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Sonntag, 23.09.2018

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"Festival der Genüsse" lässt Bad Windsheim schlemmen

Landkreis feierte Doppeljubiläum mit Wein- und Karpfenvielfalt - 29.08.2018 17:01 Uhr

Der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt übernahm die Schirmherrschaft für das kulinarische Doppeljubiläum und ließ es sich mit MdL Hans Herold (r.) schmecken. © Harald Munzinger


"Glücksmomente für den Gaumen" wurden den zahlreichen Gästen von den beiden engagierten Arbeitsgemeinschaften geboten, auf deren stete Weiterentwicklung und großartige Leistung auch viel Prominenz aus Politik, Teichwirtschaft und Weinbau das Glas erhob. Die Fränkische Weinkönigin Klara Zehnder hielt mit der ersten Aischgründer Karpfenkönigin Katrin Uano und ihrer Nachfolgerin Nina Hock sowie den Weinhoheiten der 1988 aus der Taufe gehobenen "Mittelfränkischen Weinstraße" glanzvoll Hof an einem Abend, durch den die ehemalige Deutsche Weinkönigin Nicole Then mit Charme und Temperament führte und der den Genüssen für alle Sinne "die Krone aufsetzte".

Verpasst hat diese Bayerns Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, die aus gesundheitlichen Gründen das Schirmherrenamt an den ehemaligen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt übergeben musste, der dabei wieder in "seinem Element" war und beide Jubilare als "Gewinn für Teichwirtschaft, Gastronomie und Tourismus gleichermaßen" würdigte. Sowohl "Mittelfränkische Bocksbeutelstraße" als auch "Aischgründer Karpfenschmeckerwochen" hätten "für die Region wichtige Impulse gebracht". Die Vielfalt der mittelfränkischen Weine sei eine ideale Ergänzung zum heute vielseitigen Karpfengenuss.

Gastronomie begeisterte mit Büfetts

Sowohl Vorspeisen-, als auch Festtagsbüfett und verlockende Nachspeisen, wozu die Weinhoheiten speziell auf die Gericht abgestimmte Weine kredenzten, sollten den Schirmherren bestätigen. Da ließen schon "Gebeiztes Karpfenfilet" oder "Karpfenschaum Wasabi", "Karpfen-Piroggen" oder die "Karpfen-Praline mit Roséweingelée" das Wasser im Mund zusammenlaufen. Vom "Karpfenmatjes" über Bandnudeln mit Karpfenstreifen bis zu diversen überbackenen oder "gepfefferten" Filets reichte die Hauptspeisenpalette zu trockenem Riesling, blauen Silvaner oder "Altem Wengert".

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Gunter Hoffmann untermalte am Klavier stimmungsvoll die Tafelrunden. Mundartakrobat Sven Bach sorgte auf seine unnachahmliche Weise mit dem hintersinnig-unterhaltsamen Hoch auf die Franken und ihre schelmisch beobachteten Eigenheiten für die von den Lachmuskeln und dem Beifallsmarathon angeregte Verdauung. Als es zum Dessertbüfett ging, wünschte sich manch ein Gast nach guter alter fränkischer Redensart, "dass der Buckel auch noch Bauch" wäre. Wer mochte schon "Apfelweintorte", "süßen Karpfen" oder "Schneebällchen" wiederstehen?!

Hervorragende Regionalprodukte

Damit hatte für den Schirmherrn der "vielfältige kulinarische und kulturelle Festabend einen hohen Erinnerungswert", der immer wieder bewusst mache, "dass hier in Franken hervorragender Wein und zudem ein Speisefisch allererster Güte erzeugt" werde. Gegenüber anderen Haltungsformen genieße der Karpfen mit 15 Quadratmetern Teichfläche (pro Fisch!) paradiesische Zustände, was dazu führen sollte, ihn mit dem EU-Siegel der "geschützten geographischen Angabe" zu adeln und damit für jedermann als Markenprodukt auszuweisen. Im harten Wettbewerb sei dies "ein Startvorteil, der gemeinsam genutzt werden sollte", so Schmidt.

