Mittwoch, 12.12.2018

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Feuer und Rauch: Feuerwehr Uffenheim übt im Container

Anwohner setzte sich heftig zur Wehr - 1,2 Millionen Euro investiert - 17.09.2018 13:56 Uhr

Der Container ermöglicht das Üben der Brandbekämpfung unter realistischen Bedingungen. © Gerhard Krämer


Eine Woche lang stand der Container in Uffenheim. Die Schulungen erfolgten im TV-Vereinsheim, die praktische Übung sollte gleich nebenan auf dem Festplatz stattfinden. Da sich jedoch ein Anwohner heftig dagegen zur Wehr gesetzt hatte, verlegte die Feuerwehr den Containerstandort in Absprache mit Bürgermeister Wolfgang Lampe und dortigen Anwohnern an den Platz beim Tennisheim.

In den vergangenen Jahren ist nach den Worten des Feuerwehr-Pressesprechers Rainer Weiskirchen der Anteil der Brandeinsätze am Einsatzaufkommen der Feuerwehren zurückgegangen. Das sei selbstverständlich eine gute Nachricht. Gleichzeitig werde es dadurch – gerade für die jungen Feuerwehrkameraden – immer schwieriger, die erforderliche Einsatzerfahrung zu gewinnen. "Persönliche Erfahrungen sind aber außerordentlich wichtig, um Fehlentscheidungen bis hin zu lebensgefährlichen Situationen zu vermeiden", betonte Weiskirchen. Das Innenministerium und der Landesfeuerwehrverband bieten den bayerischen Wehren deshalb eine besondere Trainingsmöglichkeit unter realistischen Bedingungen, um diese für Brände und Brandverläufe zu sensibilisieren.

Gefahren richtig einschätzen

Der neue, feststoffbefeuerte Brandübungscontainer soll die Atemschutzgeräteträger fit machen für schwierige Einsätze. Die insgesamt 1,2 Millionen Euro, die der Freistaat Bayern dafür investiert, sind laut Weiskirchen gut angelegt. Denn mit dem Übungscontainer könne eine realitätsnahe Brandbekämpfung unter umluftunabhängigem Atemschutz geübt werden. Durch die Verwendung von unbehandeltem Holz entsteht die für einen Zimmerbrand typische Hitze- und Rauchentwicklung. Das Training vermittelt unter anderem, wie Brandverläufe erkannt und Gefahren richtig eingeschätzt werden können.

Die "heiße" Ausbildung hautnah miterlebten nicht nur Atemschutzträger der Feuerwehr Uffenheim und der Adidas-Werksfeuerwehr, sondern auch Mitglieder der Feuerwehren aus Bad Windsheim, Dachsbach, Wilhelmsdorf, Illesheim, Markt Erlbach, Oberickelsheim, Markt Nordheim, Mausdorf, Scheinfeld, Ipsheim. Oberrimbach, Langenfeld, Schornweisach, Weigenheim, Baudenbach, Neustadt, Burghaslach, Altheim, Hagenbüchach, Obernzenn und Markt Bibart. Insgesamt waren es nach den Worten des Kreisbrandmeisters Atemschutz und Strahlenschutz, Markus Stenglein, 64 Teilnehmer.

"Die Mannschaften waren begeistert"

Derzeit leisten übrigens in 178 Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis 5933 Aktive ihren Dienst (inklusive Frauen und Jugendliche), davon sind 721 als Atemschutzgeräteträger ausgebildet. Deshalb war man froh, den Container in diesem Jahr wieder im Landkreis zu haben. Für den Uffenheimer Kommandanten Dietmar Braun bietet der Container eine hervorragende Möglichkeit, das Feuer "lesen" zu lernen. Denn schon anhand der Farbe des Rauches ließe sich ablesen, was zu erwarten sei.

Wichtig sei auch die Erfahrung, was auf die Atemschutzträger zukomme, wenn das Feuer Sauerstoff bekomme und es zu einem so genannten Flashover komme, also zu einem schnellen Übergang aller Oberflächen brennbarer Materialien eines Raumes hin zu einem Feuer, erläuterte Weiskirchen. Die Teilnehmer erlebten aber auch eine Rauchgasentzündung und das Wiederaufflammen des Brandes.

Auf all diese Dinge hatte Ausbilder Thomas Schumm die Uffenheimer Wehrleute vorbereitet. Nach der Theorie, der Einführung in die gezielten Sprühstöße bei einem Zimmerbrand und der Kontrolle der Ausrüstung war er mit ihnen im Container. Dieser wurde für kurze Zeit geschlossen, damit er voller Rauch war. Denn auch dies gehörte zur Ausbildung. "Die Mannschaften waren begeistert", fasste es Dietmar Braun zusammen. Es sei "wichtig, die Atemschutzträger auf solche Situationen vorzubereiten". Denn auf Atemschutzstrecken oder im Brandhaus Würzburg gebe es keine "Heißausbildung". 

Gerhard Krämer

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