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Bereits seit 1989 wird eine einheimische Gehölzart zum Baum des Jahres gekürt. Für 2012 fiel die Wahl auf die Europäische Lärche. Ursprünglich war sie ein Hochgebirgsbaum, doch durch die moderne Forstkultur ist sie heute auch in den Mittelgebirgen und im Tiefland als Waldbaum anzutreffen.
Die Lärche ist ein ausgesprochen lichtbedürftiger Baum, der sowohl Temperaturen von bis zu minus 40 Grad als auch sommerliche Hitze verträgt. Sie bevorzugt lehmige Böden und erreicht nach 60 bis 150 Jahren Höhen von über 40 Metern und Stämmevon mehr als 150 Zentimetern Durchmesser. Als Höchstalter werden 600 bis 700 Jahre genannt. Mit 100 bis 140 Jahren gilt das Holz als hiebreif. Lärchenholz stellt unter den europäischen Nutzhölzern das schwerste, härteste und dauerhafteste Holz dar und wird nur von der selten genutzten Eibe übertroffen. Es ist gegen Nässe so widerstandsfähig wie die Eiche.
Die Verwendung ist entsprechend vielseitig: Als Bauholz für Dachtragewerke, Deckenkonstruktionen, Fassadenverkleidungen, Parkett- und Dielenböden, Treppen, Türen und Tore; hinzu kommen Sonderverwendungen im Wasser-, Brücken- und Bootsbau.
Die Lärche ist einhäusig zweigeschlechtlich, das heißt, es kommen männliche und weibliche Blüten-Zapfen auf einem Baum vor. Je nach Höhenlage blüht die Lärche von April bis Juni. Die männlichen Blüten sitzen an nadellosen Kurztrieben, während die leuchtend roten weiblichen Blüten, an nadeltragenden Kurztrieben gebildet werden. Der Pollen besitzt kleine Luftsäcke und wird vom Wind zu den weiblichen Blüten getragen. Bis zum Oktober sind aus den anfangs zarten weiblichen Blüten die harten, holzigen Lärchenzapfen geworden. Aber erst im nächsten Frühjahr spreizen sich die Fruchtschuppen und entlassen die glänzenden, geflügelten Samen auf eine kurze Luftreise.
Neben Fichte und Tanne zählt die Lärche zu den Honigtauspendern der Bienen, sofern sich dort Pflanzensauger befinden. Auf der Lärche sind dies drei Rindenlausarten. Der aus dem Honigtau erzeugte Honig ist sehr melizitosehaltig und kristallisiert daher rasch in den Waben.
Die Nadeln der Lärche dienen mehreren Faltern als Raupennahrung, ohne dass der Baum dadurch Schaden erleidet. Die vier Millimeter langen Samen der reifen Zapfen werden von mehreren Vogelarten verzehrt: Grünfink, Birkenzeisig, Tannenmeise, Kohlmeise, Blaumeise, Haubenmeise, Kleiber, Buntspecht und Fichtenkreuzschnabel. Besondere Erwähnung verdient die Brutbiologie des Fichtenkreuzschnabels: Unbekümmert von Sturm, Schnee und Frost brütet dieser Sonderling in den kältesten Monaten Dezember und Januar.
Solche höchst ungewöhnlichen Bruten im Winter sind zum einen nur möglich, weil Nadelholzsamen besonders viele Nährstoffe enthalten, zum anderen, weil die Nestlinge des Fichtenkreuzschnabels außerordentlich widerstandsfähig sind: Bei Abwesenheit der Altvögel fallen sie in ein Koma, erholen sich aber sofort, wenn sie die Wärme der Mutter wieder umgibt.
Die meisten Bäume gehen eine Symbiose (Mykorrhiza) mit bestimmten Pilzen ein, die mit ihren Zellfäden die Wurzeln der Gehölze umhüllen. Der Nutzen für die Bäume liegt in der Verbesserung der Mineralsalzernährung und der Wasserversorgung sowie in der verstärkten Stickstoff- und Phosphatzufuhr durch die humusaufschließende Wirkung der Pilze. Die Pilze erhalten in dieser Symbiose Kohlehydrate. Mykorrhiza-Partner der Lärche sind der als Gelber Lärchenröhrling bekannte Goldröhrling, der seltene Graue Lärchenröhrling und der Rostrote Lärchenröhrling. Alle drei sind essbar, besonders der Goldröhrling ein ausgezeichneter Speisepilz. In der Literatur werden auch der Fliegenpilz und einige Milchlinge als mögliche Wurzelpilze genannt.
