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„Wir machen ein besonderes Sommerfest“, sagt Museumsleiter Herbert May und kündigt als einen der Höhepunkte am Sonntag „den größten Umzug an, den wir je in unserem Freilandmuseum hatten“.
Knapp 400 Teilnehmer ziehen ab 14 Uhr mit Pferde-Gespannen, zahlreichen historischen Schleppern und Anhängern durch das Museum. Vom Haupteingang geht es über die verschiedenen Baugruppen rund 3,5 Kilometer lang in einer Schlaufe wieder zum Wirtshaus am Freilandmuseum. „Ich finde es sehr schön, dass etliche Gemeinden vertreten sind, aus denen wir Häuser haben“, sagt Herbert May. Mit dabei sind Musikkapellen, Trachten- und Volkstanzgruppen sowie handwerkliche und landwirtschaftliche Geräte. Auch historische Feuerwehrautos sind zu sehen.
Im Laufe des Sonntags finden Sie weitere Bilder vom Fest bei uns.
Nach dem Umzug werden die Gruppen auf dem ganzen Museumsgelände ihre Plätze einnehmen. Vier historische Ensembles zeigen das Leben in den Jahren 1320, 1525, 1777 und 1812. Sie bewohnen zahlreiche Häuser, Exerzieren auf dem Feld oder bauen ein Feldlager auf; ohne den großen Trubel des Jubiläums-Wochenendes sind einige der Historien-Schauspieler schon ab Donnerstag im Museum zu beobachten, wenn sie „einziehen“.
Zum offiziellen Festakt am Sonntag um 13 Uhr am Museumsweinberg hat sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann angekündigt. Es gibt eine große Geburtstagstorte und das Freilandtheater sorgt für die musikalische Gestaltung.
Ein besonderer Höhepunkt ist für den Museumsleiter die geöffnete Scheune aus Kleinrinderfeld. Sie ist sonst nur bei Führungen zugänglich, am Wochenende ist jedoch der Blick auf alle Ausstellungsstücke möglich. „Wir zeigen dort das gesamte Spektrum eines dörflichen Lebens“, sagt May. Für Fragen der Besucher und Informationen stehen dabei Studenten zur Verfügung.
Doch auch die heute rund 100 Häuser in den sieben Baugruppen sind natürlich zu entdecken und besichtigen. Bei der Eröffnung des Freilandmuseums 1982 waren es gerade einmal 15 Gebäude. Zwischen sommerlichen Erntearbeiten und klappernden Mühlen werden aber wie gewohnt auch Vorführungen historischer Handwerker den kleinen und großen Besucher präsentiert: „Zimmerleute zeigen, wie Baumstämme von Hand aufgesägt und für hölzerne Dachrinnen ausgehöhlt werden“, sagt Pressesprecherin Ute Rauschenbach.
Außerdem können Gäste beobachten, wie ein historischer Steinfußboden verlegt wird oder Hufnägel entstehen. Ungewöhnlich sind auch die seltenen Handwerke, die vorgestellt werden, wie Strohnapfflechten, Holzschuhmachen oder Kummetfüllen, also dem Fertigen eines steifen, gepolsterten Rings, der Zugtieren um den Hals gelegt wird.
„Das Bunte, die Vielfalt“, ist auch das, worauf sich Herbert May am Wochenende am meisten freut. Zwar gebe es mit dem zum 30. Geburtstag passenden 30 Themenwochen viele Höhepunkte im Museumsjahr, doch es soll zusätzlich „einen Termin geben, an dem man sich sammelt und feiert – ein großes Fest für alle Besucher eben“, so May.
Wichtig ist ihm dabei, viele Menschen, die direkt am Freilandmuseum beteiligt waren oder sind, vorzustellen und zu würdigen. Einen kleinen Umzug gibt es auch schon am Samstag um 13 Uhr. Beim Rekord-Umzug am Sonntag mit 50 Gruppen marschieren dann auch viele ehemalige Besitzer von Häusern mit, die nun im Museum stehen.

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