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Gelungene Dorferneuerung in Illesheim

Westheim, Urfersheim und Sontheim haben profitiert - 01.10.2012 11:07 Uhr

Ein kleines Idyll ist den Westheimern mit ihrem Spielplatz am Ortsrand gelungen: alte Obstbäume, ein Teich, viele Spielgeräte, eine Grill­stelle, Sitzgelegenheiten und viel Platz zum Toben auf dem großzügigen Gelände. © Claudia Lehner


Beantragt worden war Ende der 1980er-Jahre eigentlich nur die Dorf­erneuerung in Westheim. An Urfers­heim und Sontheim habe man da irgendwie nicht gedacht, erinnert sich Illesheims Bürgermeister Hein­rich Förster. Bei der Vorbereitung der Maßnahme in Westheim wurde dann aber immer wieder nachgebohrt und schließlich sollte die Dorferneue­rung doch in allen drei Ortsteilen kommen. 2001 ging es mit der ersten Informationsveranstaltung los und am 6. Oktober 2003 wurde die Dorfer­neuerung Westheim dann angeord­net. Unter diesem Oberbegriff wur­den auch die Maßnahmen in Urfers­heim und Sontheim durchgeführt.

Die Grundlagen dafür musste zu­erst die Gemeinde schaffen, erinnert sich Förster: Wasserleitungen und Kanäle wurden saniert, damit dann die öffentlichen Straßen und Plätze hergerichtet werden konnten. Auch der Landkreis habe mitgezogen und die Kreisstraßen hergerichtet, er­klärt der Bürgermeister.

Insgesamt wurden 1,4 Millionen Euro investiert

An Gemeinschaftsgebäuden ist in den drei Dörfern einiges entstanden: In Sontheim und Westheim wurde ein Ge­meindehaus gebaut, in Urfersheim wurde das als Gemeindehaus genutzte ehemalige Schulhaus saniert. Schon vor der Dorferneuerung hat die Ge­meinde in diesem Ortsteil zwei Dorf­plätze neu hergerichtet. Adrett und mit einer gemütlichen Sitzgarnitur vor der Tür präsentiert sich nun das neue Ju­gendhaus in Westheim, schräg gegen­über der Kirche. Früher wickelte hier eine Bank ihre Geldgeschäfte ab.

Insgesamt wurden bei öffentlichen und gemeinschaftlichen Maßnahmen rund 1,4 Millionen Euro investiert – etwa ein Drittel davon aus Förder­mitteln – und fast noch einmal soviel in private Projekte. Etwa 240.000 Eu­ro gab es hier an öffentlichen Geldern. Besonders stolz ist Bürgermeister Förster auf den neu gestalteten Be­reich um den früheren Löschweiher am südlichen Ortsrand von West­heim. Ganz harmonisch fügt sich der neue Spielplatz ins Ortsbild ein. Es gibt einen Turm, eine kleine Seilbahn, Schaukel, Rutsche und ei­niges mehr. Auch für Ältere ist etwas geboten: ein Grillplatz und ver­schiedene Sitzgelegenheiten. Unter alten Obstbäumen zieht sich im Bogen ein Graben durchs Grün. Darüber führt ein Weg über eine kleine Brücke. Derzeit ist die Rinne trocken, nicht jedoch bei Hochwasser. Das hat früher in Westheim zu Pro­blemen geführt. Kühe in einem Stall nahe dem Graben standen bis zum Euter im Wasser, weiß Förster. Bevor das Areal, auf dem sich zuvor etliche Kleingärten befanden, also neu ge­staltet werden konnte, musste es hochwassersicher gemacht werden. Ein Damm wurde neben dem Graben errichtet, der auch einem Jahrhun­derthochwasser standhalten sollte.

Der ehemalige Löschweiher ist nun nicht mehr eingezäunt, sondern wirkt mit seiner Schilfeinfassung eher wie ein kleines Biotop. Das kleine Idyll ist nicht nur mit Mitteln der Dorfer­neuerung entstanden, einzelne Aspekte wie die naturnahe Gestal­tung der Quelle im Süden des Gelän­des wurden auch über die Lokale Ak­tionsgruppe und damit mit Europäi­schen Leader-Mitteln finanziert.

Das Gemeinde- und Feuerwehrhaus in Sontheim: Auch die Kinder des Orts finden hier Platz zum Spielen. © Gero Selg


Auch in den anderen Ortsteilen ist einiges geschehen. „Ganz toll gelun­gen“, findet Förster das neue Gemein­dehaus mit Feuerwehrhaus und Kin­derspielplatz in Sontheim. Es habe sich zum einem richtigen öffentlichen Treff­punkt für die Sontheimer entwickelt, freut er sich. Auch in Urfersheim gibt es ein schönes neues Gemeindehaus.

In Westheim und Sontheim haben auch die Kirchengemeinde und die Jagdgenossenschaft die Gemeinschafts­häuser bezuschusst. Toll findet Förster, wievielesich mit ihrer Arbeitskraft ein­gebracht haben. „Die Dorferneuerung ist gelungen“, sagt er. Die anfängliche Skepsis der Bewohner sei gewichen.

Auch viele Privathäuser wurden hergerichtet: Etliche alte Fachwerk­häuser erstrahlen in neuem Glanz. Ein Spaziergang durch die drei Orte lohnt sich. In Westheim ist dazu am Mittwoch Gelegenheit, wenn die Dorf­erneuerung offiziell ihren Abschluss findet.

Der Abschluss der Dorferneue­rung in Westheim, Urfersheim und Sontheim wird am Mittwoch, 3. Oktober, gefeiert. Los geht es mit einem Gottesdienst in der Gemeinde­halle Westheim. Danach sprechen Bürger­meister Heinrich Förster und Wolfgang Pfrogner als Vorsitzender der Teilnehmer­gemeinschaft. Mittagessen gibt es ab 12.15 Uhr, um 13.30 Uhr beginnt ein Rund­gang durch Westheim. Kaffee und Kuchen gibt es ab 14.30 Uhr. Dazu spielen und sin­gen Posaunen- und Frauenchor.

 

CLAUDIA LEHNER

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