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Das Fachmagazin des Landesverbandes Bayerischer Pferdezüchter berichtet aktuell von Pik Flowers Erfolgen. Beim französischen Bundeschampionat wurde sie bereits als Vierjährige auf Anhieb Reservesiegerin, mit fünf wiederholte sie den Erfolg und auch zwei Jahre später holte sie im französischen Championat der Siebenjährigen Bronze.
Rudolf Brummer und seine Frau Anna sind stolz auf die schicke Stute aus ihrem Stall. Denn zunächst war nicht klar, ob sie den Weg nach oben schafft. Damit sich ein Klasse-Pferd entwickelt, muss vieles zusammenkommen. Die Veranlagung der Eltern ist wichtig; die richtige Paarung zusammenzustellen, ist das Können des Züchters. Dann muss die Aufzucht passen, da geht es nicht nur um gutes Futter, auch der Umgang mit den Pferden muss stimmen.
Dann endet der Einflussbereich des Züchters. Meist verkaufen Brummers ihre Nachzucht als Fohlen, also etwa mit einem halben Jahr. „Es kommt immer darauf an, in welche Hände sie kommen, was daraus gemacht wird“, sagt Anna Brummer. Und ihr Mann ergänzt: „Ich will aus dem Pferd was Besseres machen, also muss ich es hergeben.“ Gemeint sind damit der Ausbilder für ein junges Pferd und der Reiter, der es bei Turnieren vorstellt. Pik Flower war von Anfang an gut und hatte wohl auch passende Reiter.
Ihr Weg nach Frankreich führte über Ingolstadt, wo Pik Flower den Reitpferde-Cup als erfolgreichste Stute absolvierte. Barbara Klinger, mehrfache französische Landesmeisterin der jungen Dressurreiter, kaufte das Pferd und holte es nach Paris. Die beiden haben gemeinsam die großen Erfolge bei Turnieren in Frankreich geholt. 2010 sollte Pik Flower auch an der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde in Verden teilnehmen, musste aber wegen eines Hufgeschwürs zuhause bleiben.
Für Brummers wäre es gut gewesen, wenn das beste Pferd, das sie bisher gezogen haben, bei einer wichtigen Meisterschaft in Deutschland dabeigewesen wäre. Wobei Pik Flower nicht das einzige erfolgreiche Pferd aus der Rüdisbronner Zucht ist. Schon das erste Fohlen, das Rudolf Brummer aus seiner ersten Zuchtstute Ramona 1977 gezogen hat, ist S-Dressuren (Schwere Klasse) gegangen.
Für den Wallach Varino aus Brummers Zucht hatte sich sogar Nelson Pessoa, ein Weltklasse-Springreiter, interessiert, und das Pferd bei einer Auktion in München selbst ausprobiert. Allerdings bot dann ein anderer Interessent mehr. Das Foto ihres Pferdes mit Europameister Pessoa im Sattel hängt selbstverständlich bei Brummers im Hauseingang, ebenso wie eine Menge Schleifen und Pokale von Fohlenprämierungen.
An die 30 Fohlen haben Brummers gezüchtet, bei ihrer Erfolgsstute Pik Flower hat ihnen ihr Mut geholfen, Neues auszuprobieren. Je besser die Abstammung eines Deckhengstes und dessen Turniererfolge, umso mehr kostet sein Samen. Der Vater von Pik Flower war noch ein eher unbekannter Hengst, als Brummers sich für ihn entschied. Inzwischen wäre ihnen der Preis für den Samen zu hoch.
Pferdezucht ist meist Liebhaberei. Und zwar eine, die viel Arbeit macht. Bis zu 16 Pferde hatte die Familie auf dem Hof. Das geht jetzt nicht mehr, weil der 61-Jährige Probleme mit der Wirbelsäule hat. Aber mit seiner Stute Pirola, einer Halbschwester von Pik Flower, züchtet er weiter.
Im Stall steht ein schickes Hengstfohlen von ihr und sie ist wieder trächtig. Pferde gehören zu Brummers Leben, die Eltern hatten Süddeutsche Kaltblüter für die Feldarbeit, Brummer hat sich der Warmblutzucht verschrieben. Und der Pferdemann gibt zu: „Ganz aufhören, das kann man ja gar nicht.“
