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Oberst Christopher Hickey ist als Garnisonskommandeur für die Lebenssituation der Soldaten in der Region zuständig. Er erzählt von großen Problemen, für seine Soldaten geeignete Wohnungen zu finden. Häufig müssten sie alleine aus Amerika anreisen und könnten ihre Familien erst nach Monaten nachholen, wenn sie eine passende Wohnung oder das richtige Haus gefunden haben.
Hickey betont, wie wichtig ihm ist, dass die Familien gleich zusammen nach Deutschland kommen. In den meist drei Jahren, in denen die Soldaten in Deutschland sind, müssen sie häufig für Monate oder gar ein Jahr zu Auslandseinsätzen und sind von ihren Familien getrennt. Hickey möchte, dass die Familien zumindest gleichzeitig in Deutschland ankommen und sich einleben können. Im Raum Ansbach sei das Problem größer als im Bereich Windsheim. Aber auch in der Region Windsheim würde sich Hickey für die Soldaten, die in Illesheim Dienst tun, mehr Angebot an Wohnraum wünschen. 90 Wohneinheiten möchte die US Army direkt mieten, sagt er, nur 30 habe sie bisher. Er würde es begrüßen, wenn Grundstückseigentümer bauen und direkt an die Army vermieten. Aber er verstehe auch, wenn Zurückhaltung herrscht.
In der ländlichen Region sei man vielleicht nicht so mutig, ein Hausbau ist eine große Investition. Am Urlas haben die Amerikaner seit November 2008 rund 52 Millionen Dollar in ein Wohngebiet verbaut. Es hat sieben unterschiedliche Haustypen, davon einen Straßenzug mit Passivhäusern, die 30 bis 60 Prozent Energie sparen sollen. Die neue Siedlung soll Wohnungen in der Kaserne Katterbach ersetzen. Dort leben die Soldaten teilweise in alten Wohnungen, wo sie sich Küche und Bad teilen. „Man wollte einfach die Lebensqualität erhöhen“, sagt Pressesprecherin Cornelia Summers. Die Häuser haben alle Garten, Garage, das Gebiet hat mehrere Spielplätze, Grünanlagen für Barbecue entstehen, Radwege führen hindurch. Im Moment sind allerdings nur Wagen von Handwerksfirmen zu sehen. Ob das Gebiet komplett umzäunt wird, sei noch nicht sicher.
Etwa einen Kilometer Luftlinie entfernt wird ein Einkaufszentrum für Armeeangehörige gebaut. Das sei ein Ersatz für die alten Läden in der Kaserne in Katterbach, erklärt Summers. Knapp 7000 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen, erläutert Kerstin Huber von der US-Bauverwaltung. Unweit entfernt ist bereits ein großes Gebäude entstanden, ein „Hotel“. Allerdings nicht ein Hotel für Urlaubsgäste, es ist ein Heim für bis zu 19 amerikanische Familien als Erst-Wohnort, bis sie das Geeignete gefunden haben. Die Bürgerinitiative Etz langts sieht in den Projekten am Urlas eine Bedrohung für den hiesigen Wohnungsmarkt, für Handel und Gastronomie.
Pressesprecher Boris Meyer befürchtet auch, dass es durch die Verlagerung von Einrichtungen an den Urlas in der Katterbach- Kaserne mehr Potenzial für Hubschrauber gebe. Er stellt einen Zusammenhang her mit der geplanten Verlegung einer rund 200 Mann starken Einheit aus Mannheim nach Illesheim. Er hält der Army vor, widersprüchliche Informationen zu verbreiten. Man sei nicht davor gefeit, dass noch mehr Truppen aus Mannheim nach Westmittelfranken verlegt würden. Andererseits ist die hohe Investition der Army am Urlas auch keine Garantie, dass sie langfristig bleibt. Das zeigt ein Blick nach Kitzingen: Dort waren 2003 noch mehr als 14 Millionen Euro in neue Wohnungen für Soldaten investiert worden, drei Jahre später zogen die Amerikaner komplett ab.
