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Sammeln, Bewahren, Forschen. Das Museum will sich in seiner 29. Saison auf die Kernaufgaben konzentrieren, bevor es nächstes Jahr 30. Geburtstag feiert, sagte Bartsch. Er hatte zur Präsentation des Jahresprogramms auf einem Kunstledersofa von 1971 Platz genommen, umrahmt von weiteren 60er und 70er Jahre Stilelementen. Die Hauptausstellung heuer widmet sich genau diesen beiden Jahrzehnten.
Damals änderte sich das Leben in Frankens Dörfern, eine noch nie gekannte Abrisswelle setzte ein; man war halt wer, wenn man ein Haus mit Glasbausteinen und Balkon besaß. In dieser Zeit entstanden auch die meisten Freilandmuseen in Deutschland, berichtet May. Die Ausstellung „Umbruchzeit“ wird am Samstag, 24. September, eröffnet und ist eine Gemeinschaftsaktion mit den Freilandmuseen in Cloppenburg in Niedersachsen und Fladungen in der Rhön.
Zum Fünfjährigen des Museums Kirche in Franken sind drei Ausstellungen in Vorbereitung, die erste wird kommenden Sonntag eröffnet und widmet sich dem Thema Genisa-Funde in Unterfranken. Vieles läuft 2011 in bewährter Manier, es gibt Seminare zu Themen wie Rebschnitt, Putztechniken, Schafkopfen, historische Gartenkeramik. Schulklassen können inzwischen aus 24 Modulen auswählen, was für ihren Besuch am spannendsten ist.
Am ersten Wochenende in den Sommerferien (30. und 31. Juli) gibt es eine Neuheit: Dann findet die Landesziegenschau im Museum statt. Das beliebte Oldtimer- und Schleppertreffen ist eine Woche später geplant. Der Abend der Gaukler ist diesmal am 23. Juli, an dem Wochenende ist auch das Sommerfest. Der Sonntag des Herbstfestes hat im vergangenen Jahr für den Tages-Besucherrekord gesorgt: Am 19. September waren 5976 Gäste da. Diesmal ist das Herbstfest am 17. und 18. September.
„Es rentiert sich, hier nicht nur einmal vorbeizuschauen“, stellte Bezirkstagspräsident Bartsch fest. Er warb auch für das Sommertheater im Juli und August, das am Schulhaus aus Pfaffenhofen spielt, das im September eingeweiht worden war. Heuer werden zwei Gebäude eingeweiht: Das eingangs erwähnte Stahlhaus aus Nerreth bei Wendelstein wird beim Herbstfest am 17. September eröffnet.
Bereits am 25. Juni ist der Festtag für die Marienkapelle aus Rodheim. Sie war ursprünglich um 1750 bei einem Hof errichtet worden, wie groß sie zu der Zeit war, konnten die Forscher nicht ermitteln. Aber sie haben zugespachtelte Gemälde an der Stirnseite freigelegt, „mehr oder weniger zufällig“, wie May erklärt. Die belegen, dass der Bauherr Geld hatte, denn das Blau, das die Hemden der geißelnden Figuren ziert, ist aus dem teuren blauen Gestein Lapislazuli gewonnen. Die kleine Katholische Kapelle wird ihrem Zustand von 1861 entsprechend hergerichtet. Zwei Öffnungen in der Wand beim Altar geben Rätsel auf. Museumsleiter Herbert May schmunzelt. „Es kommt auch mal vor, dass wir blankziehen müssen.“
