Mittwoch, 21.11.2018

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Freilandmuseum: Sommerfest zog viele Besucher an

Alte Knacker wie aus dem Märchen - Festeinzug musste fast abgeblasen werden - 23.07.2018 16:57 Uhr

Am Wochenende lockte das Fränkische Freilandmuseum mit zahlreichen Vorführungen. Ein Schmied gab unter anderem Einblicke in seine Arbeit mit dem Feuer. © Ernst Werner Schneider


Verständlich war am Samstag die Sorge der Musikanten, ihre wertvollen Noten könnten sich im Wasser auflösen. Zudem wäre mit Wasser in den Instrumenten an eine vernünftige Blasmusik seitens völlig durchnässter Musiker nicht zu denken gewesen.

Insgesamt gab es an den beiden Tagen im Museum über 30 Einrichtungen und Plätze mit Aktivitäten zu besuchen. Ein Erlebnis war für die kleinen Besucher das Vorbeiziehen des Schäfers mit seinen Tieren.

Dreschen mit Dampf

Schon im Eingangsbereich konnten die Besucher die Angebote – Naturtextilien, Keramik, Filz- und Strickwaren – an den Ständen des kleinen Handwerkermarktes begutachten. Auf Interesse stießen auch die zahlreichen Vorführungen auf dem Gelände und in den Stuben der Häuser. Zu bestaunen war unter anderen das Dampfdreschen mit der etwa 20 PS starken Lokomobile aus dem Jahr 1938 mit dem hölzernen Dreschkasten, gebaut anno 1899, sozusagen als Vorgänger des heutigen Mähdreschers. In einer anderen Hütte konnte man den Schmied vor dem glühenden Feuer beim Herstellen eines Hufeisens über die Schulter schauen. Die kleinen Besucher durften beim Büttner mit dem Hobel selbst Hand anlegen, um mit dem gefertigten Holzscheit einen Beitrag zur Herstellung von Fässern zu leisten.

In einer anderen Stube betrat man sozusagen die Märchenwelt. Wer kennt nicht die Geschichten der Gebrüder Grimm von der Goldmarie und dem Dornröschen? In beiden Fällen stand das Spinnrad im Mittelpunkt. Daran arbeiten könne man bestenfalls drei bis vier Stunden am Tag, verriet eine Museumsmitarbeiterin, sonst würden die Hände blutig werden. Das Kämmen der Schafshaare mussten in früheren Zeiten die Kinder verrichten. Dazu wurden die Haare mit zwei Holzbrettern mit kleinen Nägeln über die gesamte Fläche gekämmt. Die alten Männer zogen die Stränge über ein mehreckiges Holzrad, wovon auch das bekannte Sprichwort mit den "über die Stränge schlagen" im Umlauf kam. Später wurde die hölzerne Einrichtung mit einem Zählwerk versehen. Durch das Knacken im Zählwerk entstand die Bezeichnung "Alter Knacker". ews 

ews

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