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Mit Freunden und Familie wird er zu Mittag essen, um 14 Uhr geht es dann gemeinsam in den Gottesdienst. „Die Berufung, Pfarrer zu werden, war schon immer da“, sagt der gebürtige Oberbayer. Bereits in seiner Jugend war Seelsorger sein Traumberuf. Er bezeichnet sich selbst als ein „typisches Pfarrerskind“, denn sein Vater war ebenfalls Geistlicher.
Allerdings hat sich Cunradi in der Schule mit Latein, Englich und Deutsch schwer getan. „Ich hatte immer Vierer und Fünfer.“ Für ein Theologiestudium braucht man drei Fremdsprachen. „Das schaff ich eh nicht“, dachte er sich. Weil er die Natur liebt, entschied er sich für ein Forstwirtschaftsstudium. Nach einem Semester merkte er, dass es nichts für ihn war: „Förster kannst du nicht werden, das musst du leben“.
Sein Frau Dorothea habe ihn „sehr ermutigt“, doch Theologie zu studieren. Sie hat Matthias Cunradi kennengelernt, als sie ihren Vorbereitungsdienst zur Religionspädagogin bei seinem Vater in Partenkirchen absolviert hat. Beide heirateten und gingen nach München, wo Matthias Cunradi Theologie studierte. „Auf einmal waren die Sprachsemester das Schönste“, sagt er. In Neuendettelsau machte er seine Examensvorbereitung, gewohnt haben die Cunradis in Heilsbronn. Nach zweieinhalb Jahren Vikariat in Hof ging er für sieben Jahre als Seelsorger nach Schwarzenbach an der Saale und kehrte dann für neun Jahre nach Heilsbronn zurück.
Am 1. Februar hat er seine Arbeit in Ipsheim begonnen. Wechseln wollte Cunradi, weil in Heilsbronn viele Verwaltungstätigkeiten angefallen sind, und „ich wollte einfach wieder Pfarrer sein.“
Der 47-Jährige hat zwei Kinder. Hanna (16) ist mit ihren Eltern nach Ipsheim gezogen, ins „Interimsquartier“, wie der 47-Jährige seine Übergangsbehausung bezeichnet. Bis das Pfarrhaus saniert ist, dauert es noch. Sein 21-jähriger Sohn Andreas studiert Geschichte in Marburg. Cunradis Leidenschaft sind Sport und Musik. Er geht regelmäßig ins Fitnessstudio und Fahrradpilgern. An Pfingsten startet er mit einem Freund nach Santiago di Compostela auf den Jakobsweg. Seit drei Jahren übt er dieses Hobby aus. Zuvor war er Marathonläufer. Nach einer Knieverletzung war das nicht mehr möglich und er ist auf den Radsport umgestiegen. Mit seiner Frau macht er derzeit einen Tanzkurs und ist schon beim Silberabzeichen. Außerdem spielt er, seit er zehn Jahre alt ist, Posaune. Auch in Ipsheim ist er in den Chor integriert.
Auf die Frage, ob er sich schon ein Konzept überlegt hat für seine neue Gemeinde, sagt Cunradi: „Man macht sich so seine Gedanken. Ich verwehr’ mich gegen Konzepte.“ Er habe mit dem Kirchenvorstand gesprochen. Cunradi ist es wichtig zu hören, was der Vorstand will, und das auch umzusetzen. Eines der Ziele des Seelsorgers ist es, die Menschen aus dem Neubaugebiet in die Kirchengemeinde zu integrieren. Das will er durch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen schaffen. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit kann er sich in diesem Umfeld gut vorstellen. Durch die Kinder komme man an die Eltern und Großeltern ran. „Nach dem Prinzip von der Wiege bis zur Bahre. Auch wenn’s blöd klingt.“
Für künftige Konfirmanden hat er vor, von der Unterrichtsform wegzugehen und auf Kurse umzusteigen. Das heißt nicht stringentes Auswendiglernen, sondern „Glauben erfahrbar machen. Wenn es im Herzen nicht verankert ist, nützt es nichts. Ich will das Herz der Jugendlichen erreichen“.
Der Kurs könnte einmal im Monat an einem Samstagvormittag stattfinden. Dann gäbe es ein gemeinsames Frühstück oder Mittagessen und Projekte. Er wolle den Jugendlichen Freude und Gemeinschaft vermitteln. Das Problem sei Fußball, Jugendspiele sind oft Samstagvormittag. In Heilsbronn hatte er das gleiche Problem, erzählt er. Am Ende kamen die Trainer zu ihm und haben gefragt, wann Konfikurse stattfinden, damit sie ihre Spiele verlegen können, weil die Kinder unbedingt in den Kurs wollten. Diese Hoffnung hat der Geistliche auch für Ipsheim.
