Montag, 24.09.2018

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Diesjähriger August war einer der wärmsten seit Messbeginn

Extreme Trockenheit im Erntemonat - Teilweise katastrophale Schäden - 11.09.2018 16:41 Uhr

Aufgewirbelter Staub taucht im trockenen August bei Abendrot die Kirche in Külsheim in ein ganz besonderes Licht. © Foto: Frank Wiemer


Fangen wir bei den Temperaturen an: Hier setzte sich der August mit einer Durchschnittstemperatur von 21,3 Grad an die zweite Stelle der heißesten Augustmonate nach dem Jahr 2003 (damals 22,5 Grad). Die positive Temperaturabweichung gegenüber der Norm betrug dabei 4,3 Grad. Dabei wurde der heißeste Tag mit einem Höchstwert von 36,5 Grad am 4. des Monats in Kaubenheim gemessen, während der kälteste Tag am Monatsletzten in Neuherberg ein Maximum von 16,2 Grad gebracht hatte. Bei einem Tiefstwert von 20,1 Grad in der Nacht zum Monatsersten wurde dort die zweitwärmste Augustnacht nach dem Jahr 2003 (damals 21,1 Grad) protokolliert. Auf der anderen Seite sank das Quecksilber in der Nacht zum 26. des Monats in Kaubenheim bis auf 3,8 Grad in den Keller. Örtlich war gar der erste Bodenfrost mit Reifbildung beobachtet worden.

Über den ganzen Monat hinweg waren bis zu 29 warme Tage über 20 Grad (Rekord in Neuherberg; wie 2003), 24 Sommertage über 25 Grad sowie in Kaubenheim nicht weniger als 18 heiße Tage über 30 Grad notiert worden. Letzteres übertraf die erst im August 2015 aufgestellte Bestmarke von 17 Tropentagen. Von Ende Juli bis zum 9. August waren sogar 17 tropisch heiße Tage in Folge gezählt worden. Vergleichbares hatte es zuvor noch nie gegeben.

Auch wurde jetzt in Neuherberg eine neue Höchstzahl von Sommernächten gezählt, in denen die Temperatur nicht unter 15 Grad absank; das bisherige Maximum lag bei 16 Nächten und datierte aus dem Hitzesommer 2003. Die monatliche Temperaturspanne lag bei 32,7 Grad und erreichte die größte Differenz seit 1998. Durch das lang anhaltende Sommerwetter in diesem Jahr gab es weitere Rekordtemperaturen im Bodeninnern.

Deutlich über den Bestmarken

So lag das Minimum der Temperatur in Bodentiefen von 20 Zentimeter mit 17,0 Grad (2008: 16,6 Grad) und einem Meter mit 19,1 Grad (2003: 18,4 Grad) zum Teil deutlich über den bisherigen Bestmarken. In 50 Zentimetern Tiefe wurden 19,3 Grad erreicht; hier war es nur 2003 mit 22,4 Grad deutlich wärmer. Selbst die Maximaltemperatur in einer Bodentiefe von einem Meter lag jetzt mit 20,6 Grad um ein Zehntel Grad höher als im Jahr 2015. Noch nie war es dort so warm gewesen.

Beim Niederschlag zeigte sich ein unterschiedliches Bild: Hatte es in Neuherberg immerhin 39,6 Liter geregnet, so waren es in Kaubenheim nur 12,1 Liter und in Bad Windsheim lediglich elf Liter. Hier brachte der maximale Tagesniederschlag nur 6,3 Liter, während in Neuherberg mit 26,2 Litern allein zwei Drittel des monatlichen Niederschlags bei einem heftigen Schauer am 17. August niedergingen.

Extremes Niedrigwasser in heimischen Flüssen

Beispielsweise fehlten in Kaubenheim gegenüber einem normalen August 81 Prozent oder 53 Liter zur Norm. Deshalb steht dort der trockenste Sommerabschluss nach dem Hitzesommer 2003 (damals nur 7,6 Liter) zu Buche. Überhaupt listete man jetzt nur sieben Tage mit messbarem Niederschlag auf; nur an drei Tagen wurde mindestens ein Liter aus dem Messbecher entnommen. Überboten wurde diese Niederschlagsarmut nur noch vom August vor 15 Jahren, als an sechs Tagen lediglich an einem Tag mehr als ein Liter vom Himmel kam. Über den Monat hinweg waren jetzt vier Gewitter gezählt worden.

Bei einer Sonnenscheindauer bis zu 257 Stunden wurde für Kaubenheim ein Plus von 25 Prozent oder 50 Stunden errechnet. Am Ende kam der viertsonnigste Erntemonat seit Messbeginn im Jahre 1990 heraus. Die Sonne schien zumindest an jedem Tag ein wenig. Sieben heiteren stand nur ein trüber Tag gegenüber; noch weniger trübe Tage hat es im achten Monat noch nicht gegeben. Mit einer mittleren Luftfeuchtigkeit von 64 Prozent in Kaubenheim lag man nur ein Prozent über dem Tiefstwert von 63 Prozent aus den Jahren 2003 und 2015. Der tiefste Tageswert lag bei 19 Prozent, in Neuherherg war nur 2003 mit 18 Prozent eine noch geringere Luftfeuchte aufgezeichnet worden. Hier wurde jedoch der windstärkste August seit zwölf Jahren notiert. Die heimischen Flüsse und Bäche führten zuletzt extremes Niedrigwasser. 

Heinz Meyer

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