ein Bürgerentscheid statt, bei dem es um ein Ja oder ein Nein zu einem dritten Windrad bei Herrnberchtheim ging. 294 Bürger sprachen sich für die Einstellung der Bauleitplanung, 349 aber dagegen und damit für ein weiteres Windrad aus.

In Herrnberchtheim waren (jeweils ohne Briefwahl) 66 Wahlberechtigte für ein drittes Windrad, 80 dagegen. In Ippesheim sagten 137 Wähler Ja zum Windrad, 76 Nein. In Bullenheim befürworteten 86 Wähler ein weiteres Windrad, 69 sagten Nein dazu. Bei den Briefwählern wollten 60 ein weiteres Windrad, 69 wollten es nicht. Damit haben sich 54,3 Prozent der Wähler für die Weiterverfolgung der Bauleitplanung ausgesprochen.


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"Wir hatten uns gewünscht, dass es zu einem deutlichen Votum kommt", sagte Ippesheims Bürgermeisterin Doris Klose-Violette im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Abstimmung nun könne man als solches interpretieren. Sie fügte hinzu, dass es in Herrnberchtheim nicht nur Gegner des Standortes, sondern auch etliche Befürworter gegeben habe. Überrascht zeigte sie sich darüber, dass bei einer Unterschriftenaktion sich 182 Wahlberechtigte noch gegen ein Windrad ausgesprochen hätten, jetzt dies aber deutlich weniger gewesen seien.

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Jubel und Zufriedenheit auf der einen Seite, Enttäuschung, Ratlosigkeit und hilflose Erklärungsversuche auf der anderen: Nach den ersten Hochrechnungen treten Politiker und Kandidaten mit äußerst gemischten Gefühlen an die Öffentlichkeit. Das Stimmungsbild aus Region und Parteispitze.


Rein persönlich hätte sie mit einem knapperen Ergebnis gerechnet. Dass sich die Ippesheimer und die Bullenheimer leichter mit einem Ja zum Windrad getan hätten, "wäre blöd zu leugnen", meinte die Bürgermeisterin.

Zeitnah werde nun eine Gemeinderatssitzung stattfinden, in der das Gremium festlegen werde, wie mit dem Beschluss umzugehen sei. Der Gemeinderat wäre gut beraten, sich an das Votum zu halten, wenngleich natürlich jeder seine Stimme habe. Auf die Frage, ob es vielleicht besser wäre, nochmals über den Standort zur reden, entgegnete die Bürgermeisterin, dass „ein anderer Standort überhaupt nicht zur Diskussion steht“. Nachdem die Pläne für ein drittes Windrad bei Herrnberchtheim bei den Bürgern bekannt wurden, hatte sich im Gegensatz zu den ersten beiden Windkraftanlagen Widerstand geregt. Insbesondere die Nähe zum Ort war dabei der Stein des Anstoßes.

"Ich will, dass sachlich und ohne Häme mit dem Ergebnis umgegangen wird", bekräftigte die Bürgermeisterin abschließend. Auch von einer möglichen Spaltung des Ortsteils Herrnberchtheim wollte sie nichts wissen. 

gk

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