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Gemeinde Egersheim plant Millionen-Investitionen

Hohe Einnahmen durch Gewerbesteuer - Projekte können angeschoben werden - 08.04.2018 20:36 Uhr

Bürgermeister Dieter Springmann vor dem Feuerwehrhaus in Ergersheim. © Foto: Bastian Lauer


Mit einer Liste von Projekten, die umgesetzt werden sollten, ging Dieter Springmann 2014 in seine erste Legislaturperiode. Der Großteil ist schon durch oder zumindest am Laufen. "Bis 2020 ist der Plan abgeschlossen", sagt er zuversichtlich. Die kommende Wahlperiode dürfte daher "leichter" werden, aber nur was geplante Investitionen betrifft. Denn nach vier Jahren im Amt hat der 60-Jährige längst gelernt: "Es kommt immer was."

Reichlich Bauprojekte werden im Haushalt 2018 vermerkt sein, diverse nach mehrjähriger Planung. Irgendwie scheint nun alles auf einmal zu kommen. Doch Springmann weiß, dass sich selbst Ergersheim, das über die höchste Steuerkraft je Einwohner im Landkreis verfügt (in Bayern: Rang 54), ohne die Vielzahl an potenziellen Fördertöpfen schwer tun würde. Springmann schaue deshalb besonders auf Förderprogramme, um Wünsche der Bürger zu realisieren. Doch das erzeugt Druck: "Man ist von Förderprogrammen auch gejagt." In zweierlei Hinsicht: Meist sind strenge zeitliche Fristen anhänglich und "du musst es ja trotzdem noch bezahlen können".

Abwasserentsorgung, Straßen- und Kanalbau, Dorferneuerung, Kernwege und das Dorfgemeinschaftshaus Ermetzhofen – es steht viel auf der Agenda für 2018. Teilweise mit Belastungen für die Bürger, auch finanzieller Art. Für die diversen Druckleitungen, um das Abwasser nach Bad Windsheim pumpen zu können, sind 1,2 Millionen Euro an Verbesserungsbeiträgen auf die Einwohner umzulegen.

Genauso wie Springmann aber diese Beiträge für "sauber und fair" für alle hält, ist ihm die Verteilung der zu investierenden Finanzmittel auf alle vier Ortsteile wichtig: "Es wird immer geschaut, dass jeder das Gleiche bekommt." Um Unmut zu vermeiden. Denn er könne nicht verhehlen, dass – aus historischen Gründen – "nach wie vor eine Art Trennung" in der Gemeinde herrscht.

Spürbar wurde das nicht zuletzt beim geplanten Dorfgemeinschaftshaus für den Ortsteil Ermetzhofen. Über 900 000 Euro soll das kosten, zwar zu 60 Prozent gefördert, doch in Ergersheim gab es Gegenwind. Denn den Vereinen dort reicht der Platz im Gemeindezentrum offenbar längst nicht mehr. Jetzt soll auch da möglichst bald angebaut werden. Durch das Projekt in Ermetzhofen hat man "vielleicht was angesprochen, das schon länger im Hinterkopf war", zeigt Bürgermeister Springmann Verständnis.

Gestalten macht Spaß

Bedarf und Wunsch hin oder her – von heute auf morgen wird die Erweiterung nicht umzusetzen sein, trotz finanzieller Möglichkeiten der Kommune. Für jedes Projekt braucht es Pläne, Konzepte, zum Bau, zur Finanzierung, weiß Springmann. "Viele Dinge, die ich als normaler Bürger noch so oder so gesehen habe, gehen halt nicht so einfach. Jetzt sehe ich den Dschungel", sagt er. Der wird sich auch in Zukunft nicht so schnell lichten.

"Wege sind ein Riesenproblem", sagt Springmann. Doch allein die nun für 2018 vorgesehenen Kernwege sind schon Jahre in Planung. Und dann wäre da die Innenentwicklung, die in Ergersheim nicht einmal schleppend voranschreitet. Von einem kleinen Neubaugebiet am Ortsrand erhofft er sich da eine "Initialzündung". Motto: "Die Innenentwicklung von außen nach innen machen."

Denn an weiteren Ideen mangelt es dem Bürgermeister nicht. Von Cafés oder betreutem Wohnen für Senioren ist da die Rede. Vielleicht sind das, wie das beispielsweise der Seniorentreff in Ergersheim jeden Mittwoch schon getan hat, auch Chancen, die vier Orte näher zusammenzubringen. Springmann bleibt dran: "Man kann als Bürgermeister gestalten, kann verändern", sagt der 60-Jährige. "Das macht Spaß."

Zahlen zu Ergersheim

Einwohnerzahl: 1111

Gemeindefläche: 30,02 Quadratkilometer

Ortsteile: drei (Ermetzhofen, Neuherberg, Seenheim)

Gemeinderatsmitglieder: zwölf

Gewerbesteuereinnahmen: 1,4 Millionen (Schätzung 2017) 

Bastian Lauer

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