Als ehemaliger Agrarminister war er fit in der Materie des gesunden Lebensmittels mit den Omega-3-Fettsäuren, die menschliche Aggressionen abbauen, fröhlich machen und vor allem die Intelligenz fördern soll. Goethe mochte seinem Intelligenzquotienten von 210 als bekennender Karpfengenießer gut ins Konzept des Abends passen, zumal er auch dem Frankenwein als sein Lieblingsgetränk zugetan war. Neben dem erwarteten Medaillenregen für den prognostizierten großen Jahrgang wünschte der Bundesminister a. D. den Winzern den sehnlichst erhofften Regen. Für besonders wasserferne Weinstandorte müssten, so Christian Schmidt, "dezentrale Lösungen entwickelt werden, um einen Vorrat in Trockenperioden sicher zu stellen."

Die einstige Deutsche Weinkönigin Nicole Then und Mundartakrobat Sven Bach rundeten den genussreichen Abend ab. © Harald Munzinger


Von Staatsministerin Kaniber richtete er aus, dass die Staatsregierung die Winzer mit Klimawandel und -kapriolen nicht alleine lassen werde. Es müsse "das Menschenmögliche getan werden, um unsere Lebensgrundlagen zu sichern", fügte Schmidt an, überzeugt davon, "dass wir uns nicht nur auf Extremwetterlagen einstellen, sondern auch bei Pflanzen und Pflanzenfürsorge Widerstandsfähigkeit fördern müssen".

Optimale Vermarktung angestrebt

Landrat Helmut Weiß skizzierte als ein über die stattliche Gästekulisse und große Prominentenschar glücklicher Gastgeber die Entwicklungsgeschichte der beiden Arbeitsgemeinschaften, deren Hauptziel die optimale Vermarktungsstrategie für zwei ausgezeichnete Regionalprodukte gewesen sei. So sei es darum gegangen, 1978 "den Aischgründer Karpfen als Markenzeichen unserer Region und als ein Alleinstellungsmerkmal weiter zu etablieren". Schließlich gebe es keinen anderen Landstrich in Deutschland, in dem der dort gewachsene Fisch – immerhin 1000 Tonnen pro Jahr – auch dort zu 100 Prozent verzehrt werde.

Mit dem Festabend wurden zugleich die "Aischgründer Karpfenschmeckerwochen" eröffnet, in denen alle beteiligten Gastwirte den Karpfen in den acht Aktionswochen variantenreich anbieten und mit ihren Büfetts darauf reichlich Lust machten. Landrat Weiß würdigte ihre großartige Leistung ebenso, wie jene der Winzer und Weinbauvereine, die sich in der 1988 gegründeten "Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße" mit 346 Hektar Rebfläche und einer Strecke von 120 Kilometern einbringen. Mit ihr wollte man die Winzerorte im Landkreis miteinander verbinden und sie strukturell entwickeln. Die Erfolge seien, so Weiß, bereits nach kurzer Zeit sichtbar geworden.

Gründer plaudert aus dem Nähkästchen

Aus dem Nähkästchen beider Arbeitsgemeinschaften plauderte im Interview mit Nicole Then der langjährige Leiter des Fremdenverkehrsamtes, Hans Arnold, der mit Landrat Robert Pfeifer als deren Gründer gilt. Dabei wurde manch eine Episode außerhalb der Protokollbücher bekannt, was in der Gästerunde ebenso interessiert verfolgt wurde, wie das Gespräch von Nicole Then mit Frankens Weinkönigin Klara Zehnder. Auch bei seinem zweiten Auftritt begeisterte Sven Bach das Publikum, das sich beim Finale bei allen Mitwirkenden Gastronomen und Winzern auf der Bühne mit herzlichem Beifall für einen genussvollen Abend bis kurz vor Mitternacht bedankte. Mit Ismene Dingfelder an der Spitze stattete Landrat Helmut Weiß dem Team des Kreistourismusamtes den Dank für das mit großem Engagement arrangierte und als "Festival der Superlative" rundum gelungene Doppeljubiläum ab. 

Harald J. Munzinger E-Mail

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