Dienstag, 13.11.2018

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Hochsolestadt Bad Windsheim leuchtet am Ortsschild

Bürgermeister Bernhard Kisch lässt Zusatz auf Ortseingangstafeln anbringen - 28.02.2018 12:49 Uhr

Zu Wochenbeginn noch ganz normale Stadt, plötzlich „Hochsolestadt“ Bad Windsheim. So schnell geht‘s, einfach reflektierende Folie draufgeklebt und fertig ist die Imagewerbung auf den Ortseingangs-Schildern. © Günter Blank


Auf Anordnung von Bürgermeister Bernhard Kisch wurden zu Wochenbeginn einige der Schilder mit entsprechenden Folien überklebt, welche die "Stadt" Bad Windsheim" zur "Hochsolestadt" machen.

Von der Windsheimer Zeitung auf die von Mitarbeitern des städtischen Bauhofes zu Wochenbeginn umgesetzte Umetikettierung angesprochen, zeigte sich Bernhard Kisch zunächst erfreut darüber, dass diese offenbar bemerkt werde. Er sieht darin eine weitere Werbemaßnahme unter Einsatz des "Alleinstellungsmerkmals Bad Windsheims als Hochsolestadt". Diese reihe sich ein in die nach seinem Amtsantritt forcierte Marketingstrategie, welche beispielsweise bereits in etlichen natursolehaltigen Produkten wie Brot, Senf, Schinken, Nudeln, Bratwürsten und Pralinen, aber auch Balsam für die Haut ihren Niederschlag gefunden hat.

Dass die Folienaktion möglicherweise juristisch nicht ganz blütenweiß sein könnte, stört das Stadtoberhaupt nicht. "Wir leben in einem Rechtsstaat. Wenn jemand ein Problem damit hat, dann wird er uns das mitteilen. Dann müssen wir die Folien halt wieder entfernen, das sehe ich gelassen." Allein den medialen – und für die Stadt kostenlosen – Werbeeffekt durch Veröffentlichungen schätzt Kisch in der Abwägung weitaus höher ein als etwaige Probleme. Im Gegenteil: "Ich würde mich freuen, wenn jemand anruft."

Die Fraktionen des Stadtrates habe er bereits Mitte Juni über sein nun realisiertes Vorhaben informiert, sagt Kisch. Vorsichtshalber hat er die Nacht- und Klebeaktion zudem auf die Schilder an jenen Straßen beschränkt, welche in der Straßenunterhaltspflicht der Stadt liegen. In der Praxis sieht Kisch keinen Grund, der gegen den aufgeklebten Zusatz spräche, auch wenn es den der "Hochsolestadt" logischerweise noch in keinem Katalog der Zulässigkeiten – und in keinem der Verbote – gibt. Andere Kommunen hätten auch individuelle Zusätze auf den Ortstafeln, wie etwa Hochschulstadt, Olympiastadt oder Dokumentastadt.

Dennoch: Im Landratsamt schlagen die Wogen der Begeisterung über die hochfliegende Idee aus dem Bad Windsheimer Rathaus bislang noch nicht eben hoch. Wie Pressesprecher Matthias Hirsch gestern nach intensiver interner und externer Recherche mitzuteilen hatte, ist das, was Kisch da tut, möglicherweise rechtlich nicht zulässig. Klar sei dies aber noch keineswegs, betonte er.

Anschauen, Anrufen, Freuen

Auf die Anfrage der WZ hin habe er sich gestern noch ein Bild von der Beschilderung gemacht, teilte Matthias Hirsch am Nachmittag mit. "Wir schauen uns die Sache an und überprüfen das Ganze", dann werde man sehen, "ob und welche Maßnahmen erforderlich sind", beschrieb er die Strategie des Landrats-Büros. Dem Ergebnis entsprechend werde man mit der Stadt Bad Windsheim Kontakt aufnehmen. Bürgermeister Bernhard Kisch freut sich bestimmt schon jetzt auf den Anruf. 

Günter Blank

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