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Gelbe Tonne im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim?

Erneuter Vorstoß für das Holsystem der leichten Verpackungs(kunst)stoffe - 27.08.2014 11:30 Uhr

Für die Einführung der Gelben Tonne strebt Landrat Helmut Weiß eine Mehrheit im Kreistag an.

Für die Einführung der Gelben Tonne strebt Landrat Helmut Weiß eine Mehrheit im Kreistag an. © Harald Munzinger


Die Gelbe Tonne - auf keinen Fall der Gelbe Sack - sei schon vor dem Wahlkampf von der CSU favorisiert worden, erklärte Weiß: "Wenn wir eine Mehrheit im Kreistag erreichen, werden wir uns nach Ablauf der alten DSD-Verträge für die Gelbe Tonne einsetzen". Mit dieser soll dann flächendeckend die jetzt vom Dualen System Deutschland (DSD) erfassten Kunststoffabfälle eingesammelt werden. Ökologisch sei es einfach nicht weiter vertretbar, dass man heute viel Energie aufwende, um diese Wertstoffe zu den Wertstoffhöfen beziehungsweise -sammelstellen zu bringen.

Gerade im ländlichen Bereich seien dazu weite Strecken zurückzulegen. Das Argument, dass man die Fahrt zur Sammelstelle mit einem Einkauf verbinde, treffe nach Erkenntnissen aus der Alltagspraxis nicht zu, so der Landrat. Wenn zum Samstagseinkauf gefahren werde, wolle man den Kofferraum nicht voll Leergut haben. Zudem wolle man nicht Lebensmittel mit dem Recyclingmüll oder an der Stelle transportieren, wo dieser gelagert gewesen sei.

Die Wertstoffhöfe sollen nach Auskunft von Landrat Weiß erhalten bleiben, unter anderem für die Abgabe von Elektroschrott. Die Sammelstellen hingegen würden aufgelöst. In geringem Umfang würde Personal in Sammelstellen betroffen sein, in denen man allerdings jetzt schon feststelle, dass es immer schwieriger werde, dafür Kräfte zu finden. Weiß: "Immer weniger wollen diese Arbeit machen".

Kontroverse Standpunkte

Sowohl im Kreis-, wie auch im Umweltausschuss hat sich bisher eine Mehrheit für die Beibehaltung des Bringsystems ausgesprochen, nur die CSU-Fraktion und der damalige Landrat Walter Schneider (FWG) die Gelbe Tonne befürwortet. Sie hatten mit der Umstellung auf das Holstystem als "

bürgerfreundliche Alternative zu der gegenwärtigen Verpflichtung, die Wertstoffe anzuliefern", einer spürbaren Entlastung der Menschen im Flächenlandkreis mit der Einsparungen von jährlich drei Millionen Kilometern Fahrten zu den Sammelstellen und einer höheren Erfassungsquote der Wertstoffe argumentiert.

Dagegen gehalten worden war von SPD, Freien und Unabhängigen Wählern sowie den Grünen, die keine Notwendigkeit sahen, vom bewährten Bringsystem abzuweichen, dass das jetzt in der Bevölkerung verankerte Bewusstsein für Wertstoffe verloren gehen und die Wegwerfgesellschaft gefördert werden könnte, wenn alles in die Tonne geworfen werden könne.

Und dies nach Erfahrungen etwa im Kreis Ansbach mit hohen Quoten an Fremdstoffen, so dass einem höheren Erfassungsgrad ein schlechterer Verwertungsgrad entgegen gestellt wurde. Der mutmaßlichen Umweltentlastung durch die eingesparten Fahrten zu den Wertstoffhöfen beziehungweise - sammelstellen wurde mit der Notwendigkeit weiter Transporte zu den Sortieranlagen (Leipzig/Berlin) entgegnet.

Die dritte Abstimmungsniederlage in dieser Sache hatte Landrat Schneider als "Demokrat genug" gelassen hingenommen. Nun soll der Ball erneut ins Spiel gebracht werden. Eine bundesweite Verordnung könnte allerdings dem Kreistag die Entscheidung abnehmen. 

Harald J. Munzinger

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